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Posten und Postwesen.
In dem ausgedehnten Gebiete von Niederländisch-Jndien konzentriert sich derPostverkehr vorzugsweise auf den Inseln Java und Sumatra , die sogenannten Außeu-gcbiete sind nur wenig verkehrsreich. Die Zahl der Postanstalten betrug im Jahre 1897:l433, die der beförderten Sendungen etwa 18 Millionen.
Die kleine britische Kolonie der Straits-Settlements auf der Halbinsel Malakka unterhält einen sehr lebhaften Postverkchr, der im Jahre 1898 nicht weniger als 6660000Sendungen umfaßte. Der Postbankvcrkehr bezifferte sich auf 1641000 Dollar.
In Siam bestand noch vor 20 Jahren nur in der Hauptstadt Bangkok eine staat-liche Lrtspost. Geregelte Postverbindungen zwischen der Hauptstadt und dem Innerendes Landes gab es nicht. Der internationale Korrespondenzverkehr wurde durch Handels-schiffe vermittelt, wobei das britische Konsulat in Bangkok die Annahme und Ausgabeder Sendungen besorgte. Auf Wunsch des Königs von Siam entsandte die deutscheReichs-Postverwaltung einen ihrer Beamten, um das Postwesen in Siam nach deutschemMuster einzurichten. Das ist denn auch in verhältnismäßig kurzer Zeit gelungen, wie
2S. Indischer Kamclreiter mit Postfrllrisrn.
Nach einer Phowgraphte im R-ichSpostmuftum zu Berlin . 26. Siamesischer Kurier zu Pferde.
die nachfolgenden statistischen Angaben für 1897 erkennen lassen. In diesem Jahre gabes in Siam schon 165 Postanstalten sowie 35 Hilfs-Postanstalten und Freimarken-Verkaufsstellen, 298 Briefkasten. Beamte waren 520 im Postdienstc thätig. Sendungenwurden im ganzen etwa 867 000 Stück befördert.
Die Post der Vereinigten Staaten von Amerika erstreckt sich über ein ausgedehntes,im ganzen noch dünn bevölkertes Gebiet, welches die verschiedenartigsten Kulturzuständeauszuweisen hat. Die Post hat sich demnach den hochentwickelten Verhältnissen der östlichenStaaten ebenso anzuschmiegen, wie den primitiven Zuständen in den westlichen Staaten.Zu den Posttransporten im Osten werden vorzugsweise Eisenbahnen benutzt, währendim schwach bevölkerten Westen, wo Schienenwege noch spärlich vorhanden sind, die Land-posten als Hauptverkehrsmittel dienen. Die größeren Städte sind untereinander und mitden Eisenbahnen durch Eilwagenfahrteu verbunden; im übrigen wird der Postverkehrdurch reitende Boten vermittelt, welche häufig noch Kämpfe mit Indianern oder, wie inden Goldfeldern Kaliforniens , mit organisierten Räuberbanden zu bestehen haben. Einebesondere Ausrüstung bedarf der kalifornische Stafettenreiter. Ein solcher Reiter ist miteinem vollständigen Anzug von Bockfell mit dem vollen Haare versehen; die haarige