64 Postwertzeichen.
zu erlegen, kann er diesen jetzt in den meisten Fällen durch Aufkleben von Freimarkenentrichten und die so frankierten Gegenstände durch Einlegen in Briefkasten der Post zurBeförderung überliefern. Zum Beznge des Bedarfs an Postwertzeichen in beliebigenMengen findet er nicht nur bei den Postanstalten Gelegenheit, sondern auch bei den Brief-trägern und bei zahlreichen amtlichen Verkaufsstellen für Postwertzeichen, welche in ver-schiedenen Orten errichtet sind. Da die Inhaber solcher Verkaufsstellen im Reichspost-gebiete für den Vertrieb der Marken keinerlei Vergütung von der Post beziehen, so zeigensie für diesen Geschäftszweig wenig Interesse. Daher kommt es, daß der Absatz an Wert-zeichen bei den gedachten Stellen nur gering ist. Die schweizerische Postverwaltnng ge-währt den Markenver-käufen! eine Entschädi-gung von einem Pro-zent des von ihnen ausdem Verkaufe der Wert-zeichen erzielten Er-löses. Ja, in Spanien ist man so weit ge-gangen, den ganzen Ein-zelvertrieb der Brief-marken den Tabaks-verkäufern gegen Bezugbestimmter Prozentsätzevom Erlöse zu über-tragen und die Post-annahmestellen vondiesem Geschäfte ganzzu befreien. Natürlichtritt dadurch eine sehrbedeutende Verminve-rung des Verkehrs anden Postschaltern ein,und es wäre angesichtsdes an letzteren bei unshäufig vorkommendenGedränges wohl dieFrage der ErwägungWert, ob nicht auch inDeutschland zur Ab-lenkung eines Teils desVerkehrs von den Post-annahmestellen durchBewilligung angemessener Remunerationen an die Markenverkäufe:: eine erheblich größereInanspruchnahme der gedachten Stellen durch das Publikum sich erreichen ließe. DieHerstellung der Postwertzeichen für das deutsche Reichspostgebiet erfolgt durch die Reichs-drnckerei in Berlin .
Das Sammeln von Postwertzeichen aller Gattungen und Länder findet seit dreiJahrzehnten viele Liebhaber, und der Austausch, sowie der An- und Verkauf von benutztenFreimarken u. s. w. hat sich zu einem umfangreichen und gewinnbringenden Geschäfts-zweige herausgebildet. An verschiedenen Orten bestehen sogar Börsen, die lediglich denHandelsverkehr mit solchen Werten vermitteln. Im Jahre 188 l wurde zu Wien die ersteöffentliche Ausstellung von Postwertzeichen veranstaltet, der bald weitere in München ,Dresden, Stuttgart, Antwerpen , New Dort und an anderen Orten folgten. Eine dergrößten Briefmarkensammlungen der Welt befindet sich im britischen Museum zu London .
50 bis 53. Briefkasten verschiedener Art.
50 Hölzerner Briefkasten der preußischen Post (1850—1860), 51 Gußeiserner Briefkasten(1860—1870). 52 Gußeiserner Briefkasten der deutschen Reichspost (seit 1875),
53 Emaillirter Landbriefkasten (1892).