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Neunter Band. Der Weltverkehr und seine Mittel. Erster Theil.
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im offenen Meere kleiner als an den Küsten. Dagegen wird umgekehrt die Fortschritts-geschivindigkeit der Flutwelle an der Küste, infolge der der Bewegung entgegenstehendenHindernisse, kleiner als im offenen Meere. Nicht zu verwechseln mit der Geschwindig-keit des Fortschreitens der Welle ist die Geschwindigkeit der Strömung bei Flut undEbbe. In Hamburg z. B. tritt das Hochwasser 4 Stunden l6 Minuten später ein als indem etwa 100 bin seewärts gelegenen Cnxhaven; die durchschnittliche Fortschritts-geschwindigkeit der Welle auf der Strecke Cuxhaven-Hamburg ist somit 6,5 in in derSekunde, während die Strömung wesentlich kleiner ist. Ihre größte Höhe erreicht dieFlutwelle im Verhältnis zur Flutgröße an der Mündung in denjenigen Gebieten, indenen die Ufer sich trichterförmig zusammenziehen und der Grund allmählich ansteigt. Insolche Buchten wird das Flutwasser gewaltsam hineingepreßt, und mit der Verengungsteigt der Scheitel der Welle. Die Stelle im Flutgebiet eines Stromes, an welcherdie Erhöhung des Wasserspiegels zu Null wird, ist die Flutgrenze; weiter unterhalbder Flutgrenze liegt die Grenze des Flutstromes; zwischen dieser und der Flutgrenzefindet keine Flutströmuug mehr statt, sondern nur noch ein Aufstauen des Oberwassers.

Um sich von dem Verlauf derFluterscheinungen in einem Flutgebieteim ganzen und an einzelnen Punktengenaue Kenntnis und ein anschaulichesBild zu verschaffen, dazu dienen dieFlutkurven und Flutmesser. DieFlutkurven eines Ortes erhält man,wenn man auf einer die Zeiten dar-stellenden Abseissenachse die zugehörigenHöhen der Flut als Ordinaten auf-trägt. Zur Herstellung der Flutkurvenmüssen die Wasserstände in kurzenZeitabschnitten abgelesen werden; ge-nauer und bequemer erhält man dieFlutkurven für jede einzelne Flut durchAufstellung selbstzeichneuder Flut-messer. Dies sind Vorrichtungen,welche die Bewegungen eines Schwim-mers und damit den jeweiligen Wasser-stand mit einem Zeichenstiste auf einendurch ein Uhrwerk gedrehten, mit der entsprechenden Zeiteinteilung versehenen Papier-streifen auftragen.

Die Flutwelle stellt das Bild einer das Flutgebiet durchziehenden Flut und Ebbewährend eines Augenblickes dar und wird entweder durch an zahlreichen Punkten gleich-zeitig angestellte Beobachtungen oder noch besser aus den durch die selbstzeichnenden Flut-messer aufgenommenen Flutkurven ermittelt.

Neben der Kenntnis der Flutkurven ist für die Korrektion von Wichtigkeit dieKenntnis der Linien des Hoch- und Niedrigwassers d. i. die Verbindung der füralle Punkte des Flutgebietes vorkommenden höchsten und niedrigsten Wasserstände währendeiner Flutperiode. Aus den während eines langen Zeitraumes gemachten zahlreichenBeobachtungen der Fluterscheinungen werden Durchschnittswerte ermittelt, die als Grund-lage für die Bearbeitung des Regulierungsentwurfes dienen (vergl. Abb. 437).

Den Gang der Entwurfsbearbeitung mit den zahlreichen Untersuchungen, Beob-achtungen und Berechnungen in technischer und kommerzieller Hinsicht, von denen dieBestimmung der im Flutgebiet sich bewegenden Wassermenge von besonderer Wichtigkeitist, weil diese für die Abmessungen des Bettes maßgebend ist, müssen wir hier über-gehen und wenden uns den Hilfsmitteln der Korrektion und der Ausführung zu.

Wie wir oben gesehen haben, ist die erste Ausgabe der Korrektion eines Stromesim Flutgebiet die Vergrößerung der Wassermenge und der Geschwindigkeit der in dem-

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