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Seehasen. Trockendocks.
Werke betreiben gewöhnlich gleichzeitig den Ban von neuen Schiffen, da die znr Aus-besserung dienenden Anlagen auch zum Neubau geeignet sind. Da die Anlagen für denNeubau im Abschnitt über Schiffbau geschildert werden, so können wir uns hier aufdie Anstalten znr Ausbesserung beschränken.
Um kleinere Schiffe reinigen, frisch kalfatern und teeren zu können, läßt mandiese bei Flut aus den Strand auflaufen, wo sie bei zurückgehendem Wasser aufsitzen unddann gegen den Boden abgesteift werden. Man nennt dies das Banken der Schiffe.Mit Wiedereintritt der Flut wird das Schiff wieder flott. Die Arbeiten müssen also inwenig Stunden beendigt sein.
Für länger dauernde Arbeiten wird, wo kein Trockendock vorhanden ist, das Kiel-holen des Schiffes vorgenommen. An entsprechend zugerichteten Stellen am User, densogenannten Kielholplätzen, wird das Schiff durch Taue, die an dem oberen Endeder Untermastcn befestigt sind, mittels Winden so weit auf die Seite gelegt, daß der Kiel über Wasser tritt und die eine Hälfte des Schiffes znr Untersuchung und Ausbesserungvollständig zugänglich ist. Die Arbeiten müssen möglichst beschleunigt werden, weil derSchiffskörper in der seitlichen Lage nachteilige Spannungen auszuhalten hat, die beilängerer Dauer sein Gesüge lockern könnten; kann die Arbeit an einem Tage nicht beendigtwerden, so wird das Schiff über Nacht wieder in seine schwimmende Lage gebracht. DasKielholen findet zur Zeit nur noch für kleinere Segelschiffe Anwendung, weil der Schiffs-körper durch dieses Verfahren leicht Not leidet. Auch die früher üblich gewesenen Dock-bänke, die bei Ebbezeit vollständig trocken liefen, sind mehr und mehr außer Gebrauchgekommen.
Zur gründlichen, längere Zeit dauernden Ausbesserung muß ein Schiff ganz außerWasser gebracht werden, und dazu dienen die Trockendocks. Ein solches Trocken-dock ist ein vom Hasen ins Land einspringendes längliches Becken, das auf 3 Seiten vonfesten Wänden eingefaßt ist, an der einen Schmalseite durch das sogenannte Tockhanptmit dem Wasser in Verbindung steht und durch eine Verschlnßvorrichtnng wie eineSchleusenkammer dicht abgeschlossen werden kann. Ältere Docks haben hölzerne Sohleund hölzerne Wände, die neueren Docks sind massiv aus Stein und Beton gebaut. Daserste Trockendock in England ist, wie sich aus den Archiven ergibt, in Portsmonth in denJahren 1495—96 aus Befehl des Königs Heinrich VIl. gebaut worden. Das Dockwar aus Holz und sein Eingang durch zwei Pseilerreihen, deren Zwischenranm durchStein und Kies ausgefüllt war, geschlossen. Jedesmal, wenn ein Schiff in das Dockoder aus demselben herausgebracht werden mußte, wurde der Eingang in der vor-erwähnten Weise geschlossen oder wieder freigemacht, was natürlich eine lange Arbeits-zeit erforderte.
Soll jetzt ein Schiff trocken gelegt, gedockt werden, so wird dasselbe mit Hilfe von denauf dem Tockhanpt und auf den Seitenmauern aufgestellten Gangspills in die Dockkammerverholt, diese wird hinter dem Schiff durch Thore oder ein Ponton abgeschlossen, und dasWasser alsdann durch kräftige Kreiselpumpen in der Tockkammer gesenkt. Findet in dembetreffenden Hafen Ebbe und Flut statt, so bleibt der Wasserspiegel in der Tockkammerso lange mit dem Außenwasser in Verbindung, bis der tiefste Stand der Ebbe eingetretenist, damit möglichst wenig Wasser durch die Pumpen gehoben werden muß. Mit demSinken des Wasserstandes senkt sich das Schiff, bis es mit dem Kiel auf den in der Mitteder Sohle errichteten Böcken, den Kielstapeln, aufsitzt. Gegen Umfallen wird das Schiffmit dem Sinken des Wassers rechtzeitig durch Stützen gegen die Tvckwände gesichert.Um diese Stützen bequem für die verschiedenen Schiffsformen anbringen zu können, sinddie Tockwände abgetreppt. Die Länge der Tockkammer richtet sich nach den größtenSchiffen, die gedockt werden sollen.
Vielfach sind mehrere Docks von verschiedenen Größen nebeneinander angelegt, umfür kleinere Schiffe an Kosten für die Trockenlegung und für die Unterhaltung des Docks zusparen. Die Breite eines Docks wird so bemessen, daß zwischen Schiff und Tockwand ge-nügend Raum zum Arbeiten bleibt und Luft und Licht reichlich Zutritt haben. Die Ver-schlnßvorrichtung eines Docks besteht entweder aus Thoren wie bei Schleusen, oder in