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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Handschuhfabrikation.

Fabriken. Anerkannt muß aber werden, daß die bedeutendsten Erfindungen in diesemFache stets von Frankreich ausgegangen sind.

In der französischen Glaccehandschuhfabrikation werden gegen 70000 Arbeiter be-schäftigt, indem ebensoviel zur Zubereitung des Leders als zur Anfertigung der Wareselbst gebraucht werden. Die jährliche Produktion beträgt ungefähr 94 Millionen Paarim Durchschnittswert von 80 Millionen Frank.

Auch Österreich (Wien und Prag ) treibt ein bedeutendes Handschnhgescbäft und ver-sendet stark nach den Donaufürstentümern, Rußland n. s. w.

So einfach die Herstellung eines Handschuhes ist, da sie im wesentlichen nur ausdem Zuschneiden und Zusammennähen besteht, so ist auf die Vervollkommnung dieses

664. Fingrrfachznm ßmidschxhniihcn. 66b. xil»ii»c»fach.

Zweiges doch so viel Fleiß und Studium verwandt worden, daß in Frankreich seit Ansangdieses Jahrhunderts nicht weniger als 80 verschiedene Patente in diesem Fache erteiltworden sind. Darunter zählt außer verschiedenen mechanischen Hilfsmitteln genauesMaß- und Numeriersystem, wodurch im Schnitt und Sitzen des Handschuhes eine großeGenauigkeit erreicht ist.

Die Glaccehandschnhe werden aus den Fellen von Ziegen, Schafen und Lämmernfabriziert, an deren Lieferung sich fast alle Länder Europas beteiligen. Sachsen zeichnetsich hierbei dadurch aus, daß es die schönsten und gesuchtesten Zickel oder Felle vonJungziegen liefert. Die Zubereitung derFelle geschieht mit den Mitteln der na-mentlich in Berlin blühenden Weiß.gerberci, welche wir an anderer Stelledieses Werkes betrachtet haben und derenZweck ist, dem Leder die notwendigeWeiche und Dehnbarkeit zu erteilen. Dennobwohl es das Ziel eines systematischenZuschneiders ist, alle Modellierungender Hand gleich in den Schnitt zu legen,so ist dies doch in der Praxis nichtvöllig erreichbar; was noch fehlt, mußdas Leder durch seine Dehnbarkeit her-geben. Das Färben der Felle geschiehtjetzt zum Teil in besonderen Färbereienzur Bequemlichkeit der kleineren Hand-schuhschneider, welche nicht wie diegroßen Fabriken das Färben selbst be-sorgen können. Der sanfte Glanz der Glaccehandschnhe ist nicht das Ergebnis einerbesonderen Bearbeitung, sondern beruht aus dem Wert des Leders und der mehr oderminder guten Färberei.

Die zur Verarbeitung kommenden Felle sind aus ihrer Fleischseite noch rauh undfaserig, dazu an verschiedenen Stellen von ungleicher Ticke; sie verlangen daher eine Aus-gleichnngsarbeit, die das Tolieren genannt wird. Das auf einer glatten Marmorplatteausgebreitete Fell wird auf der ganzen Fleischseite mit einer breiten, sehr scharfen Klingein ganz flachen Schnitten und schabend so lange überarbeitet, bis es glatt und so gleich-mäßig dünn als möglich geworden ist. Erst nach dem Dolieren läßt sich die Brauchbarkeit

666—668. Knndschuhschttitt.

Lage der Nähte am gespannten Handschuh.