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Der Buchdruck.
drehung die zweite gedruckt. Um die behufs Anhalten» des Cylinders abgefeilten Zähnebei dessen zweiter Umdrehung zu überbrücken, wird ein Mechanismus verwandt, mittelsdessen in dem betreffenden Augenblick ein die Lücke ergänzendes gezahntes Segmentstückhervortritt. Die beiden Farbewerke liegen eines vor und eines hinter dem Trnckcylinder.
Daß man die Rotationsmaschine jetzt auch zum Jllustrationsdrnck verwendet,wurde schon gesagt; es sind indes hierbei manche Schwierigkeiten zu überwinden. DerDruck von Illustrationen kann nur mit beschränkter Geschwindigkeit erfolgen auf Rotations-maschinen, damit die Bilder die für ihren Druck unerläßlich feine Farbe voll an dasPapier abgeben können. Trotz aller Kunst der Drucker hat der Druck von gebogenenKlischees noch nicht die hohe Vollendung erreicht, wie solcher von ebenen Formen aufFlachdruckmaschinen erreicht wird. Bei letzteren die Produktionsfähigkeit zu erhöhen, ohnedie Qualität des Druckes zu vermindern, war deshalb lange das Bestreben der Maschinen-konstrukteure. Die Maschinenfabrik Klein, Forst L Bohn Nachf. in Geisenhein a. Rh.ist durch die schon in England gemachten Versuche veranlaßt worden, eine Maschine zubauen, welche das Doppelte leistet als eine einfache Schnellpresse, und nennt dieselbeDoppel-maschine für Jllustrationsdrnck mit schwingendem Cylinder. Was diese Maschine vonanderen Doppelmaschinen unterscheidet, ist, daß dieselbe nur einen Druckcylinder hat.
Der Druckcylinder dieser Maschine steht mit den Karrenzahnstangen fortwährend inEingriff und schwingt daher bei der hin- und hergehenden Bewegung der Form einmalnach rechts und einmal nach links um seine Achse. Seine Druckfläche kommt dabei zwei-mal mit der Form in Berührung, und es werden so bei einem Spiel der Maschine zweiAbdrücke von einem Cylinder und einer Form erzielt. Die Menge der abgegebenenDrucke und der bedruckten Bogen ist daher eine doppelt große, verglichen mit der Mengeder auf denjenigen Maschinen bedruckten Bogen, welche nach geschehenem Drucke die Formleer an ihren Ausgangspunkt zurücksenden. Der Vorteil, den besonders bei Jllustrations-druck eine Maschine bietet, die von einer Form und Zurichtung das Doppelte leistet, wieeine gewöhnliche Schnellpresse, ist ins Auge springend. Auf jeder Seite des Druckcylindersliegt ein Farbewerk mit je vier Auftragwalzen, die zweimal vor dem Drucke über dieForm gehen und die Maschine für den feinsten Jllustrationsdrnck geeignet machen.
Es ist verständlich, wenn man versuchte, auch für mehrere Farben geeignete Druck-pressen herzustellen, trotzdem sind diese Versuche resultatlos verlaufen. Am entwickeltstenund ausgebildetsten ist indessen die Mehrsarben-Drnckmaschine des russischen IngenieursOrloff, die hier kurz beschrieben werden soll.
Ähnlich wie bei der Rotationsmaschine werden auf einem größeren Cylinder so vielePlatten in entsprechender Gruppierung neben- oder hintereinander angeordnet, als daszu druckende Bild Farben enthält. Diese Platten enthalten nun bei der Umdrehung desCylinders von einer zu passierenden Auftragwalze eine jede die ihr zukommende Farbezugeteilt. Es sind zu diesem Behufe so viel Walzen um den Cylinder verteilt, als Farbennotwendig sind. Nachdem nun jede einzelne Platte ihre besondere Farbe erhalten hat,werden letztere auf eine sogenannte Kompositionswalze übertragen, auf welcher nun dasfertige Bild entstehen soll. Von hier aus wird nun diese Farbenkomposition direkt aufdas Papier übertragen und zwar in derselben Weise, wie dies bei der Tapetenfabrikationgeschieht. Ob diese Maschine und das mit derselben auszuübende Druckverfahren jemalspraktische Verwertung finden wird, ist vorläufig noch nickt abzusehen.
Es war natürlich, daß man namentlich in den Ländern, in welchen die Masse derkleinen Accidenzarbeiten für das geschäftliche Leben sich häufte, an Maschinen dachte, mitdenen man schnell und leicht arbeiten kann. Namentlich machte sich das Bedürfnis inNordamerika und England geltend, wo es sehr viele Druckereien gibt, die sich nur mitder Herstellung von Accidenzarbeiten beschäftigen. Man bat dort nicht Zeit, zu warten,bis der Drucker mit seinen lange andauernden Vorbereitungen auf der Handpresse fertigward, um 100 Visitenkarten oder dergl. zu drucken. Es entstanden in Amerika undEngland eine Menge sogenannte Tiegeldruckpressen unter den verschiedensten hochklingendenNamen. Zu den ältesten und in Deutschland verbreitetsten gehört die von Degener L Weiler