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verdünnt oder verdichtet wird. Diese Lnftbehätter stehen durch Rohre mit den vor-erwähnten Röhren in Verbindung. Der Luftzutritt wird durch Hähne geregelt. Soll eineReihe von Kapseln von einer Station zur anderen mittels Luftdrucks befördert werden,so läßt man auf der Abgangsstation, nachdem die Kapseln in das Rohr eingelegt sind,durch Drehung des Hahnes gepreßte Luft aus dem betreffenden Behälter in das Rohrdicht hinter der Kapselreihe eintreten, so daß diese durch den Luftdruck zur nächstenStation getrieben wird. Hingegen wird bei Beförderung der Kapseln durch Ansaugenauf der Empfangsstation eine Verbindung zwischen der Luft im Beförderungsrohre undderjenigen im Behälter für verdünnte Luft hergestellt und auf der Abgangsstation in dasRohr dicht hinter den eingelegten Kapseln atmosphärische Luft eingelassen. Da die Kapselnden Hohlraum der Röhren nicht ganz ausfüllen, so fügt man, um nicht einen erheblichenTeil der als Triebkraft dienenden Luft unbenutzt an dem Zuge vorüberstreichen zu lassen,dem letzteren am Schlüsse einen 11 om langen, 58 nun dicken, cylindrischen Kolben ausHolz an, welcher ganz mit Leder überzogen und am Ende mit einer 2 mrn starken Leder-manschette versehen ist. Letzterehat einen Durchmesser von 90 inrnund ist an dem Kolben mittelsSchraube befestigt. Während derBeförderung legt sich die Man-schette um die Wände des Kolbensund füllt den Spielraum zwischendiesem und den Röhrenwändendergestalt aus, daß daneben vonder als Triebkraft dienenden Luftnur sehr wenig Hinstreichen kann.Um auf der Empfangsstation einheftiges Anprallen der Kapselnzn verhindern, wird ihnen kurzvor dem Eintreffen ein entspre-chender Luftdruck entgegengesetzt,so daß sie am Endpunkte in lang-samem Tempo ankommen. DieAnkunft eines Zuges bei demRohrpostamte wird von dem Absendungsamte jedesmal durch ein telegraphisches Signalkurz vorher angekündigt. Die für die Station bestimmten Kapseln bzw. Sendungenwerden zurückbehalten, die übrigen Kapseln aber mit den auf der Station zugehenden ver-einigt zur nächsten Station weiter befördert. Die Auswechselung vollzieht sich mit großerSchnelligkeit, der Aufenthalt ist demnach nur ein ganz geringer. Alsbald nach Ankunfteines Transportes gehen von der Station Briefträger aus, welche die angekommenenGegenstände den Adressaten sogleich überbringen.
Mit der Rohrpost gelangen vorzugsweise Telegramme zur Versendung, welche vonauswärts auf dem Haupttelegraphenamte ankommen und au Adressaten in Berlin gerichtet,oder welche bei den einzelnen Post- und Telegraphenanstalten der Reichshauptstadt auf-gegeben und von dem Haupttclegraphenamte nach auswärts abzutelegraphieren sind. Indem Gebäude des letzteren befindet sich deshalb auch die Zentralrohrpoststation, welche zu-gleich den Ausgangs- und den Endpunkt aller Röhren bildet. Wegen des sehr regenVerkehrs zwischen dem Hanpttelegraphenamte und der im Börseugebäude untergebrachtenTelegraphenbetriebsstelle sind zwischen den Rohrstationen dieser Stellen zwei Röhren-stränge gelegt, wodurch es möglich geworden ist, zwischen diesen Stationen alle 7 * z MinutenSendungen auszutauschen. Die Rohrpoststationen sind stets mit dem in dem betreffendenGebäude vorhandenen Post- oder Telegraphenamte vereinigt. Durch die Benutzung derRohrpost wird nicht nur eine erhebliche Beschleunigung der Zustellung der Telegrammean Adressaten in Berlin sowie der Abtelegraphierung der in den verschiedenen Teilen
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