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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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(Gewinnung der Guttapercha. 711

emgetrockuete Pflanzensäfte, welche in physikalischer und chemischer Beziehung große Ähnlichkeit mit der Guttapercha haben. Die wichtigeren darunter sind folgende: Ollrz-sopdMnmund luiaouiua in Brasilien, Madras sapotu in Südamerika , die man auf Java unter demNamen 8amc> Aanilla pflanzt; Kobras australis auf Queensland . Mehrere Mimusopsvon Java, Guyana, Brasilien , Ceylon, Gaban u. s. w. Imdricaria eoriaosa auf der InselManrice und Madagaskar . Im Handel kommen noch einige der Guttapercha ähnlicheSubstanzen vor, über deren Abstammung und Gewinnung man noch nicht recht unterrichtetist, wie z. B. Entta berdol aus Englisch-Judien, dehnbares Gummi von Guyana u. s. w.

Einem von einem Konsulate an das preußische Handelsministerium erstatteten Be-richte entnehmen wir noch folgende Angaben. Der Hauptmarkt für die im ganzenindischen Archipel gewonnene Guttapercha ist Singapore . Von den im Handel vor-kommenden Sorten sind neben der Guttapercha oder 6utta tadan oder Eutta msrall(rote oder gemeine Gutta) die wichtigsten: die Ontta möntaü oder Outta virgiu (dereingetrocknete Saft des Baumes ohne weitere Bearbeitung); die Ontta 8min (weiße gemeineGutta); die (lntta pustts (weiße Gutta), dem auf den Markt gelieferten Quantumnach eine der bedeutendsten Sorten; endlichdie Outta massall, Raboilaä-Entta, die zuSingapore und zu Pontianak von den chine-sischen Händlern aus verschiedenen Gutta-sorten znsammengekocht wird, und derenQualität natürlich je nach der Güte des ge-brauchten Materials und der auf das Kochenangewandten Sorgfalt wechselt. Übrigenswird mit Ausnahme der Entta pntoll wohlselten eine Partie aus einer Sorte be-stehender Gutta auf den Markt gebracht. DieLeichtigkeit, mit der es den Eingebornen mög-lich ist, die Ware zu fälschen, erheischt diegrößte Aufmerksamkeit und eine genaue Kennt-nis des Artikels seitens der europäischenKänfer. Da diese letztere Voraussetzung nurauf wenige Kaufleute zutrifft, so hat sich dasGeschäft zu Singapore in den Händen von nurzwei oder drei Handlungshäusern vereinigt.

Die Guttapercha stellt eine faserigeMasse dar, die je nach ihrer geringeren odersorgfältigeren Herstellung verschiedene Färbung zeigt. Die besten Sorten sind nahezuweiß oder grauweiß mit einem Stiche ins rötliche; geringere Sorten haben eine brauneFärbung und sind meistens durch Rinden, Holzstückchen, Steine und Erde verunreinigt.Bei gewöhnlicher Temperatur ist die Guttapercha zähe, elastisch und dehnbar; bei 25 "6.wird sie biegsam, bei 48 "0. beginnt sie zu erweichen und läßt sich unter Anwendung vonstarkem Druck kneten; zwischen 55 und 60°6. ist sie so plastisch, daß man sie zu Röhren,Fäden, Platten, Bändern u. s. w. ausziehen und pressen kann. Bei 100°0. wird sieklebrig. In kochendem Wasser verlieren die Stücke ihre Form, quellen auf, werdenklebrig und fadeuziehend, wobei sie 5 — 6°/g Wasser aufnehmen, das sie nur langsamwieder abgeben. Wird die im Wasser aufgequellte Guttapercha auf 150°0. erhitzt, soverliert sie, ohne sich zu verändern, wieder ihren Wassergehalt. Von den meisten chemischenAgenzien, Alkalien, Salzlösungen, verdünnten Säuren, selbst Flußsäure wird sie nichtangegriffen. Sie löst sich dagegen leicht in Schwefelkohlenstoff und Chloroform und beigelinder Erwärmung in Benzin, in flüchtigen Steinkohlenteerölen und Terpentinöl.

An der Luft und dem Licht ausgesetzt, erleidet die Guttapercha rasch eine Ver-änderung, die wahrscheinlich auf einer Oxydation beruht, und wobei sich gleichzeitig einscharfer Geruch entwickelt. Diese Veränderung der Guttapercha geht besonders rasch vorsich, wenn sie an der Luft einer Temperatur von 25 — 30« in Form von dünnen Platten,

Zweig des Knttnperchadaumes.