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Zehnter Band. Der Weltverkehr und seine Mittel. Zweiter Teil: Geistiger Verkehr.
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224 Buchbinderei.

Partien handelt, fertigt der Buchbinder die Decken besonders an, in welche dann die vor-gerichteten Bücher „eingehängt" werden. Die Anfertigung der Einbanddecken ist einerder wichtigsten Zweige des Großbetriebs; es gibt bedeutende Firmen, die ausschließlichDecken anfertigen, die auf dem Wege des buchhändlerischen Verkehrs vertrieben werden.Das dominierendste Überzugsmaterial ist ein unter dem Namen Buchbinderkaliko bekannterBanmwollstoff. Dieser Stoff wurde früher in bester Qualität nur in England fabri-ziert, seit Jahren liefern leistungsfähige Färbereien wie Schulze L Nieman, Leipzig ,Bleicherei, Färberei und Appretur-Anstalt vvrm. I. Weber in Bamberg u. a. Buchbinder-leinwand in guter Qualität und prachtvollster Färbung. Außer diesem Stoffe finden nochalle Arten Leder, seidenartige Gewebe, Leder- und Leinenimitation und in neuerer Zeitsogar Celluloid vielfach Verwendung. Die unter den Namen Pergamoid und Dermatoiv

neuerdings eingeführten Stoffesind sehr solide und abwasch-bare Lederimitationen. DieseDeckenherstellung im großen be-schäftigt in der Regel 2 bis3 Mann zu gleicher Zeit, welchedie an den Decken vorkommen-den Arbeiten so verteilen, daßder erste den Überzugsstoff mitLeim bestreicht, der zweite dengeschnittenen Deckel und dieRückeneinlagen darauf bringtund an zwei Seiten den Stoffumlegt, „einschlägt", währendder dritte die übrigen zweiSeiten einschlägt und den Stoffmit einem Falzbein anreibt, da-mit keine hohlen und blasigenStellen entstehen.

Aber auch hier haben dieMaschinen die Handarbeit ver-drängt. Mit Hilfe der An-schürt e r m a s ch i n e von Ferd. E.Jagenberg in Düsseldorf wirdder Überzugstoff gleichmäßig mitLeim bestrichen, und nachdemdie Deckel mittels Handarb, itausgelegt und die 4 Seiten eingeschlagen sind, besorgt die Anreibemaschine die letzteArbeit an der Decke. Diese Maschine ist der in unserem Haushalte hinlänglich bekanntenWringmaschine sehr ähnlich. Sie besteht aus einer festen eisernen und einer elastischenGummiwalze, welche sehr eng gegeneinander gestellt sind, und zwischen denen man dieDecken hindurch laufen läßt. Der Druck der Gummiwalze bewirkt dasselbe, was sonstder Arbeiter mit dem Falzbein besorgt.

Die Firma W. C. Hörne London hat eine sehr sinnreiche, äußerst komplizierte Decken-machemaschine gebaut, die die einzelnen Arbeiten des Teckenmachens in sich vereinigt. Sieliefert pro Stunde ca. 1000 fertige Decken in Oktav-Format. In den größten Buch-bindereien Leipzigs hat diese Maschine trotz des hohen Preises (20 000 Mark) Einganggefunden. Ein Beweis, wie mächtig sich der Großbetrieb in der Buchbinderei entwickelthat und auch noch entwickelt.

Dem Überziehen des Buches folgt das Anpappen, und es besteht dasselbe darin,daß von dem Vorsetzpapier zu Ansang und Ende des Buches das äußerste Blatt an demDeckel sauber festgeklebt wird. Hierdurch wird einesteils der Zusammenhalt verstärkt,

162 . Nateiit-Nnschmiernwschiiie.