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Zehnter Band. Der Weltverkehr und seine Mittel. Zweiter Teil: Geistiger Verkehr.
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Der Kupferstich, Schabkunst und Punltiermanicr.

bezcugtermaßen das erste Schabknnstblatt. 1643 folgte das Porträt der GemahlinFerdinands ll., geb. Eleonore Gonzaga, 1644 Wilhelm v. Oranien und seine Gattin,in den fünfziger Jahren noch einige Blätter. Seit 1657 sind keine datierbaren Arbeitenvon ihm mehr nachweisbar. Die Schabkunst wird schnell verbreitet. Prinz Ruprecht,Sohn des Winterkönigs, General nnd Admiral des englischen Königs Karl I. , ein Dilet-tant, wie Ludwig v. Siegen, lernt von diesem die neue Technik. 1658 erscheint seinerstes Blatt, „das Haupt Johannes des Täufers". Ruprechts künstlerischer Mit-arbeiter Wallerant Vaillant arbeitet seit 1658 Schabkunst, ebenso Thomas Wer»,dann viele Künstler in denNiederlanden, in Nürnberg und Augsburg . 1660 gehtPrinz Ruprecht nach Eng-land zurück z» König Karl 1l.

Seitdem wird die Schab-knnst in England eingebür-gert, allerdings zunächst nurvon eingcwanderten Künst-lern (Niederländern) geübt,dann geradezu national-engtische Technik. Das ersteenglische Blatt 1669 vonSherwin, dann Blüte durchI. Smith, nnd neuer Auf-schwung in der zweiten Hälftedes 18. Jahrhunderts. Por-träts nach Gainsborough ,

Romncy, Ramsay, Reynolds,

Hoppner, Lawrence, vonMac Ardell, Green, Dixon,

I. R. Smith, Dickinson,

Earlvm, Fisher, Houston ,

Pethers, Ward, Watsonu. s. w. Daneben Replikennach van Dyck, Kneller,

Lely, da sich die Technik zurWiedergabe von Ölgemäldenbesonders eignete. In neue-ster Zeit ist die Schwarz-kunst hier und da wieder inAusnahme gekommen.

Ferner entstand diePunktiermanier (Abb.

206), d. h. man versuchtedurch Einhämmern von Punkten in die Platte Tonwirknng zu erzielen. Man bediente sichdazu zunächst eines spitzen Eisens (der Punze). Pnnzenstiche (gravurss au inatllot) fertigtenschon im 16. Jahrhundert die Goldschmiede Paul Flindt nnd Hieronymus Bang. Punzeund Roulette wandte im Beginn des 17. Jahrhunderts Franz Aspruck an, während amEnde dieses Jahrhunderts der Holländer Janns Lutma das Verfahren zur höherenBlüte brachte. Der Holländer Jakob Bylaert zu Amsterdam beschreibt dann um 1760eine eigentliche Pnnktiermanier als seine Erfindung. Ihre Blüte fand sie am Ausgangdes 18. Jahrhunderts in England, wo die weichlichen klassizierenden Arbeiten der AngelikaKanffmann u. a. in dieser Technik ihren gleichwertigen Ausdruck fanden. Mit größtem Er-folge übten gleichzeitig Bartolozzi, Ryland, Barke, Caroline Watson die Punktier-manier. Tann verschwand sie, ohne wieder Belebung gesunden zu haben.

200. Ausschnitt eines Stiches von Aobert Aantcuit:Aitdnis Fouqurts.