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Buchbinderei.
und aus den Schnitt des Buches gebracht. Hierauf wird dasselbe abermals sorgfältigauf die Fläche des Buchschnitts angedrückt und läßt davon so viel von dem Firnis aufdemselben zurück, daß, wenn die Fläche mit Gold- oder Silberbronze überzogen wird,das Muster in klarer Zeichnung dasteht. Diese Schnittverzierung war eine Zeitlangsehr beliebt, wird jedoch jetzt nur noch in vereinzelten Fällen angewendet, Iveil sich dieBronze beim Benutzen des Buches abgreift.
Decken. Ist der Schnitt des Buches hergestellt, so schreitet man zum Anlegen derDeckel. Vorher findet jedoch noch eine Zwischenarbeit, das sogenannte Abpressen, statt,dies geschieht, indem man das Buch so zwischen zwei Bretter spannt, daß dieselben etwa2 — 3 inni von den Rückenkanten des Buches abstehen. Mit einem eisernen Hammerwird dann der Rücken von der Mitte aus nach der Kante an beiden Seiten gehämmert,die elastischen, durch Leim zusammengehaltenen Bogen fügen sich den Hammerschlägenund bilden einen Falz, in welchem die Pappendeckel ihren Platz finden; bei der Arbeitmuß aber darauf geachtet werden, daß der Falz nur so hoch wird, daß die Deckel den-selben gerade ausfüllen. Auch für diese Arbeit ist die Handarbeit in großen Werkstättennicht ausreichend, und man hat eine besondere Abpreßmaschine gebaut, welche dasHämmern ersetzt. Das Buch wird bei derselben, den Rücken nach oben, zwischen zweiPreßplatten gespannt, über denselben befindet sich an einem Gestell eine kleine eisernedrehbare Walze, welche so angebracht ist, daß sie mittels eines Handgriffs im Halbkreisüber den Buchrücken geführt und mit Hilfe einer besonderen Stellvorrichtung für jedebeliebige Rückenbreite passend eingerichtet werden kann. Durch diese Bearbeitung desRückens bilden sich die Falze viel rascher und schöner, als dies durch das Hämmern zuerzielen ist.
Dieser Arbeit folgt das Kapitalen des Buches, welches darin besteht, daß obenund unten an den Enden des Rückens ein Streifen farbigen Bandes quer übergeleimtwird, welches über den Schnitt vorsteht und so das Mittelglied zwischen diesem und demRücken bildet. Das Kapitalen dient nicht nur zum besseren Aussehen, sondern trägt auchzur Haltbarkeit des Bandes bei.
Das Zerschneiden geschieht auf einer Pappenschere. Sie besteht aus einem aus einemGestell ruhenden eisernen Tisch, an welchem nach vorn ein vierkantiges Stück Stahl dasMesser bildet. Das Gegenmesser ist gebogen; es ist an dem einen Ende des Tisches besestigtund am vorderen Ende mit einem Handgriff versehen. Beim Arbeiten wird die Pappe aufden Tisch gelegt, mittels eines durch den Fuß zu bewegenden eisernen Balkens festgehaltenund mit dem nach unten zu bewegten Messer zerschnitten. Für ganz großen Betrieb hatman die Pappdeckelschncidemaschine. Eine solche wird in der Hauptsache aus einer Anzahlkreisförmiger Messer gebildet, die auf einer Welle in der Breite der Buchdeckel gestellt sindund bei rascher Drehung den vom Arbeiter zugeführt«! Pappstreifcn im Nn in so und soviel Deckel von genau gleicher Größe zerteilen. Mit Hilfe derselben kann ein Arbeiter aneinem Tage 20 000 Buchdeckel schneiden.
Die Teckel können auf verschiedene Art an den Band befestigt oder angesetzt werden.Immer aber werden die ausgescherten Bünde oder das Band oder Heftzeug bei mit Drahtgehefteten Büchern hierzu benutzt, welche flach ausgebreitet, angeleimt oder angekleistertwerden; dabei werden die Deckel scharf im Falze eingesetzt. Der Rücken des Buches erhältebenfalls eine Bekleidung; sie besteht aus einem guten Kartonpapier, von welchem einStreifen, breiter als der Rücken, geschnitten wird, so daß er, wenn umgebogen, an denSeiten bis zu den Falzen herumreicht, wo er entweder noch vor den Teckeln oder späterangeleimt wird. Über dem Buchrücken selbst kommt also das Rückenstück hohl zu liegen.Es muß eine gewisse Elastizität besitzen, so daß der hohle Rücken sich beim Aufschlagen desBuches mehr rundet und zurücktritt, beim Zumachen aber wieder anlegt. Bei den so-genannten festen Rücken ist kein Rückenstück vorhanden, sondern der Überzug, der dannwenigstens Leinwand sein muß, ist gleich auf den eigentlichen Rücken festgeleimt.
Haben nun die Bücher ihr rohes Unterkleid erhalten, so kann mit dem Überziehenderselben begonnen werden, und dazu werden die verschiedenartigsten Stoffe verwendet,als: Pergament, Leder, Kaliko, Leinen, Seidenzeng, Sammet und Papier. Als Bindemittel