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Posten und Postwesen.
dauernden Vergrößerung des Stadtgebiets wird man indes bald zu einer Dezentralisationder Bestelleinrichtungen für die in Berlin ankommenden Pakete schreiten müssen, um dieMassen besser bewältigen zu können.
Die Post und das Zeitungswesen. Von unberechenbarer Bedeutung erscheintdie Post als Vermittlerin des geistigen, zumal des Zeitnngsverkehrs unsererTage, wo die Tagespresse für jedermann gewissermaßen die tägliche geistige Speiseliefert. Die ersten gedruckten Zeitungen entstanden in Deutschland im Reformations-zeitalter, jener denkwürdigen Epoche, welche mit ihrem gewaltigen Jdeeninhalt die mittel-europäische Menschheit nach allen Richtungen hin aus ihrer Lethargie aufrüttelte.
Von den jetzt bestehenden Zeitungen ist wohl der „Kin Pan" in China die älteste;sie soll im Jahre 911 unserer Zeitrechnung gegründet sein. Anfänglich wurde sie inunbestimmten Fristen, von 1361 an wöchentlich herausgegeben. Seit 1804 erscheint sie
37. Magenabfahrt am Paketpostamt in Sertin.
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in drei Ausgaben täglich. Unter den jetzigen deutschen Zeitungen wird das „FrankfurterJournal" als die älteste angesehen; sie ist 1615 entstanden. Das Zeitnngswesen isterst groß gezogen worden durch die Posten. Man betrachtete ehedem und auch späterdas Zeitnngsgeschäft als eine Ausgabe der Postanstalt; insbesondere behauptete die frühereReichspost in Deutschland nicht nur das Recht der Versendung, sondern auch des Drückensder Zeitungen und geriet deshalb in mancherlei Konflikte mit anderen Zeitungsunter-nehmern. Aus jener Periode rühren denn auch noch die Journale her, welche den Titel„Postzeitnng", „Postreiter" u. s. w. tragen. Sobald in Deutschland regelmäßigerscheinende Nenigkeitsblätter auskamen, bildete deren Versendung unbestritten einenZweig des Postdienstes, und die daraus erwachsenden Einnahmen waren den Postbeamtenüberlassen. Die Zusendnngsgebühren wurden freilich nach Willkür festgesetzt, und vor-nehmlich zeichneten sich die Postanstalten der Kleinstaaten und Kleinstaatchen in ihrerWeise durch maßloses Aufschlagen aus. Ein Blatt z. B., welches in Bamberg 4^ Guldenkostete, wurde in dem nicht fernen Eichstädt um 7 Gulden verkauft.
Während die Posten in England und Frankreich sich nur mit der Beförderungder Zeitungen befassen, hat die deutsche Post auch das Zeitnngsvermitielungsgeschäft bei-behalten, d. h. die Post besorgt die Annahme und Ausführung von Bestellungen, die