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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Hutmacbcrci. Vorbereiten der Haare zur Erzeugung des Filzes.

Oberfläche mit feinen, schräg auswärts gerichteten Spitzen oder statt dessen ebenso gestelltenringelartigen Schuppen besetzt sind. Diese Ansätze wirken wie die Grannen einer Gerstcn-ähre, vermöge welcher diese bekanntlich in dem Ärmel bald bis zur Achsel emporkriecbt;sie gestatten die Ineinanderschicbnng in einer Richtung, bilden aber ebenso viele Riegelgegen das Rückwärtsgehen.

Der Hntmacher ist der hauptsächlichste Filzarbeiter; denn wenn auch jetzt noch einTeil der Männerwelt Seidenhüte trägt, d. h. solche, die aus einer Unterlage von Filzoder künstlich gesteistem Zeug und einem Überzug von Seidenstoff (Felbel) bestehen, sobleibt ein ganz aus Filz bestehender feiner Hut doch immer ein wertvolles Stück undwird auch trotz aller Wettbewerbung immer seine Liebhaber behalten. Übrigens sind auchdie Filznnterlagen der Seidenhüte Erzeugnisse der gewöhnlichen Hntmacherarbeit. EinTeil der Hntmacherei sorgt übrigens auch für die Warmhaltung der Füße durch Sockenund Filzstiefel, meistens eine gröbere Filzarbeit, aus der sich erst in jüngerer Zeit auchfeinere, auf Eleganz Anspruch machende Erzeugnisse entwickelt haben.

Den gewöhnlichen Rohstoff zu Filzhüten bilden Hasen- und Kaninchenhaare, letzterefür geringere Hüte. Auch die fast ganz ausgestorbeuen Kastorhüte erhalten eine Unterlagevon geringem Filz, die teuren Biberhaare bilden stets nur eine dünne Oberflächenschichtoder sogenannte Plattiernng. Unechte Kastorhüte, in welchen der Biber durch das Haarder Fischotter, der Moschusratte oder noch anderer kleiner amerikanischer Pelztiere vertretenist, fertigt man namentlich in England. Zu gröberen Hüten nimmt man Lammwolle undKamelhaar, auch wohl solches vonKälbern. Etwas feine Lamm- oderVicvguewolle bildet übrigens einenstehenden Zusatz auch bei feinerenHutsilzen, um eine leichtere Verarbei-tung zu erzielen. Denn nicht allesHaar filzt sich gleich gut, am besten immer die Schaf- und Vicognewolle. Das Hasen-haar muß sogar, um es zum Kräuseln und Verfilzen geneigter zu machen, einer Vorbereitung durch Beizen unterworfen werden. Die Beize (mit einem überflüssigen, sprachlichauch ganz falsch gebildeten Fremdwort auch Secretage genannt) besteht aus einer Lösungvon Quecksilber in Scheidewasser mit Zusatz von Ätzsublimat und weißem Arsenik und wirdaus das Haar gebracht, während es noch am Felle sitzt. Das Abhaarcn geschieht seltenerdurch Ausrupfen, wobei die langen Stachelhaarc stehen bleiben und nur das weiche Unter-haar gewonnen wird; meistens stutzt mau die langen Haare mit einer Schere ein undnimmt dann den ganzen Haarbesatz mit einem scharfen Messer ab. In England benutztman zur Enthaarung auch Maschinen mit auf- und niedergehendem Messer, welche mitgroßer Sauberkeit arbeiten, ohne in die Hant zu schneiden. Von den Langhaaren desBiberfells darf gar nichts in die Filzmasse kommen; man rupft sie daher vor dem Scherensorgfältig mit der Hand aus.

Beim Haarschueideu entnimmt man von den verschiedenen Körperteilen verschiedeneSorten; die Rückenhaare sind bei jeder Tierart die besten. Sondern und Mischen ist über-haupt bei der Hutmacherei von Wichtigkeit. In größeren Fabriken benutzt man zumTrennen gröberer und feinerer Fasern sowie zur Vermischung verschiedener Gattungenauch eine Maschine, ein Blasewerk nach dem Prinzip der gewöhnlichen Kvrnsege. Dieerste Bearbeitung der Haare, das Fasern und Reinigen, erfolgt bei Handbetrieben durchSchlagen derselben aus geflochtenen Horden mit Stäben, sonst aus einer Maschine mitReißkrempelwalzen.

Das Filzen. Die erste die Verfilzung einleitende Behandlung bildet das Fachen,wodurch das Haar aufgelockert, von Staub und den gröbsten Borstenhaaren befreit undzugleich die parallele Lage der einzelnen Fasern zerstört wird. Auf eine auf dem Werk-tische stehende, aus dünnen Leisten zusammengesetzte Hürde, durch deren Zwischenräumeder Staub u. s. w. durchfallen kann, wird die zu einem Hute erforderliche abgewogeneMenge Haare gebracht und der Fachbogen in Thätigkeit gesetzt. Dieser letztere gibt dasBild eines Baßbogens im vergrößerten Maßstabe, denn der Bogenstock ist 1,6—2 in lang,

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671 . Gin Sikerhoar' unter' dem Mikroskop.