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Zehnter Band. Der Weltverkehr und seine Mittel. Zweiter Teil: Geistiger Verkehr.
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Die Post in den Vereinigten Staaten .

Seite ist nach außen gekehrt, so daß im Falle eines Sturmes der Schnee und Regennicht eindringen kann, sondern von der mehr oder minder öligen Substanz in den Haarenabläuft. Die Brieftaschen, vier an der Zahl, befinden sich dicht unter dem Sattelknopseam Pferde. Bier achtzöllige Coltrevolver, jeder zu sechs Schuß, vollständig geladen, sindso angehalstert, daß sie halb aufgezogen fertig zum Dienst sind; sodann führt der Reiterein Messer von ungefähr m Länge mit sich, dessen Rücken eine Höhlung bildet, welchemit Quecksilber gefüllt ist, so daß beim Stoße das Quecksilber nach vorn schießt und denStoß kräftiger macht.

Es ist in den Bereinigten Staaten bei den meisten Postanstaltcn nicht Brauch, dieangekommenen Postsachen dem Adressaten durch Briefträger ins Haus bringen zu lassen,die ersteren sind vielmehr von der Post abzuholen. Zur Bequemlichkeit des Publikumshat man bei den bedeutenderen Postämtern Bricfausgabeschränke mit einer großen Anzahlvon Fächern herstellen lassen, welche von der Außenseite verschließbar eingerichtet unddem Publikum zugänglich sind. In ein solches Fach, welches den Abholern gegen Ent-richtung einer Fachgebühr zur Benutzung überlassen wird, legen die Postbeamten die fin-den betreffenden Korrespondenten eingegangenen Postsachen nieder. Dieser kann das Fachmittels eines von der Postverwaltung ihm überwiesenen Schlüssels öffnen und aus dem-selben jederzeit die für ihn vorliegenden Briefschaften entnehmen, ohne daß es dazu einesPostbeamten bedarf. Die gleiche Einrichtung besteht auch in verschiedenen anderenStaaten, im deutschen Reichs-Postgebiete bei den Postämtern in Bremen und Mannheim .Man hat hier damit einen Versuch gemacht, der indes nicht zu gunsten der Neuerung aus-gefallen zu sein scheint, da man mit derselben nicht weiter vorgegangen ist. Hierbei wirdausschlaggebend gewesen sein, daß das Vorkommen von Unrichtigkeiten beim Sortierender Sendungen in die Fächer, selbst wenn es durch die gewandtesten Beamten geschieht,nicht ganz ausgeschlossen ist. Die falsch sortierten Briefe u. s. w. geraten alsdann inunbefugte Hände, was zu begründeten Klagen Anlaß gibt. Werden die Sendungen amSchalterfenster durch einen Beamten ausgegeben, so unterwirft sie dieser in der Regelvorher noch einer Durchsicht, wobei die beim Sortieren vorgekommenen Versehen entdecktund berichtigt werden.

In mehreren größeren Städten der Vereinigten Staaten ist im Jahre 1863 zuerstein Briefbestelldienst eingerichtet, der im Laufe der Jahre auf andere verkehrsreiche Orteausgedehnt worden ist, so daß bis zum Jahre 1898 688 Plätze dieser Verkehrs-verbesserung teilhaftig geworden sind. Von der gleichen Vergünstigung sind jedoch allediejenigen Orte ausgeschlossen, die nicht mehr als 10000 Einwohner zählen, oder indenen die Posteinnahme nicht mindestens 10000 Dollar ausmacht. Mit der Landbrief-bestellung werden seit einigen Jahren Versuche gemacht, die sich indes noch in sehr engenGrenzen bewegen.

Die Verwaltung der nordamerikanischen Post wird nicht nach fiskalischen Grundsätzengeführt. Die Post will dort lediglich eine gemeinnützige Anstalt sein und verzichtet deshalbgrundsätzlich auf finanzielle Erfolge.

Demgemäß zeichnen sich die amerikanischen Posten durch einen sehr billigen Tarifaus. Derselbe ist insbesondere hinsichtlich der Zeitungen so niedrig, daß die Ausgabenin der Regel die Einnahmen übersteigen. Gleichwohl führt die Bundesregierung fort-während Erleichterungen und Verbesserungen ein. Da die amerikanische Post Paketenur gegen Briefporto befördert, auch noch bis vor kurzem für den Verlust oder dieBeschädigung von Sendungen keinerlei Ersatz gewährte, so werden fast alle Päckereien,Wertsendungen u.s. w. den „Expreßkompanien" übergeben, zumal sie, ohne feste Tarifezu haben, gegen billige Preise befördern und im Verlnstfalle für den deklarierten SchadenErsatz leisten. Außerdem gewähren diese Anstalten Vorschüsse, erheben Nachnahmen undzahlen auswärts fällige Wechsel. Diese ihre ausgebreiteten Geschäftsbeziehungen, in Ver-bindung mit gefälligen Beamten, machen die Expreßanstalten zu einem ebenso nützlichenals allgemein beliebten Institut; sie sind in der That die Post des Volkes im Gegensatzzu jener der Regierung. Die erste geordnete derartige Privattransportanstalt gründete