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Zehnter Band. Der Weltverkehr und seine Mittel. Zweiter Teil: Geistiger Verkehr.
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zg Postvers iidungsgegciiständc.

stützung benötigt ist. Hiernach kann man im allgemeinen Interesse nur wünschen, daß diePaket- und Personenbeförderung da, wo sie sich bereits in den Händen der Post befindet,dieser auch verbleibe. Ja es hat sich in neuester Zeit selbst in einigen Ländern, in welchenseither die Post auf die Briefbesörderung sich beschränkte, die Überzeugung Bahn gebrochen,daß die Mitübernähme des Pakettransports durch die Post eine das allgemeine Wohl derBevölkerung fördernde Maßregel sei, welche außerdem nicht zu verachtende finanzielleVorteile gewähre. In dieser Erkenntnis sind z. B. die Postverwaltungen von Italien , denNiederlanden, Großbritannien und Irland, deren Betrieb sich zuvor nur aus die Beförderungvon Briefpostgegenständen erstreckte, dazu übergegangen, auch die Fortschaffung von Paketenin den Bereich ihrer Thätigkeit zu ziehen. Die Anregung dazu mag wohl der Antrag derdeutschen Reichspostverwaltnng auf Herstellung eines internationalen Paketpostdienstes ge-legentlich des Pariser Postkongresses gegeben haben. Von den genannten drei Verwaltungenführte zuerst die italienische am 1. Oktober 1881 den Paketbeförderungsdienst imInneren des Landes ein; ihr folgte am 15. März 1882 die niederländische und dieser am1. August 1883 die britische. Die segensreichen Folgen dieser Erweiterung des Post-betriebes machten sich schon nach kurzer Erprobung derselben in vollem Maße geltend,und es wird allseitig, namentlich auch in der Presse der betreffenden Länder, unumwundenanerkannt, daß die Postverwaltnngen der drei Staaten der Bevölkerung der letzteren durchdie Übernahme des Pakettransports eine große Wohlthat erwiesen haben. Die Anschauung,daß Verkehrseinrichtungen (auch Eisenbahnen u. s. w.), weil sie überhaupt für die voneinzelnen Personen betriebene Privatindustrie unmöglich sind, auch nicht in den Händenvon Privatgesellschaften sein sollten (welche doch eben auch eine Bcamtenhierarchie u. s.wvoraussetzen), sondern von der Corporation gehandhabt werden müssen, welche das größteöffentliche Vertrauen besitzt, also dem Staate, kommt immer mehr und mehr zur allgemeinenGeltung und hat in neuerer Zeit namentlich in Preußen zur Verstaatlichung einer großenAnzahl von Eisenbahnunternehmnngen geführt. In England wurden im Jahre 1898bereits nahezu 72 Millionen Pakete durch die Post befördert. Wie ungeheuer der Post-paketverkehr in Deutschland angewachsen ist, haben wir schon oben gezeigt. In Berlin allein belief sich die Zahl der aufgelieferten und eingegangenen Pakete 1898 auf28 791 972 Stück. Von der Massenhaftigkeit dieser Sendungen kann man sich nurschwer eine Vorstellung machen. In einen Eisenbahngüterwagen können in der Regelnicht mehr als 1400 Pakete verladen werden, demnach füllen die in Berlin in einemJahre eingegangenen und von da abgesandten Pakete nicht weniger als 20565 Eisen-bahnwagen aus. Zur Bewältigung dieser Paketmassen sind natürlich großartige Vor-kehrungen getroffen. Das gilt namentlich hinsichtlich der ankommenden gewöhnlichenPakete, welche bei einer einzigen Zentralstelle (dem Paketpostamt) zusammenfließen. Vondiesen Paketen werden die an Abholer gerichteten in besonderen Räumen übersichtlich ge-ordnet zur Abholung bereit gestellt, die übrigen dagegen in die Bestell-Paketkammern ge-schafft. Letztere bestehen aus zwei langgestreckten, einander gegenüberliegenden und durcheinen ziemlich breiten Hof getrennten Räumen, welche 106 Fachwerke enthalten. Dieganze Stadt ist in ebenso viele Paketbestellreviere eingeteilt, so daß also für jedes Revierein Fach vorhanden ist, in welches die in dem Reviere zu bestellenden Sendungen nieder-gelegt werden. Es finden wochentäglich drei Paketbestellungen statt, zu denen meistenseinspännige, selten zweispännige Wagen benutzt werden. Die Zahl der bei den einzelnenBestellungen zur Verwendung kommenden Fahrzeuge ist verschieden und richtet sich nachder Menge der in Betracht kommenden Sendungen. Während bei der ersten Ausfahrtoft 100 und mehr Wagen einzustellen sind, reichen bei der zweiten und dritten jedesmaletwa 60 aus. Bleibt die Zahl der Wagen hinter derjenigen der Bestellreviere zurück, sowerden einzelne Fahrzeuge zur Bestellung der Pakete in zwei oder mehr Revieren benutzt.Nachdem die Pakete aus den Fachwerken der Bestell-Paketkammern in die Wagen ver-laden worden sind, fahren diese in die Reviere ab, was in den freilich selten vorkommendenFällen, wo die Abfahrt sämtlicher Wagen gleichzeitig erfolgt, einen ganz imposanten An-blick gewährt. Bei der stetigen erheblichen Zunahme des Paketverkehrs und bei der an-