447
Erzeugnisse der tropischen Landwirtschaft.
Für Kakao sind die Hanpterzengungsgebiete die Länder des tropischen Süd- undMittelamerika und Mexiko . Die Hauptmenge der in den Handel gelangenden .Kakao-bohnen stammt aus Ecnador, das jährlich an 14 000 t ausführt. In neuerer Zeitwird Kakao auch auf Celebes und im tropischen Afrika gebaut. Die Gesamtmenge desaus den Erzengnngsländern jährlich ausgeführten Kakaos bclänfl sich auf durch-schnittlich 30 000 t.
Die Entwickelung des Verbrauches von Kaffee, Thee und Kakao im Gebiete desTeutschen Reiches geht aus der nachfolgenden Übersicht hervor.
Verbrauch
von Kassee,
Kakao in
deutschen
Zollgebiete.
Durchschnittlich
jährlich
Kaffee rob
Thee
Kakao
und Bohnen
im ganzenr
pro Kopf
im ganzen
pro Kopfkx
im ganzert
pro Kopf
1836'40
26 600
1,01
122
0,004
37t
0,01
1841/45
35 373
1 ,25
137
0,004
4Il
0,01
1846/50
398!0
1,34
172
0,01
535
0,02
1851/55
49 054
1 ,57
621
0,02
727
0,02
>856 60
59 770
1,79
646
0,02
780
0,02
1861/65
65 924
1.87
637
0,02
960
! 0,03
1866 70
82 827
2.20
748
0,02
l 259
0.03
1871 75
93 249
2,27
1 018
0,02
l 941
0,05
1876/80
101 366
2,33
1 381
0.03
2 019
/ 0,05
1881'85
110 907
2.44
1 564
0,03
2 806
0.0«
1886/90
114 263
2,38
1 912
0,04
4 954
1 0,10
1891'95
122 897
2.41
2 614
O.os
8 >48
i 0,16
>896
' 129 884
2.4«
2 625
0,05
12 114
! 0,23
1897
135 890
2.53
2 654
0,05 ;
14 332
0,27
Industrie und Gewerbe.
Die Formen des modernen Industriebetriebes.
Wir haben bei der Besprechung des Entwickelungsganges unserer Volkswirtschaftdie verschiedenen Formen des Gewerbebetriebes in der Reihenfolge, wie sie in der Ge-schichte auftreten, kennen gelernt und gefunden, daß für jedes Zeitalter der wirtschaft-lichen Entwickelung eine bestimmte Betriebssorm charakteristisch ist. Man würde jedochirren, wenn man dies zugleich für die ausschließliche Betriebssorm des betreffenden Zeit-alters halten wollte. Vielmehr ragen in die spätere Periode immer noch mehr oderweniger bedeutende Reste der früheren Wirtschaftsformen herein, und heute noch findenwir den verschiedensten Wirtschaftsstusen ungehörige Betriebsformen nebeneinander vor.In den bäuerlichen Wirtschaften unserer Alpenthäler und der osteuropäischen Länderhaben sich vielfach noch Reste der geschlossenen Hauswirtschaft erhalten. In dengleichen Gegenden spielt auch der Hausfleiß noch eine bedeutende Rolle. Die so-genannte nationale Hausindustrie des Ostens (wie die Herstellung von Teppichen,Stickereien, Lederarbeiten, bemalten und geschnitzten Gefäßen in Ungarn, Bosnien ,Kroatien u. s. w.), die Erzeugung von Holzarbeiten und Schnitzwaren in manchen Wald-gegenden unserer Gebirge gehören hierher. Es handelt sich dabei nicht um eine förmlichegewerbliche Thätigkeit, sondern um die Ausnutzung der in der Familie vorhandenenArbeitskräfte zu Zeiten, wo die landwirtschaftliche Arbeit ruht, und um die Verwertungvon Erzeugnissen, die gelegentlich in einer den eigenen Bedarf übersteigenden Mengehergestellt werden. Ebenso wird in unseren Alpenländern das Handwerk heute noch inder alten Form der Störarbeit betrieben. Der Handwerker zieht mit seinen Gesellenauf den Bauernhöfen herum und fertigt dort aus dem vvm Bauer oft noch selbst ge-sponnenen und gewebten Loden oder aus dem Leder, das dieser aus der Haut einesgeschlachteten Tieres sich gerben ließ, Kleidungsstücke und Schuhe. In den Städten hatsich neben dem kapitalistischen Großbetrieb das Handwerk, das unmittelbar für dieKunden arbeitet, in weitem Umfange erhalten, und die Herstellung von Waren für den