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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Hcrsicllnng der Uauischiilwarcii. Acnvcitung der Uanlsclinkabsälle.

Wiederverwertung der KautsciinkabiäUe.

So leicht die Wiedergewinnung der nicht vulkanisierten Kantschukabfälle durch ein-faches Zusammenkleben auf Walzen ist. so schwer ist die Wiedernutzbarmachung der vulka-nisierten Abfälle jeder Art. Die große Widerstandsfähigkeit des vulkanisierten Kautschuksgegen Lösungsmittel ist bei der RegenerationdcsKantschnks das am schwersten zu überwindendeHindernis. Alan hat zahlreiche Biethoden zur Wiedcrverwertung in Vorschlag gebracht,doch lassen sich alle diese verschiedenen Methoden in drei Kategorien einteilen, l) Mecha-nische Zerkleinerung der Kautschukabfülle und Verwendung des erhaltenen Pulvers alsZusatz bei der Verarbeitung neuen Kautschuks. 2) Erhitzen der vulkanisierten Kautschuk-abfälle bis zum Schmelzen und Vertuenden der erhaltenen pechartigcn Kantschnkmasse alsBeimischung. 3) Teilweise Entschweflung des Kautschuks und Auflösen in geeignetenLösungsmitteln, Verdampfen des Lösungsmittels und Benutzung des erhaltenen Rückstandes.

Bei dem ersten Verfahren werden vulkanisierte Abfälle auf Walzen zerquetscht.Wesentlich erleichtert wird die Zerkleinerung, wenn man die Abfälle in einem geschlossenenGefäße mit Benzin befeuchtet und dann 24 — 36 Stunden lang gelinde erhitzt. DasKautschuk quillt dann zu seinem 3—4 fachen Volumen auf und läßt sich hieraus auf eng-gestellten Walzen zu einem sehr feinen Pulver vermahlen. Man verwendet dasselbenamentlich zur Herstellung der billigeren Kautschnkwaren, wie Bälle, Matten, Läufer.Es dient hauptsächlich als Füllmaterial, hat aber den mineralischen Stoffen gegenüber denVorteil, daß es elastischer ist. Bei seiner Verwendung muß darauf Rücksicht genommenwerden, daß man den Schwefelznsatz auf die Quantität reinen Kautschuks etwas vermindert,da der in dem Kautschnkpulver vorhandene überflüssige Schwefel znr Geltung kommt.

Bei der zweiten Vcrwertungsmethode schmilzt man die zerschnittene Kantschnkmasseüber offenem Feuer in einem Kessel. Alan erhält daS Kautschuk hierbei als eine pech-artige, äußerst klebrige Masse, die in der kalten Zeit zu einem festen Klumpen erstarrt,während sie in der warmen Jahreszeit zäh, beinahe halbflüssig ist. Man benutzt dieerhaltene Kautschnkmaffe gemischt mit anderen Stoffen, wie Leinöl n. s. w. zum Herstellenvon wasserdichten Geweben, oder mischt sie mit reinem Kautschuk und benutzt sie zumGummieren der als Einlage zu Schläuchen u. s. w. verwendeten Leinwand. Die Kleinig-keit, die sonst ein Hindernis bei der Verwendung bildet, hat in diesem Falle den Vorteil,daß sie Einlage und Gnmmimasse möglichst innig miteinander verbindet.

Außerordentlich zahlreich sind die Methoden, die man in Vorschlag gebracht hat, dieKantschukabfälle zu entschwefeln und dadurch wieder verwendbar zu machen. Man suchtezu diesem Zwecke die Abfälle in geeigneten Mitteln zu lösen, von den enthaltenen Bei-mischungen durch Absetzen der Lösung mechanisch zu trennen und hierauf die Lösungs-mittel durch Destillation von dem Kautschuk abzndestillieren. Den bekannt gewordenenMethoden haftet der Nachteil an, daß die Lösung von dem Kautschuk kaum vollständig zuentfernen ist. Sind zur Lösung leicht verdampfbare Flüssigkeiten verwendet worden, sobedingen die zurückbleibenden Reste dieses Lösungsmittels bei der Wiederverwendung desregenerierten Kautschuks leicht Blasigwerden der aus demselben hergestellten Gegenstände.Hat das verwendete Lösungsmittel einen eigentümlichen Geruch, so haftet dieser demregenerierten Kautschuk an und überträgt sich auf die hergestellten Waren, wodurch dessenVerwendung wesentlich beeinträchtigt wird. Enthalten die zu verwertenden KantschukabfälleStoffeinlage, ivie z. B. Gummischuhe, so behandelt man die Abfälle mit Schwefelsäureoder Salzsäure, um diese Stoffeinlagen zu zerstören.

Die Guttapercha.

Dem Kautschuk sehr nahe verwandt ist die Guttapercha, gleichfalls der verdickteMilchsaft von Bäumen. Die Bekanntschaft mit demselben ist noch ziemlich jung. Zwarwaren schon im Jahre 1830 Muster dieses Harzes aus Singapore an die asiatische Ge-sellschaft in London gesandt worden, sie fanden aber keine Beachtung. Diese wurde ersterregt, als im Jahre 1843 Montg om ery dem Londoner Gewerbeverein aus Ostindien Mit-cilnngen über den gleichen Gegenstand machte und gleichzeitig den Stiel einer Axt vorlegte,