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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Kautschuk und Guttapercha.

14 Zentner per Seemeile. Die Zerreißungsfähigkcit war 7 Tonnen 15 Zentner oder dasElssachc seines Gewichtes im Wasser per Knoten; die Bruchfestigkeit war also 4,ei mal so großals die für die größte vorkommende Tiefe erforderliche Stärke.

Die Umhüllung des Telegraphendrahtes mit Guttapercha geschieht in einem ähnlicher,Apparate wie die Herstellung der Guttapercharöhren. Wir geben hier die Beschreibungder Fabrikation nach Fonrobert L Prückner. Die zum Umpressen dienende Guttaperchamuß gut gereinigt und bearbeitet, hauptsächlich aber völlig entwässert sein. Die gutbearbeitete Guttapercha wird in Quantitäten von 4—5 üx warm zerschnitten und je3—5 °/o Schwefelblüte zugesetzt. Der Schwefel wird während des abermaligen Durch-walzens auf die Guttapercha allmählich eingestreut und durch gutes Auswalzen völliggleichmäßig damit gemischt. Die geknetete Masse kommt in Form von Zöpfen in einenHochdruckkessel und wird hier einer acht Atmosphären Druck entsprechenden Temperaturausgesetzt. Es tritt eine teilweise Vulkanisation der Guttapercha ein; gleichzeitig bewirktdie hohe Temperatur die Verflüchtigung der letzten Spuren Wasser unter Beihilfe einesExhaustors, der mit dem Erhitzungskessel in Verbindung steht. Die teilweise vulkanisierteGuttaperchamasse kommt nun in den zum Umhüllen der Drähte bestimmten Apparat.Dieser besteht gewöhnlich aus einem 2—2Vs m langen, 24 ein weiten, sehr starkenCylinder in horizontaler Lage. Eine 12 oin dicke Schraubenspindel drückt den Kolbenlangsam in die Masse. Die Bewegung der Spindel ist mit zehn Pferdekräften durch Ver-setzung bewirkt. An dem vorderenTeil des Cylinders ist der sehr massivgearbeitete Kopf mit den Mundstückenangebracht. In diesem Kopfe sind beider einen Maschine sechs, bei deranderen nenn Mundstücke angebracht;ebenso viele Drähte werden alsogleichzeitig von der Maschine um-preßt. Die Masse kommt aus deinCylinder und kann nur durch denkonischen Raum entweichen. Durchdie Mitte dieses Raumes ist aber vonunten der Draht durch ein starkesMetallstück durchgeführt, so daß die Masse mit dem Draht aus dem Mundstück hervortritt,den Draht ungemein fest umschließt und mit sich durchpreßt. Dabei ist zu bemerken, daßder Draht in der Sekunde ca. einen Zoll vorrückt und die Temperatur nicht zu hoch ge-halten wird, da sonst die Masse nicht hart und dicht genug wird. Besondere Vorsicht istnötig beim Einbringen der Masse in den Cylinder, um womöglich alle Luft hinweg-zubringen. Eingeschlossene Luft beschädigt das Fabrikat, indem jede Luftblase vor dem Mund-stück zerplatzt. Die umpreßten Drähte gehen zur Abkühlung über einen nassen Schwammund zwischen Tuchlitzen hindurch nach der oberen Etage, wo sie, nachdem die Guttaperchadie nötige Festigkeit erlangt hat, aus einen Haspel aufgewickelt werden. Vom ersten Haspelwerden sie auf einen zweiten gewunden und die beschädigten Stellen von einem Arbeiterausgebessert. Hierauf wird die Prüfung der Isolierung des Drahtes vorgenommen.

Bei dem großen Verbrauch der Guttapercha zu diesem Zwecke und der geringen Pro-duktion hat die Guttapercha in der letzten Zeit eine nngemeine Preissteigerung erfahren.Man hat daher versucht, ein Ersatzmittel, das wie die Guttapercha eine so gute Isolierungund so dauernde Widerstandsfähigkeit, namentlich gegen das Seewasser besitzt, aufzufinden,was aber noch nicht befriedigend gelungen ist. Für Erdkabel wendet man künstlicheMischungen aus Kautschuk mit Harz und Paraffin an, deren Zusammensetzung gewöhnlichgeheim gehalten wird. So stellt z. B. die Allgemeine Elektrizitätsgesellschaft Okonit her,das für Erdkabel und Drähte für Luftleitungen als Jsoliermaterial dienen soll.

Eine wichtige Verwendung hat die Guttapercha ferner in der Zahnheilkunde, zumAusfüllen hohler Zähne und zum Anfertigen künstlicher Gebisse gefunden. Die zu di:semZwecke verwendete Guttapercha wird vor ihrer Benützung gebleicht, was in der Weisegeschieht, daß man entweder die ^Guttapercha zu dünnen Blättchen ausgewalzt, in

687. Apparat, um submarine Leitnngsdriihte mit Guttaperchazu umkleiden.