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Neunter Band. Der Weltverkehr und seine Mittel. Erster Theil.
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412 Brücken und Biadukie.

sehr strengen Wintern Pflegen in einzelnen Teilen Amerikas die Fähren (Trajekte), welchedein Transport eines Eiseubahnzuges von einem Ufer znm anderen an einer Wasser-fläche dienen, die nicht überbrückt ist, und infolge der sich bildenden Eisdecke ihren Betriebeinstellen müssen, durch Eisbrücken ersetzt zu werden. In diesem Falle werden die Schienendirekt aus dem Eise verlegt und die Eisenbahnwagen so von einem znm anderen Ufer gebracht.

Eine sehr erfreuliche Erscheinung des modernen Brückenbaues ist der große Wert, der,namentlich auch in Tentschland, aus die äußere Gestaltung der großen Werke dieser Artgelegt wird. Immer mehr ist man bestrebt, die Brücke nicht nur in konstruktiver, sondern

auch in architektonischerBeziehung vollkommen zu ge-stalten. Dieses Bestreben ist einum so berechtigteres, als dieBrückenbauten im Bilde einerStadt eine sehr wesentliche undeinflußreiche Rolle spielen.Tort wo Brückenportale zurAusführung kommen, ist aufeine schöne Gestaltung beson-derer Wert zu legen. Unter denin neuerer Zeit geschaffenenBrückenbauten nimmt das Por-tal der neuen (Abdrücke beiHamburg mit Recht einen her-vorragenden Platz ein. Diesesvon dem Lberingenieur FranzAndreas Meyer und demArchitekten Hauers ge-schaffene Werk ist in Abb.429dargestellt. Der Bau zeigt dieFormen eines mittelalterlichenin Backsteinen ausgeführtenStadtthores.

Einen besonderen Zweigdes Brückenbanwescns bildetder militärische Brückenbau,von dessen Leistungen die indcnJahren 1870 71 vonderdeul-schen Feldeisenbahnabteilungentwickelte Thätigkeit ein an-schauliches Bild entrollt. Indiesem Falle kommt es in ganzbesondercmMaßedarausan, die gestclltenAufgabcn ohne Zeitverlust und mitAufwendnng undBenutzung von Mitteln zu lösen, deren sich der regelrechte Brückenbau naturgemäß nicht be-dienen darf und auch nicht zu bedienen braucht. Die Ausgaben, die hier zu lösen sind, habennaturgemäß durch die Eisenbahnen eine beträchtliche Erweiterung erfahren, da die Eisen-bahnen für die moderne Kriegführung eine ganz ungeheure Bedeutung erlangt haben. Siedienen für den Nachschub von Verstärkungen; auf ihnen werden die für die Verpflegung desHeeres nötigen Transporte, wie nicht minder die Zuführung von Munition, Waffen und Be-kleidung ausgeführt. Auch für die Beförderung der Verwundeten, Kranken und Gefangenensind sie unentbehrlich. Während daher der zurückweichende Teil bestrebt ist, den Gegner dieseswichtigen Hilfsmittels zu berauben, muß der vorrückende Teil mit allen Kräften bemüht sein,mit größter Beschleunigung die zerstörten Brücken, Tunnels und Eisenbahngleise wieder inbetriebsfähigen Zustand zu versetzen. Die Abb. 430 läßt erkennen, in welcher Weiseeine der nicht leichten Aufgaben im Kriege 1870 71 ihre Lösung gefunden hat.

430 . MirderhrrstrUnng des gesprengten Viadukts von A'ertigny 1870.