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Zehnter Band. Der Weltverkehr und seine Mittel. Zweiter Teil: Geistiger Verkehr.
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Tie graphischen Künste.

konnte. Er nannte das Verfahren Similigravüre. Doch sprangen beim Gravieren leichtTeilchen der Wachsmasse aus. Andere versuchten, ein feines Gazenetz zwischen dasNegativ und die lichtempfindliche Schicht der Platte zu schieben. Moritz und Max Jaffe in Wien benutzten feines Siebtnch und Husnik ein Gazesieb, wie es die Müller zumSortieren der feinsten Mehlsorten verwenden.

Epochemachend war dann die Erfindung von Meisenbach, der seit 1883 bei derAusnahme ein auf einer Glasplatte aufgetragenes Liniennetz, einen sogenannten Rastereinschob (Abb. 234 n. 235). Durch dies Liniennetz hindurch erfolgte die Aufnahme, so daßdie Tvnflächen nicht mehr zusammenhängend blieben, sondern völlig in Punkte zerlegtwurden, die je nach der Dichtigkeit und Größe der Punkte die Abstufungen der Schatten-flächen ergeben (Abb. 236 u. 237). Meisenbachs Verfahren wurde schnell verbessert vonamerikanischen, deutschen und französischen Firmen. In der Regel wird es als Auto-typie bezeichnet, in Frankreich auch als Typogravure, in England und Amerika alslmlt'tous-proaoss, 8>vau-t^po, Ivss-t^po, aber meist auch hier als autotvps-proesss. Denersten Versuch hatte Georg Meisenbach am 2. August 1881 mit einem System von

Lgt. Natürliche Größe. 2gs. Viermal vergrößert.

2S4 u. 2 ZS. Abdruck eines Aastrrneiies.

parallelen Linien gemacht, die ihm Meggcndorfer auf Papier zeichnete. Meisenbach haltedann 1883 auf einer Glasplatte ein Netz von feinen parallelen Linien hergestellt. Erschob dieses zwischen Negativ und lichtempfindliche Platte, belichtete, unterbrach die Be-lichtung, drehte den Raster so, daß nun die Linien senkrecht zur früheren Belichtungstanden, und vollendete. So hat er die Mehrzahl der Illustrationen in BaumeistersDenkmälern des klassischen Altertums hergestellt, welches 1885 bei Lldenbvurg in München erschien. Die gekreuzten Rasterlinicu hatten die Tvnflächen in Punkte zerlegt. Dochmußten zunächst noch vollkommenere Raster erfunden werden, um feinere Punkte zu er-zielen. Es gelang, rechtwinkelige sich kreuzende Linien auf der Glasplatte herzustellen, diefünf bis sechs Linien pro Millimeter auswiesen, oder zwei Raster mit parallelen Linien soaufeinander zu kitten, daß ihre Liniensysteme sich kreuzten. 1888 erzielte Husnik Raster-netze dadurch, daß er einen schwarzen Grund auf ein Spiegelglas goß und mit demDiamanten das Liniennetz einkratzte. In der Durchsicht waren also die eingekratztenLinien durchsichtig, dazwischen aber standen die Reste des schwarzen Deckgrundes alsgleichmäßig verteilte Punkte. Max Levy in Amerika erzielt umgekehrt durchsichtige Punktezwischen undurchsichtigem Liniennetz, indem er das Glas mit Ätzgrund deckt, die Linienmit einer Maschine einritzt, ins Glas ätzt und nach Abwäschen des Ätzgrundes die ge-ritzten Linien mit Emailmasse ausfüllt. Er ritzt nur parallele Linien auf der Platteein, legt aber dann zwei Platten so aufeinander, daß ihre Linien sich rechtwinkelig kreuzen,