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Zehnter Band. Der Weltverkehr und seine Mittel. Zweiter Teil: Geistiger Verkehr.
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Die Weltwirtschaft.

Gebiete verbreitet, in denen es früher kaum bekannt war. So weist z. B. der Bier-verbrauch in Frankreich eine rasche und bedeutende Zunahme auf. Nähere Aufschlüsseüber die Biererzengung in den einzelnen Staaten gibt für das Jahr 1897 die nach-folgende Zusammenstellung:

Land

Brauereienin Betrieb

Erzeugung,n M

Auf den Kopfder

Bevölkerunqentfallen 1

Deutsches Reich .

21 236

61 478 453

115,g

Großbritannien und Irland.

8 >98

57 825 095

136.8

Österreich-Ungarn .

1 662

20 823 333

45.2

Schweiz .

304

1 802 961

44.2

Frankreich .

2 546

9 248 814

27.8

Belgien .

3 057

10 364 818

148.8

Niederlande .

428

1 326 860

29.6

Dänemark .

324

1 854 948

87

Schweden .

54»

1 52, 72»

24,8

Norwegen .

47

632 950

20,85

Rußland.

I 136

4 882 726

5,91

Italien .

89

78 367

1.83

Spanien ..

36

85 865

1,15

Rumänien .

>7

64 760

3.N

Serbien.

>2

62 958

1,8

Bulgarien .

21

57 867

>.S

Griechenland.

Europäische und asiatische Türkei, Indien (Britisch Indien) nebst anderem enro-

11

81 715

2,6

päischen Besitz.

Bereinigte Staaten von Nord und Sud-

39

411 260

0,0 tt

amcrika, Australien n. s. w.

2 471

52 756 382

74.15

Branntwein. Für die Erzeugung von Spiritus im großen als Stapclartikelfür den Welthandel kommt vorzugsweise die Verarbeitung von stärkemehlhaltigen Stoffen,namentlich von Getreide und Kartoffeln in Betracht. Auch für die Landwirtschaftsind vorzugsweise diese Zweige der Branntweinbrennerei von Bedeutung. In Gegenden,wo ein sandiger, leichter Boden auf den Kartoffelbau hinweist, bildet die Verarbeitungdieser Frucht zu Branntwein oft die einzige Möglichkeit ihrer nutzbringenden Verwertung,da eine Verfrachtung der Kartoffel auf größere Entfernungen infolge ihres geringenWertes, der keine hohen Transportkosten verträgt, ausgeschlossen ist, und der örtlicheVerbrauch in keinem Verhältnisse zur Größe der Ernten steht. Unter Umständen könnenähnliche Rücksichten auch die Verarbeitung von Getreide zu Spiritus vorteilhaftererscheinen lassen, als seine Versendung. In beiden Fällen liefert überdies die Spiritus-fabrikation noch ein wertvolles Nebenprodukt, die Schlempe, die ein treffliches Vieh-futter bildet, so daß der Betrieb der Brennereien gleichzeitig eine ausgedehntere Vieh-haltung und intensivere Wirtschaft ermöglicht.

In einzelnen Ländern mit starkem Steinobstbali (namentlich Pflaumen) bildetdie Branntweinbrennerei oft die einzige Möglichkeit einer entsprechenden Verwertungder Obsternte. So bildet z. B. in Kroatien, Slawonien, Serbien und Bosnien ausPflaumen hergestellter Branntwein (Slibovitz) einen bedeutenden Ausfuhrartikel. Er-wähnt sei ferner die Destillation von Wein in manchen Weingegenden (Cognac, Tokai)und die Verwendung von Zuckerrohr, Palm- und Sorghumsaft zur Branntwein-bereitung in tropischen Ländern (Rum und Arak). Auch ein Abfallprodukt bei derRübenzuckerfabrikation, die Melasse, bildet einen wichtigen Rohstoff der Branntwein-industrie. Erzeugt werden jährlich nach den neuesten Angaben in Rußland 4,3, imTeutschen Reiche 3,1, in Frankreich 2,2, in Österreich-Ungarn 2, in den BereinigtenStaaten 1,7, in Großbritannien 1, in Dänemark 0,3, in Schweden und Norwegen 0,23 Millionen lll reinen Alkohols.