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Zehnter Band. Der Weltverkehr und seine Mittel. Zweiter Teil: Geistiger Verkehr.
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Die Volkswirtschaft von heute.

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Volks- und Weltwirtschaft von heute.

Allgemeines.

Das Bild des wirtschaftlichen Entwickelungsganges der Menschheit, wie es der vor-angegangene Abschnitt zn entwerfen versucht, bedarf einer Ergänzung durch eine Dar-stellung der in der Gegenwart wirksamen wirtschaftlichen Kräfte. Tiefe Darstellung wirdzunächst ausgehen müssen von einer Übersicht über die Ausdehnung und die Bevölkerungder einzelnen Staaten. Denn wie der Boden die Grundlage aller Wirtschaft, so ist derAnteil der einzelnen Völker an der bewohnten Erdoberfläche eine der grundlegenden Vor-aussetzungen für ihre weitere Entwickelung und dies in um so höherem Grade, je mehrdie Entwickelung aus die Bildung großer selbständiger Wirtschaftsgebiete und auf diewirtschaftliche Abschließung der Nationen von einander hingeht. Der Landbesitz einesVolkes bildet gewissermaßen den äußeren Rahmen für die Weiterentfaltung seiner wirt-schaftlichen Kräfte, den freien Ellbogenraum, den es sich im Wettbewerb der Völker fürdie Zukunft vorweg gesichert hat, vorausgesetzt, daß es auch die Kraft besitzt, ihn gegendie andringenden Nebenbuhler zu behaupten.

Den Maßstab für das Vorhandensein dieser Kraft, für die Fähigkeit eines Volkes,sein äußeres Machtgcbiet sich nutzbar zu machen, es zu behaupten und zu erweitern,bildet zunächst die Größe und die Bewegung der Bevölkerung, sowie ander-seits die Art ihrer beruflichen Gliederung ein Bild seiner wirtschaftlichen Eigen-art liefert.

Vervollständigt wird dieses von der Betriebsstatistik, welche die in den landwirt-schaftlichen und gewerblichen Betrieben vollzogene Vereinigung der sachlichen und persön-lichen Produktivkräfte zur Darstellung bringt und hinüberleitet zur Besprechung der Er-zeugung und deS Verbrauches der wichtigsten Welthandelsgüter und der Bedeutung, welchedie einzelnen Produktionsländer hiefür besitzen. Au diese reiht sich naturgemäß dieDarstellung des Güteraustausches zwischen den verschiedenen Produktionsgcbieten desWelthandels und der Stellung, welche die verschiedenen Völker darin einnehmen. ZnmSchlüsse soll versucht werden, das Ergebnis, das die wirtschaftliche Thätigkeit für ihrenWohlstand, für die Höhe des Volkseinkommens und Volksvermögens in den ein-zelnen Ländern hatte, übersichtlich zur Darstellung zu bringen.

Boden und Bevölkerung.

Flächeninhalt und Bevölkerung der einzelnen Staaten.

Die jüngsten Fühlungen und Schätzungen ergeben für die einzelnen Staaten unddie von ihnen beherrschten Gebiete die in der auf S. 416 bis 419 folgenden Tabellezusammengestellten Zahlen.

Diese Ziffern reden eine eindringliche Sprache. Sie sind ein Beleg für das, wasin dem vorangegangenen Abschnitte über die Bildung großer Wirtschaftsgebiete, über dieMacht- und Wirtschaftspolitik der großen Weltmächte gesagt wurde.

An der Spitze aller Kulturstaaten steht in Bezug auf die Ausdehnung seines Macht-kreises England; rund ein Viertel der bewohnten Erde und ein noch größerer Teil ihrerBewohnerschaft — einschließlich Ägyptens und des Sudans 25 , 70/0 — gehören dembritischen Weltreiche an. Während die englischen Staatsmänner in ihren Reden be-teuerten, daß „der Grundzug der englischen Politik ein strenger Konservatismus sei,weil England wünsche, daß die Dinge so verbleiben, wie sie sind, weil es nach außenhin nichts begehre", hat das britische Reich seinen Gebietsumfang seit 1866 von12,6 auf 32,n oder mit Einrechnung Ägyptens und des Sudans sogar auf 34,16 MillionenGeviertkilometer ausgedehnt. Scheinbar war es ein friedliches Wachstum und thatsächlichgeschah es ohne Zusammenstoß mit einer gesitteten Macht, durch Verträge mit Barbaren-staaten, bei deren Abschluß allerdings dann und wann mit sanfter Gewalt nachgeholfen