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Tie Lnttmacherei. Das Filzen, Fachen und Walken.
in der Tampfatmosphäre eines heißen Kessels betrieben wird, so leuchtet ein, daß derHut schon während seines Entstehens ein schweißtreibendes Mittel ist.
Tie Wirkung des Walkens ist eine sehr bedeutende Verdichtung dcS Filzkörpers, be-gleitet von einer entsprechenden Größenvcrmindernng, und zwar geht letztere so weit, daßdas Format dcS Filzes fast um zwei Drittel der anfänglichen Größe schwindet. BeiKastor- und anderen plattierten Hüten geschieht die Plattiernng während des Walkens:man belegt den Filz sauber mit einem dünnen Fach des cdleren Stoffs und walkt beideSchichten in eins.
An das Walken schließt sich gleich das Formen, wobei dieselben Werkzeuge unddieselbe Walkbcize dienen. Um die Spitze der Filzkappe verschwinden zu lassen, drückt mansie zunächst nach innen, dann wieder in geringerem Maße nach außen, dann wieder ein-wärts und so fort, bissie gänzlich zu einer An-zahl ringförmiger Falteneingeschrumpft ist, welchenunmehr durch energi-sches Walken mit denHänden unter häufigerheißer Bcnetznng zumVerschwinden gebrachtund zu dem flachen Teckelumgeformt werden. Tannwird der Hut über eineHolzform gezogen undalle Teile genau an die-selbe angcarbeitet, nahezu nnterst aber eineSchnur umgelegt unddarüber der Rand anf-gekrempt.
Die somit gewalktenund geformten Hüte kom-men nun nach Erforder-nis in die Farbe. DasFärben hat, wenigstensbciHaarfilz, seine Schwie-rigkeiten, geschieht abermit denselben Mitteln,die auch der gewöhnlicheFärber anwendet. DasSchwarzfärbcn erfordertetwa zehn Stunden, während welcher Zeit die Hüte in dem heißen Farbkesfel fleißig um-gelegt, auch zwischendurch einmal an die Luft gesetzt werden müssen. Nach Befreiung derHüte von der lose ansitzenden Farbe durch vieles Wasser werden sie in erwärmtem Raumegetrocknet und dann geglänzt, d. h. über einer Holzform mit nassen Bürsten immer inderselben Richtung Übergängen. Nach abermaligem Trocknen folgt das Steifen. DieHüte werden dabei auf der Innenseite mit einer Appretur getränkt, die, sonst aus Leimund Gummi n. dcrgl. bestehend, jetzt wohl allgemein durch eine wasserdichte Steife ersetztist, deren Hauptinhalt eine weingeisthaltige Schellacklösung bildet. Nach dem Steifen folgtdas Zurichten, wobei der Hut seine vollendete Form, den Strich und Glanz des Haareserhält. Das Bügeln, unter abwechselnder Anwendung von Bürsten, bildet beim Zurichteneine Hauptsache: auch rupft man dabei die noch vorstehenden steifen Haare mit einerZange aus. Meistens bedient man sich beim Bügeln einer Art Drehbank; der Hut ist aufeine an der Spindel sitzende Form gezogen und läuft immer in einer Richtung gegen
473. tinllulükerri.