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Zehnter Band. Der Weltverkehr und seine Mittel. Zweiter Teil: Geistiger Verkehr.
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Industrielle Entwickelung der wickitigsten Staaten.

Mittelbetriebe liegt der Schwerpunkt namentlich beim Bau- und polygraphischen Ge-werbe. Als die Domäne des Kleinbetriebes erscheint die Bekleidungsindustrie, wo80°'„ aller Arbeitskräfte im Kleinbetriebe in Verwendung stehen und nur 6,1 auf denGroßbetrieb entfallen, sodann die Industrie der Holz- und Schnitzstoffe und jene derNahrnngs- und Genußmittel. Auch im Handelsgewerbc überwiegt weitaus der Klein-betrieb. Die Beschäftigung Non Frauen ist innerhalb der eigentlichen Industrie amstärksten bei der Textilindustrie, wo mehr als die Hälfte aller Arbeiter dem weiblichenGeschlechte angehören, dann in der Bekleidung»- und Nahrungsmittelindustrie. Im Gast-und Schankgewerbe ist die Zahl der weiblichen Gehilfen mehr als dreimal so groß wiedie Zahl der männlichen. Im Handelsgewerbe halten beide Ziffern sich die Wage.

Besonderes Interesse bieten die Zahlen über die Verbreitung der Hausindustrie.Als Hausindustrielle werden jene Betriebe bezeichnet, welche nicht für eigene Rechnungsondern für einen anderen Gewerbetreibenden, den Verleger, arbeiten. Bei der Zählungwurden 342 557 derartige Betriebe ermittelt, welche zusammen 457 984 Personen be-schäftigen. Am weitesten verbreitet ist die Hausindustrie im Textil- und Bekleidungs-gewerbe. Hierher gehören alle die zahllosen Hausweber, die Näherinnen und Stück-schneider, die für Geschäfte und Konfektionäre arbeiten. Gegenüber den Zahlen desJahres l882 fällt auf, daß die Zahl der hausindnstriellen Personen in der Textil-industrie um nicht weniger als 89 322 zurückgegangen ist, ein treffendes Beispiel für dieRafchheit, mit welcher in diesen Gelverben die maschinelle Technik vordringt und denHausweber von seinem alten Handstuhl weg in die Fabrik zum mechanischen Stuhletreibt. Außerdem ist auch in der Industrie der Holz- und Schnitzstoffe, wohin die gleich-falls oft hansindustriell betriebene Drechslerei, Holzschnitzerei und Korbflechterei gehören,und in der Metallverarbeitung — hier bei der Messer- und Kleinzeugschmicderci — einegrößere Zahl von Hansindustriellen zu verzeichnen.

Die Zahl der Betriebe, welche Motoren verwendeten, betrug 164484: sie ver-wendeten zusammen 3427 325 mechanische Pferdckräfte; davon entfielen 629065 ausWasserkräfte, 2 721218 auf Dampfkraft, 53000 aus Gasmotoren, 11085 auf Druck-luftmotoren, 2259 aus Elektrizität, der Rest auf Petroleum-, Benzin- nnd andere Motoren.Im Gegensatz zur Schweiz nnd Amerika besitzt somit in Deutschland die Dampfkraft eineganz überragende Bedeutung. Von den einzelnen Industrien ist der Bergbau und Hütten-betrieb am stärksten mit mechanischer Kraft ausgerüstet. Ihm kommt zunächst die Nahrungs-mittelindustrie wegen der vielen hierher zählenden Mühlen. In dieser Gruppe findet auchdie stärkste Verwendung von Wasserkräften statt: es stehen hier 281090 PferdestärkenWasserkraft gegen 392 827 Pferdestärken Dampfkraft. Die Verwendung von Wasserkraftüberwiegt ferner in der Papierindustrie, welche 112 407 Pferdestärken Wasserkraft undbloß 87 904 Pferdestärken Dampfkraft verwendet. In Bezng auf den gesamten Kraft-aufwand steht der Nahrungsmittelindustrie die Textilindustrie am nächsten. Dabei hatdie Motorenbenutzung gegenüber 1882 bedeutend zugenommen. In diesem Jahre wurden81280 Betriebe mit fünf Gehilfen und darunter gezählt, welche Motoren verwendeten,gegenüber einer Zahl von 95 558 derartigen Betrieben im Jahre 1895. Die Zahl derMotorcnbetriebe mit mehr als fünf Personen hat sich von 28142 auf 65137 vermehrt.Das gleiche Bild einer energisch fortschreitenden Entwickelung bietet sich uns, wenn wirdie Ärbeitsmaschinen in Betracht ziehen, welche durch elementare Kraft in Bewegunggesetzt unmittelbar die menschliche Arbeit ersetzen. Die rasch um sich greifende, auf immerneue Gebiete sich ausdehnende Verwendung solcher Maschinen ist die Grundlage undLebensbedingnng des modernen Fabrikbetriebes. Sie gestattet, die größten Kräfte zurAnwendung zu bringen, indem beispielsweise der große Dampfhammer des KruppschenWerkes ein Fallgewicht von 50000 kx niedersausen läßt und der elektrische Ofen zumGraphitieren von Kohle für elektrische Lampen und ähnliche Zwecke eine Hitze von mehrals 3200 Graden erzeugt. Indem sie die Arbeit in einfache Bewegungen auflösen,steigern sie die Schnelligkeit, Sicherheit und zumeist die Güte der geleisteten Arbeit, ge-statten es mit geringerem Aufwand an Kosten und insbesondere an menschlicher Arbeits-kraft ein reicheres Ergebnis zu erzielen. Für die wichtigsten derartigen Maschinen gibt