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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Verarbeitung der Guttapercha.

erhitzt, In neuerer Zeit wendet man Knetapparatc vvn Werner L Pfleiderer in Ccmn-slatt <s. Mastikator bei Linoleums an, die gleichzeitig eine Aussangung der Luft aus derGuttapercha belvirken. Zum Entfernen von Rindcnstncken und anderen mechanischenBeimischungen Preszt man in neuerer Zeit die Guttapercha in starkgebauten und heizbarenPressen durch ein feines Metallsieb. Tie Guttapercha dringt im erweichten Zustande inFäden durch das Sieb hindurch, und die anderen Beimischungen bleiben zurück.

Zur Herstellung der meisten Gegenstände wird die Guttapercha nicht rein angewendet;meistens mischt man sie beim Kneten mit einer Reihe von Substanzen, deren Mengenach den Eigenschaften bestimmt wird, die die fertige Guttapercha haben soll. TieGuttapercha findet größtenteils ihre technische Verwendung in nicht vulkanisiertem Zustande.GlS Beimischung zu Guttapercha verwendet man fast dieselben Substanzen wie zu Kanllschick, als da sind: Kolophonium, Asphalt, Judenpech, Kalk u. s. w. Mit Schwefel erhitztund gemengt, gibt sie eine hornartige Masse wie Hartgummi. Soll die Guttapercha inbestimmte Formen gebracht werden, so kommt sie ohne Wasser in einen erwärmten Knet-apparat, ähnlich wie das Kautschuk; ist sie darin in einen weichen, gleichmäßigen Teigverwandelt, so gelangt sie in ein mit Dampf erhitztes Walzwerk, welches daraus Plattenoder Bänder formt. Tie Darstellung der Röhren aus Guttapercha geschieht aus demweichen Teige auf einer Maschine, welche genau einer Schlauchmaschine entspricht. Fädenund Schnüre werden gerade so gewonnen wie aus Kautschuk. Erwärmt fügt sich dieGuttapercha fest aneinander, ohne Kitt, läßt sich in Formen drücken, über Kernepressen n. s. w. Die meisten Gegenstände, hohle oder massive, werden durch Pressen inmetallenen Formen, oder durch Zusammensetzung aus einzelnen durchgeschnittenen Stücken,die man durch Lötung, d. h. Erhitzen der zu verbindenden Teile mit einem heißen Eisenund Zusammendrücken der Ränder vereinigt, hergestellt. Hat man Gegenstände zu formen,die sehr kompliziert sind, und bei denen man befürchten müßte, daß sich Luftblasen aneinzelnen Stellen bilden würden, so füllt man die Form mit einer zu Mehl zerriebenenGuttapercha. Tie Form wird vorher erhitzt und das Gnttaperchamehl durch starkenDruck in die Form eingepreßt. Von den zahlreichen Gegenständen, die man versuchthat, aus Guttapercha und Guttaperchakompositionen herzustellen, sind relativ mir wenige inden allgemeinen Gebrauch Übergängen. Als die wichtigsten davon erwähnen wir: Röhrenfür ätzende oder saure Flüssigkeiten, Gefäße für Chemikalien, Treibriemen, dünne Blätterznm Einpacken von Chemikalien, Formen für Galvanoplastik, chirurgische Instrumente,Sonden, Katheter n. s. w. Die wicbtigste Verwendung, die die Guttapercha gesunden hat,ist die zur Umhüllung von Telegraphendrähten, sowohl für Erd- als Wasserleitungen.

Siemens war der erste, der die Guttapercha znm Zwecke de? Umhüllung unterirdischerTelegraphenleitungen empfahl. Es wurden zuerst unterirdische Leitungen zwischen Berlin und Potsdam, später zwischen Berlin und Köln und Berlin Frankfurt mit solchen durchGuttapercha überzogenen Drähten hergestellt. Nach mühsamen und kostspieligen Versuchenwar man jedoch genötigt, von der Verwendung der Guttapercha zu obigem Zwecke wiederabzustehen, weil sich soigcnde Übclstände zeigten: 1t wurde die Bekleidung der Drähte vonErdratten und Mäusen, deren Gänge und Bauten mit der Leitung in Kollision kamen, angefressen; 2> war durch Unvollkommenhcitcn in der Fabrikation die Umhüllung mitunter soexzentrisch, daß der Draht statt in der Mitte sich ganz nahe an der Seite befand und dadurchnur eine unvollkommene Isolierung stattfand.

Walker griff die Versuche Siemens' wieder auf. Nachdem er vorher im Hafen vonFolkeston eingehende, gelungene Versuche angestellt hatte, wurde die erste unterseeische Leitungzwischen Frankreich und England ausgeführt. Nachdem so die Lcgung einer submarinen Tele-graphenleitung zwischen Calais und Dover gelungen war, folgten bald andere im Mittel-meere, die sich alle ausgezeichnet bewährten, und es tauchte bald die Idee auf, eine Tele-graphenleitung von Europa nach Amerika zu legen; ihre Ausführung glückte allerdings erstnach verschiedenen Versuchen. Das Kabel von 1865 hatte als Leitung einen Strang aus siebenKnpfcrdrähtcn lscchs um einen herum, und 150 bx per Seemeile schwer), die in ChattertonscheMasse gefüllt waren: jeder Draht hat Nr. 18 des Trahtmaßcs, der Strang Nr. 14 derDrahtlehrc. Die Isolierung bestand aus vier Lagen Guttapercha, abwechselnd mit vier LagenChattertonschcr Masse, 200 schwer per Seemeile. Den äußeren Schutz bildeten 10 Drähte8ir. 15 der Drahtlehrc aus Webstcrs und Horssalls homogenem Eisen gezogen, deren jedereinzelne vvn sünf Strängen mit einer konservierenden Masse getränkten Manilagarnsumgeben war. Das Ganze wurde spiralförmig um den Kern gelegt, der niit gewöhnlichemHanf umwickelt war. Das Gewicht des Kabels betrug in der Luft .35^ ^ Zentner, im WasserBuch der Erfind. VIII. 0t>