Das Londoner Hauptpostamt 21
In dem Zeitungszimmer sind Personen damit beschäftigt gewesen, die hineingeworfenenSäcke zu leeren, die einzelnen Zeitungen in große Körbe zusammen zu legen und sie aufHebewerken in die verschiedenen Abteilungen des Gebäudes zu schaffen.
Man kann sich von diesen natürlich durch Dampf in Bewegung gesetzten, mechanischenVorrichtungen einen ungefähren Begriff aus dem Umstände machen, daß Hunderte vonTonnen Papier wöchentlich auf diese Weise gehoben und wieder heruntergelassen werden.
In dem Brieszimmer geht es nicht minder geschäftig her. Hier werden erst dieeinzelnen Briese mit der Adresse nach oben geordnet, um den Prozeß des Abstempelns zuerleichtern. Dies geschieht teils mit einer Maschine, teils mit der Hand, und bestehtdarin, daß auf jeden Brief Datum, Stunde und Ort der Aufgabe gedruckt und zugleichdie aufgeklebte Freimarke durch Abstempeln unbrauchbar gemacht wird. Etwa 50 Briefe
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Werden in einer Minute gestempelt. Unfrankierte Briefe werden dabei ausgeschieden undbesonders behandelt: das doppelte Porto aber. das sie kosten, wiegt kaum die Mühe unddie Umstände auf, indem jeder Postbeamte, durch dessen Hand sie gehen, bar darüber ab-zurechnen hat.
Wenn die Briefe abgestempelt und die ungenügend frankierten ausgesucht sind, ge-langen sie an die Sortierstelle. Hier werden sie zunächst nach Kursen, an denen die Be-stimmungsorte liegen, geordnet, dann noch mehrmals in Unterabteilungen geschieden und,mit Ausnahme derjenigen Briefschaften, welche später in den Bahnpostwagen sortiertwerden, znr Verteilung fertig gemacht. Ruhig und ohne Wirrwarr sind Hunderte vonHänden mit dem Sondern beschäftigt; hin und wieder setzt ein Einzelner einmal ab undlegr einen Brief beiseite, wenn er Geld darin entdeckt hat, ohne daß der Absender denBrief hat einschreiben lassen. Es wird dann ein Strafporto von 2 d. dafür berechnet,und im ersten Halbjahr nach Einführung der neuen Verordnung wurden allein in London mehr als 58000 Briefe von diesem Schicksal betroffen. Auch alle Briese mit unleser-lichen oder mangelhaften Adressen werden ausgemustert und in eine Stube gebracht,welche den Namen „Uiinck ULtter-Ot'lWo" führt. Zahllos sind die Briefe, deren Adresse