668 Gewinnung und Verarbeitung des Leders.
auf Konstruktion alle mehr oder weniger der „Mak Kay" an und unterscheiden sich meistnur durch ihre Form von dieser.
Die Stcppstich-Svhlcnnähmaschinen haben sich seit ca. 15 Jahren in Deutsch-land eingeführt, und hauptsächlich der Deutsch-Amerikaner John Keats hat sich umdie Einführung derselben Verdienste erworben. Seine im Jahre 1881 aus den deutschen Maschinenmarkt gebrachte erste Toppclsteppstich-Sohlennühmaschine, der „eiserne Schuh-macher" genannt, fand gute Aufnahme und existiert auch heute noch, nachdem sie ver-schiedene Verbesserungen erfahren hat, in verschiedenen Werkstätten der Privat-Jndustrie-und der Bcklcidnngsämter. Die gute Aufnahme, welche die Steppstichmaschine fand, gab
auch der deutschen Technik Anlaß, sich aufden Bau solcher Maschinen zu legen, und sosehen wir denn auch heute schon verschiedeneSysteme solcher Maschinen, von denen jedeihre Vorzüge hat. Die neueste Erfindung ausdiesem Gebiete ist die „Allianz"-Doppel-steppstich - Sohlennähmaschine (Abb.647). Sie arbeitet wie alle Steppstich-maschinen mit zwei Fäden, wovon der einesich in einem Schiffchen befindet und derandere wie bei der Kcttcnstichmaschine durchdas Horn heraufgezogen wird. Die Art undWeise des Stiches der erwähnten Maschinezeigt die Abb. 645. Die Arbeitsleistung derneuesten Steppstich-Sohlennähmaschinen isteine ganz bedeutende und bewegt sich in denGrenzen von 300—500 Paare pro Arbeits-tag von 10 Stunden.
Bon grösster Wichtigkeit sür die Aus-giebigkeit dieser Art Maschinen ist natürlich derengute Instandhaltung und Wartung. Es mußdaran jeder Teil richtig funktionieren und dieNadel im richtigen Stärkeverhältnis znm Näh -faden sein. Eine zu feine Nadel wird zur Folgehaben, daß der Faden Schaden leidet, gern reißtund das Pech abgestreift wird; eine zu starkedagegen wird ein zu großes Loch machen, dasdurch den Faden nicht ausgefüllt werden kann.Die Naht wird infolgedessen nicht dicht sein, wassich beim Tragen des Schuhes bei feuchtemWetter sehr unangenehm bemerkbar machenwürde. Ein guter Pechfaden ist für einedauerhafte Naht Bedingung. Zur Anfertigungdesselben muß man das beste, trocken gesponneneFlachsgarn, aus möglichst feinen Fäden gezwirnt,verwenden und darauf achten, daß derselbe gutund genügend mit Pech durchtränkt wird. Jefeiner das Gespinst, desto haltbarer wird der Faden und dadurch die Naht sein. Zur Be-reitung des Pcchfadens bedient man sich eines besonders dafür konstruierten Apparates, durchden das trockene Garn geführt und mit Pech getränkt wird.
Maschinen, um die Doppelnaht herzustellen, hat man ebenfalls von verschiedenenSystemen. Diese Art Maschinen unterscheiden sich von den Turchnähmaschinen insofern, als sienicht mit einer geraden Nadel wie diese, sondern mit einer gebogenen Nadel und einer Ahle,die das Nadelloch vorsticht, arbeiten. Durch die gebogene Nadel ist ermöglicht, näher andas Oberleder heranznnähen, was bei einer Doppelnaht von großer Wichtigkeit ist. ZumWenden und Rahmeneinstechen haben sich die von der amerikanischen Gesellschaft „GoodyearShoe Machinery Compagnie" zuerst auf den deutschen Markt gebrachten Maschinen einiger-maßen eingeführt, werden sich aber wahrscheinlich keine feste Position erwerben, weil sie vonden Schuhfabrikanten niemals als Eigentum erworben, sondern nur gegen hohes Entgelt
647 . „Allianj"-Voppclltrppstich-Kohlcnnähmaschinr.
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