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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
Seite
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Nicht Kunst und Wissenschaft allein,

Geduld will dri dem Werke sein —

Ein stiller Geist ist jahrelang geschäftig:

' > Die Zerl nur macht die seine Gärung kräftig.

Goethe.

Gewinnung und Verarbeitung des Leders.

Gerberei und Lederfärberri.

Geschichte der Gerberei und die Kerbmoleriolmi. Äie tierische Haut als Gegenstand der Gerberei. Besen undArten des Gerbcns. Laut- und Felllorlcn. Vorbereilcnde Arbeiten: Anlbcwastrnng der Läute und Felle,Basiern und Deichen, GnNiaarung und Beseitigung der Eber- und Anlerstant (Kchwihen, Halken oder Aschern, An-schnwden), Beizen und Beinmackearbeiten. Not- oder Lohgerberei: Eiewickligstcn Zstcthoden derselben; Herstellungvon Johllcder, Hastisohlleder (Backiclcder), Masckincnricmenlcdcr, Geschirrlcdcr sIenglcder, Blankledcr), Wagen-verdeckieder sVachetten), Gberleder (Fahlleder, Halbledcr, Bostleder, Lackleder, Äaljian-, Lorduan- und Marokko -leder, Juchten). Mittel znr Beschleunigung der Lohgrrbung. Lcdcrbeschmcrung. Sämischgcrberei. Mineral-gerberei: Gewöhnliche Bcistgerberei, ungarische Vcibgeiberei, Betzgerbcrei, Glaece- und Hidgcrberei, Lhromgerbcrei.Herstellung des Feltgar-, Crown- und Trans,nirentlcders. Lederstirrogale. Ledert,irberei: Färberei des lohgarenLeders, Gtacec-, Äid-, Ltjrom- und Samischlcdcrs.

dem Rechte des Stärkeren greift der Mensch zerstörend ins Tierreich nndentnimmt demselben, was ihm für seine Zwecke brauchbar erscheint; meistist sein Verlangen auf das Fleisch des Tieres, nicht selten jedoch aus das, natürliche Kleid desselben, aus die tierische Haut gerichtet. Aber dieses

' Beutestück hat in natürlichem Zustande kaum einen Gebrauchswert, denn es

geht infolge seines hohen Wassergehaltes sehr rasch in Fäulnis über, und durch Trocknungwird es hornartig steif; es bedarf einer geeigneten Behandlung, um gebrauchsfähig zuwerden. Die Auffindung von Mitteln für diesen Zweck ist höchst wahrscheinlich einerder ersten Schritte gewesen, welche der Mensch auf der Bahn der Erfindungen gethanhat. Verschiedene Thatsachen sprechen dafür, daß die Urvölker das Gerben von Tier-häuten schon lange verstanden und sich aus dem so erzeugten Leder Kleidungsstücke u. s. w.herstellten; die Mannigfaltigkeit der in den verschiedenen Ländern hierzu angewandtenMittel deutet ferner darauf hin, daß eine urwüchsige Gerberei sich an vielen Punktenvon selbst fand und daß der Mensch in allen Gegenden der Erde durch instinktives Pro-bieren aus seiner Umgebung Stoffe Ausfindig machte, mit welchen er den gewünschtenZweck erreichen konnte.

Am nächsten lag wohl das Einreiben der rohen Häute und Felle mit Fettstoffen,namentlich mit solchen, welche beim Erlegen der Tiere gleichzeitig gewonnen wurden,wie mit dem Gehirne derselben, ferner mit Fischthran, Milch, Talg n. dergl.; wir findenderartige Mittel auch jetzt noch bei verschiedenen unkultivierten Völkerschaften in Asien ,Amerika, Südafrika und den Polarländern in Anwendung. Von den zivilisierten Völkernist das Verfahren der Anwendung von Fett als Gerbmaterial wesentlich verbessert worden;es gründet sich hierauf die Gerberei des Sämisch-, Fettgar- nnd Crownleders.

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WMM