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Kautschuk und Guttapercha.
der sich in warmem Wasser erweichen und biegen ließ. Welchen raschen Aufschwung die Ein-führung seit dieser Zeit gewonnen hat, können wir am besten durch nachstehende statistischeDaten veranschaulichen: Im Jahre 1844 wurden znm erstenmal 100 lc^ Guttapercha vonSingapore nach Eurvpa geschickt, 1840, also 2 Jahre später, betrug die Einfuhr 323 955 lc^,im Jahre 1858 betrug sie 720000, und jetzt hat sie die Höhe von 1500000 KZ erreicht.In den Jahren 1869—1871 wurde in England an Guttapercha eingeführt:
Im Jahre ,, Ocnliier Wert Psund SielNng
1869 15398 95616
1870 34514 I9695I
1871 25966 196942
Im Jahre 1884 wurde die Ausfuhr der verschiedenen Produktionsländer wie folgt geschätzt:
. . . 549 Pikuls
— 33159,0 b
Malaiische Inseln . .
. . . 1527 „
- 92230,8 ,
Java.
. . . 584 „
— 35273,8 ,
Labuan .
. . . 245 „
— 14798,v ,
Sararwak.
. . . 2115 „
^ 127746,« ,
. . . 24966 „
-- 1507946,4 ,
Andere Inseln . . .
. . . 22081
--- 1333692,4 ,
52067 Pikuls 3114846,8 bx
Die Gesamtproduktion wird gegenwärtig aus 4000000 lc§ im Werte von ungefähr40000000 Mark veranschlagt, wovon allein in England 2400000 verbrauchtwerden, während der Rest in den übrigen Ländern verarbeitet wird.
Mit der steigenden Nachfrage nach Guttapercha mußten auch neue Fundorte auf-gesucht werden, um den Bedarf des Marktes zu befriedigen. Zuerst wurde Guttaperchanur in den Sümpfen von Dschohor auf der Insel Singapore gesammelt, und bald warendiese von Scharen Malaien und Chinesen in allen Richtungen durchsucht. Dadurchwurden die Eingebornen mit dem Werte des Materials bekannt, und nun sammeltenauch sie mit großem Fleiße. Das verbreitete sich in kurzer Zeit immer weiter im IndischenArchipel, und jetzt wird Guttapercha nördlich von Singapore bis Pinang gewonnen, östlichin Borne», wo es zu Brnui, Sarawak und Pontianak an der Westküste und zu Keti undPasser an der Ostküste sich findet, endlich südlich längs der Ostküste von Sumatra undaus Java. Der Handel mit Guttapercha befindet sich fast gänzlich in den Händen derBritischen Guttapercha-Handelsgesellschaft. Dieser ist es auch zu danken, daß die Ver-wüstungen aufgehört haben, welche der gesteigerte Begehr nach diesem nützlichen Stoffeanfänglich im Gefolge gehabt hatte. Mau begnügte sich nicht damit, die Bäume anzuzapfen, wie beim Kautschuk, sondern schlug sie kurzweg nieder; da der Saft nur langsamund spärlich ausfließt, auch leicht erstarrt, deshalb öfteres Nachsehen und Erneuern derWunde nötig ist, so erschien dies zu langweilig; man vernichtete lieber ein 100 jährigesWachstum in einem Augenblick, schälte die Rinde ab, sammelte den Saft und goß ihn ineinen aus Pisangblättern gebildeten Trog. Man kann sich einen Begriff von den dadurchveranlaßten Verwüstungen machen, wenn man erfährt, daß ein Baum nicht mehr als10—15 ÜF Saft liefert, und damit die erwähnten Massen Guttapercha vergleicht, dievon Singapore , dem Hauptsitz des Handels, aus verschifft worden sind; es müssen diesennach in den ersten vier Jahren wenigstens 300000 Bäume gefällt worden sein. Gegen-wärtig sind die Agenten der Handelsgesellschaft angewiesen, Prämien für das Abzapfenzu bewilligen; doch werden immer noch Bäume geschlagen, weil die Meinung verbreitetist, das von ihnen gewonnene Gummi sei das bessere.
Der Milchsaft, aus dem die Guttapercha gewonnen wird, zirkuliert längs des Stammes,zwischen der Rinde und dem holzigen Teile der Rinde. Die Guttapercha findet sich in demSafte in kleinen Kügelchen schäumend; diese Kügclchen haben nach dem Ausfließen des Saftesgroße Neigung, sich zu einer festen Masse zusammenzuballen. Die von Borneo stammendeGuttapercha nennen die Malaien „Njato"; die von Sumatra kommende „Balam".Nicht selten wird die Guttapercha mit anderen Pflanzensäften gemischt; wir erwähnen:(lutta tadaa, Olutta MrscN, Outta litatta oder Iltjoll, Eutta. AalsMUß; u. s. w., welche auchzu der Familie der Sapotaceen gehören, aber in verschiedenen Ländern vorkommen,