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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Verarbeitung der Haare, Garsten und Darme.

"Die Hnlmacherei. Boröereilcn dir Haare zur Erzeugung des Filzes. Das Fachen, Balken und plattieren.Das Formen und Appretiere». Hammers,lze, Dachfilze n. s. w. — Borsten, Bürsten und Pinsel. Sortierenund Zurichten der Borsten. Einsetzen. Naufiaröeil und eingezogene Arbeit, pinseltabrikation. — Darmsaiten.2hre Herstellung in Italien, Frankreich und Deutschland .

ie Erzeugung des Filzes. Das Haarkleid gewisser Tiere ist und war vonjeher das beste Schutzmittel des menschlichen Körpers gegen die Einflüsse einesrauhen Klimas, möge nun das Haar oder die Wolle samt der Haut oder ab-gesondert verwendet werden. Die Tierhaare waren wohl die ersten Faserstoffe,welche die entstehende Industrie zur Verwendung brachte. Vom Kostüm desBären-, Schas - oder Ziegenfelles bis zu den Künsten des Spinnens und Webcnsist aber ein großer Knlturweg, auf welchem viele kleinere Fortschritte Raum haben konnten,und es scheint wenigstens die Vermutung nicht unzulässig, daß schon in der frühestenZeit die Bereitung des Filzes, ein im Vergleich mit der Weberei so einfaches Verfahren,erfunden worden ist. Die Hutmacher haben einen vornehmen Patron, den heiligen Klemens,der der vierte Bischof von Rom war. Als dieser fromme Mann — so erzählt eine hübscheLegende — einst vor seinen Verfolgern auf der Flucht war, schmerzten ihn die Füße, under suchte Erleichterung darin, daß er sich etwas Wolle zwischen Fußsohlen und Sandalenlegte. Im Verlauf seiner weiteren Wanderung hatte sich die Wolle zu einem zusammen-hängenden Ganzen gestaltet, es waren ein Paar Filzsohlen entstanden, und da Klemenssah, daß die Sache gut war, sorgte er dafür, daß sie von Werklcnten weiter verfolgt undzu nützlichen Dingen angewandt wurde. Wenn nun auch feststeht, daß die Filzmachereinicht auf solche Entstehnngsgelegcnheit hat warten müssen, so zeigt diese Legende doch,wie leicht man überhaupt irgend einmal darauf verfallen konnte. Die tatarischen Nomaden-völker der asiatischen Steppen lebten wohl seit Jahrtausenden ganz in derselben Weisewie heute und verfertigen sich aus dieselbe Art wie vor Jahrtausenden ihren Filz zu denZelten, unter denen sie wohnen, sowie ihre eiförmigen Hüte. Ebenso alt ist der Filz-hut bei den Chinesen, und daß die Griechen nnd Römer Filzhüte trugen, ist ausgemacht.Die 6an8ia, makedonischen Ursprungs, war ein Hut mit runder Kuppe nnd breiter nachoben gebogener Krempe, von einer Form, die sich auch heute noch mitunter sehen läßt.In Frankreich datiert man den Gebrauch der Filzhütc von Karl VI. an.

Durch bloßes Zusammendrücken, Reiben, Klopfen, Bürsten und ähnliche mechanischeBearbeitung lassen sich nämlich, zumal unter Einfluß von Wärme und Feuchtigkeit, Wollennd andere Tierhaarc dergestalt ineinander wirren, daß ein fest zusammenhängender Stoff,wenn entsprechend bearbeitet, von bedeutender Widerstandskraft gewonnen wird. Überdas Wie und Warum dieses Erfolgs konnte aber erst das Mikroskop Aufschluß gebent eszeigte, daß die Tierhaare keineswegs einfache Röhrchen, sondern daß sie auf ihrer ganzen