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Schiffahrtskanäle.
Dem Kurfürsten Friedrich III. verdankt die erste steinerne Schleuse der Saale ihreEntstehung. Hölzerne Schleusen hat es in diesen, Flußlaus schon seit dem Mittclaltcr, sicherlichseit 1306 gegeben. Tie Bauart derselben blieb iininer inangelhast und wandelbar, weshalbder genannte Kurfürst zur Hebung der Saaleschifsahrt bei Trotha eine stcincriic Schleuse er-bauen ließ. deren Grundsteinlegung 16!>4 geschah. Bis 1608 wurden weitere 6 steinerneSchleusen in der Saale erbaut. — Unter Friedrich II. von Preußen kam 1774 der Brom «bcrgcr Kanal zur Vollendung, durch welchen die Weichsel mit der Netze, Warthe nnd somit der Oder verbunden ist, nnd die Oder wurde mit der Havel durch den Finowkanal inVerbindung gesetzt (1748—1746). Der Friedrichs- oder Plancsche Kanal, der die Wasser-sahrt zwischen Berlin und Magdeburg aus die Hülste abkürzte, wurde 1743 gebaut.
In Baiicrn kam der angeblich schon von Karl dem Großen geplante Vcrbindungskaualzwischen Main nnd Donau unter König Ludwig I. in den Jahren 1834—1848 zur Aus-führung. Diese den heutigen Verhältnissen nicht mehr Rechnung tragende Wasserstraße hateine Länge von 176 llm und erstreckt sich von Kehlheim an der Mündung der Altmühl indie Donau über Nürnberg nach Bamberg . Tie Anlagekostcn betrugen über 16 MillionenGulden. Gegenwärtig plant man einen Ersatz der sehr inangclhaiten Kanalanlagc.
«sz. Chinesische Nolltiriicke. Nach einem chinesischen Originale.
In den Jahren 1844—1861 wurde in Preußen der Oberländische Kanalzwischen Osterode nnd Elbing in der Provinz Ostpreußen geschaffen. Diese Schöpfungerfreute sich einst infolge des hierbei zur Anwendung gekommenen Systems der geneigtenEbene eines besonderen Rufes, der durch neuere Kanalbauten etwas verdunkelt wordenist. Tie Entwerfer des Plans waren der Oberbaurat Severin und der Baurat Steenke.Der Kanal verbindet die obcrländischen Seen untereinander und mit dem Trausenseennd dient der Ausfuhr von Teer, Kartoffeln, Roggen, Wolle, Spiritus, Flachs undnamentlich Holz. Tie hier liegenden Forsten nehmen eine Fläche von 51000 Im ein.Zwischen dem Trausensee und dem Pinnau- und Samrodtsee galt es eine Höhendifferenzvon 110 m zu überwinden. Zwischen Güldenboden bei Elbing nnd dem Pinnausee wurdeeine sogenannte „geneigte Ebene" angelegt, worauf näher einzugehen ist.
Ist nämlich das durch einen Kanal an einer Stelle zu überwindende Gesälle sobedeutend, daß man auch mit Schleusen von der größten Stauhöhe, als welche zur Zeiteine solche von 10 m bezeichnet werden muß, nicht zum Ziele kommt, so muß von anderenHilfsmitteln Gebrauch gemacht werden, als welche geneigte Ebenen (Schiffseisenbahnen)und Hebewerke zu nennen sind.
Bereits im Altertume kamen verschiedene Anlagen znr Ausführung, um die Schiffeüber Landengen oder Landstrecken hinwegzuschaffen. Besondere Bedeutung besaß der