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Zehnter Band. Der Weltverkehr und seine Mittel. Zweiter Teil: Geistiger Verkehr.
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Die Weltwirtschaft.

Der Entwickelungsgang unseres Wirtschaftslebens.

Allgemeines.

tMie Grundlagen, auf denen sich unser modernes Wirtschaftsleben aufbaut, sind Ar-beitsteilung und Tausch. Der Einzelne stellt nicht mehr selbst in eigener Wirt-schaft alle jene mannigfachen Gegenstände her, die er zur Befriedigung seinerBedürfnisse benötigt. Seine Thätigkeit ist eine einseitige geworden, sie be-schränkt sich auf die Hervorbringung einer bestimmten Art von Gütern oderauf Leistung bestimmter Arbeiten, um im Austausch dieser gegen jene deranderen sich die Mittel zur Befriedigung der eigenen Bedürfnisse zu verschaffen. JederEinzelne übernimmt gewissermaßen einen bestimmten Anteil an der ganzen Summe vonArbeit, die notwendig ist, um den Bedarf der Gesamtheit zu decken, und erwirbt dafürden Anspruch, nach Maßgabe des von ihm Geleisteten an der gesamten Gütermenge teil-zunehmen, welche zur Befriedigung dieses Bedarfes zur Verfügung steht. Auf dieseWeise sind die Einzelwirtschaften zu einer höheren Einheit verknüpft, die man alsVolkswirtschaft zu bezeichnen pflegt, und eine ähnliche Verknüpfung, wie sie zwischen denEinzelwirtschaften eines Volkes besteht, ist durch die moderne Entwickelung des Verkehresauch zwischen den Wirtschaften der einzelnen Völker hervorgebracht worden. ZahlreicheErzeugnisse fremder Zonen, wie der Kaffee, der Thee, der Tabak, sind uns unentbehrlicheGegenstände des täglichen Verbrauches geworden, während anderseits Europa undNordamerika gewissermaßen die großen Jndustriewerkstätten sind, welche eine halbe Weltmit den Erzeugnissen entwickelten Gewerbefleißes versehen. Wir essen Brot, zu dem dasKorn auf den Ebenen Südrußlands und Argentiniens gewachsen ist, der Pflug aber,der dort den Acker furcht, ist vielleicht aus einer deutschen oder englischen Werkstättehervorgegangen. Unsere Tuchfabriken verarbeiten die Wolle australischer Schafe, unddas Gewebe, das vom Stuhle kommt, findet wieder seinen Weg in entfernte Welt-teile. Ein immer dichter werdendes Netz wirtschaftlicher Beziehungen verbindet dieentlegensten Länder, und wenn diese Beziehungen an Innigkeit auch nicht zu vergleichensind mit jenen, welche die Einzelwirtschaften zur Volkswirtschaft verbinden, so kann mandoch wenigstens in dem Sinne von einer Weltwirtschaft sprechen, daß Hervorbringungund Verbrauch sich wechselseitig ergänzen und die Kulturerrungenschafteu und Fortschrittejedes Landes, seine wirtschaftlichen und politischen Zustände weit über seine Grenzen hin-aus eine tief einschneidende Wechselwirkung entfalten.

Diese auf Arbeitsteilung und Tausch gegründete Produktionsorganisation ist unsheute schon etwas so Gewohntes und Selbstverständliches geworden, daß ein andererZustand uns völlig fremd, ja undenkbar erscheint, und daß wir bei der Betrachtung

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