Herstellung der Bürsten. ii<»1
sehen läßt. Das Kunststück besteht darin, daß die Stücke im Inneren sv victmat längshindnrehbvhrt sind, als Büschclrcihcn vorhanden; in diese inneren Kanäle münden die Büschel-löcher; das Bindemittel ist geglätteter Zwirn; man zieht einen Faden durch das Langloch,holt bei jedem Büschelloch eine Schlcise desselben heraus, legt die Borsten ein und ziehtsest; die kleinen Löcher an den Enden werden schließlich verkeilt und verputzt.
Der Bürstenbinder macht auch gelegentlich gedrehte Arbeit, indem er zwischen zweiausgespannte, sich berührende Drähte gleichlang geschnittene Borsten sv einbringt, daß siegerade in der Mitte gefaßt werden. Wird dann diese Zurichtung mittels einer Kurbel ge-dreht, so ordnen sich die Borsten in einen schraubenförmigen Gang, erhalten zugleicheinen festen Sitz, und man hat je nach Umständen eine Flaschenbürste, einen Gewehr-oder Pfeifenräumer u. dergl.
Auch dem Bürstenbinder hat man mehrfach mit Maschinen ins Handwerk zu greisengesucht, bis es endlich vollständig gelungen ist. Es ist bereits vor etwa fünfzehn Jahrenvon einem Herrn Woodbury in New Dort eine sinnreich erdachte und leistungsfähigeMaschine zur Bürstenfabrikation erfunden worden, deren Beschreibung wir mit Bezug aufdie Abb. 678 u. 679 folgen lassen. Die Arbeitsausführung dieser Maschine besteht imwesentlichen aus der Befestigung der Borsten im Bürstenholze nach einer von der obenbeschriebenen Verfahrungsweiscn gänzlich verschiedenen und dabei sehr praktischen Methode.Bei dem Wvodbnryschen Verfahren werden die Löcher, die zur Aufnahme der Borstenim Bürstenholze dienen, nicht ganz durchgebohrt, so daß nicht ein besonderes Rückenhvlzzur Vcrdcckung der eingesetzten Borstcncnden und zum Schutze der dieselben festhaltendenFäden oder Drähte aufgeleimt zu werden braucht, was selbstverständlich von Vorteil ist.
Die Herstellung der Bürsten nach Wovdbnrys Verfahren geht in der folgenden Weisevor sich. Die Bürstenhölzer werden der Fabrik bereits in der gehörigen Form geliefert,und die Stellung der Löcher für die Befestigung der Borsten ist darauf mittels Einpressungdurch eine geeignete Maschine angegeben. Die Löcher selbst werden alsdann mittels einerbesonderen, sehr zweckmäßig eingerichteten kleinen Bohrmaschine eingebohrt, wobei dieMaschine auf die gewünschte Lvchtiefe eingestellt wird, so daß alle Löcher ohne weiteresgenau gleichtief werden. Bitt einer solchen Maschine kaun ein Arbeiter in zehn Stunden50 — 60000 Löcher bohren.
Die Borsten werden unterdessen mittels eines besonderen Apparates zwischen dieZähne großer Metallkämme eingesetzt, so daß dieselben für die Wirkung der Borsteu-einsetzmaschine bereit gehalten werden. Znm Zweck dieser Anordnung der Borsten nimmtder Arbeiter ein Bündel derselben in die Hand, breitet dieselben aus und schiebt sie raschzwischen zwei seitlich vorstehende Leisten seines Apparates ein; durch Niedertreten einesFußbrettes werden die Borsten von diesen Leisten eingeklemmt und sv zwischen zweiZähne des in dem Raume befindlichen Kammes gebracht. Der Kamm bewegt sich dannabwärts, und ein frisches Borstenbündel wird zwischen das nächste Paar Zähne gebracht;so wird die Arbeit fortgesetzt, bis alle Zähne des Kammes mit Borsten gefüllt sind.
Bürstenhölzer und Borsten sind nunmehr znr weiteren Herstellung der Bürstenbereit, und znr Ausführung dieser Arbeit dient die bereits erwähnte, in Abb. 679 dar-gestellte Maschine, deren hauptsächlich wirksame Teile sich in einem vorstehenden Armebefinden, unter welchem ein verstellbarer Tisch angebracht ist. Der mit den Borsten ge-füllte Kamm wird hinter den erwähnten Arm in schräger Lage auf eine Führung gelegt,und die in Thätigkeit versetzte Maschine ergreift mit Zähnen die Borsten und führt die-selben durch einen spiraligen Gang, wobei eine Spitze die zu einem Bündel nötige Mengeabteilt. Unter dieser Spitze befindet sich ein Keil, welcher das Bündel über ein Rohrund unter einen eingekerbten und geschlitzten Stempel führt, wie Abb. 678 zeigt. DieserStempel preßt im Niedergänge das Borstenbündel durch das Rohr hindurch, wobei dieBorsten in der Mitte erfaßt und mit ihren Enden beiderseits nach oben gerichtet werden,indem sie sich in die Einkerbung des Stempels beiderseits cinschmiegeu. Am unteren Endedes Rohres befindet sich eine Mutter mit einem spiralig eingeschnittenen Gewinde. DieMutter ist mit seitlichen Löchern versehen, und wenn das doppelt zusammengebogeneBorstenbündel in dieselbe eintritt, wird ein Draht selbstthätig von einer Rolle abgewunden,