Band 
Zehnter Band. Der Weltverkehr und seine Mittel. Zweiter Teil: Geistiger Verkehr.
Seite
464
JPEG-Download
 

464

Die Weltwirtschaft.

Heute beträgt die gesamte Wollerzeugung der Erde ungefähr 1240 Millionen üZ;davon entfallen auf:

Europa : Aus; creuropäische Länder:

Rußland 190 Millionen ll-c, Australien.290 Millionen bp:,

England

80

Nordamerika . . 180 „

Frankreich ....

40

Südamerika ^Argentinien

das Teutsche Reich

22

und Uruguay ) . 200

Österreich-Ungarn .

20

Afrika ^kap, Natal ) . . 70

Spanien und Portugal

25 „

Asien .90

Italien.

10

Zusammen 830 Millionen

das übrige Europa .

23

Zusammen 410 Millionen lr^.

In der Wollverarbeitnng nimmt Großbritannien immer noch den ersten Rangein. Es waren hierbei ähnliche Verhältnisse maßgebend wie in der Baumwollindustrie,doch war seine Stellung hier niemals eine gleich überragende wie auf jenem Gebiete, dadie Wollverarbeitnng auf dem europäischen Festlande zur Zeit, als die industrielle Ent-wickelung Englands begann, viel allgemeiner verbreitet und weiter fortgeschritten ivar alsdie Banmwollindustrie. Es sei hier nur an die alte Blüte der Tuchindustrie in denflandrischen und rheinischen Städten erinnert.

Den zweiten Rang in der Wollindustrie hat heute das Deutsche Reich inne, dasin den letzten 30 Jahren die Zahl seiner Spindeln nahezu verdreifacht hat. Diesemfolgen die Vereinigten Staaten und Frankreich, dann in weiteren Abständen Belgien undÖsterreich . Genaueres über die Zahl der Spindeln und Webstühle in den genanntenLändern enthält folgende Zusammenstellung:

s

pNwcu,

Mebsiühlc

1870

1897

1897

Großbritannien ...

4 958 000

I 6 700 000

140 000

Deutschland . ...

2 430 000

l 3 600 000

80 000

Amerika ...

1 472 000

l 3 600 000

78 000

Frankreich .

2 730 000

' 3 500 000

72 000

Belgien .

I 260 000

1 600 000

31 000

Österreich-Ungarn ...

610 000

800 000

47 000

Flachs, Hanf und Jute. Neben der Wolle ist die Faser der Flachspflanze derälteste von den europäischen Völkern verwendete Spinnstoff. Seit der Einführung derBaumwolle hat jedoch seine Verwendung an Umfang eingebüßt, und in neuerer Zeit istder Flachsbau in Europa erheblich zurückgegangen. Der durch die Konkurrenz der Baumwoll-gewebe verursachte Preisfall des Flachses ließ den Anbau anderer Approvisioniernngs-gewächse, namentlich jenen der Zuckerrübe, vielfach als lohnender erscheinen. Der Flachsbauhat daher selbst in solchen Ländern, die dafür vorzüglich geeignet sind, wie z. B. Irland,bedeutend nachgelassen.

Für die Ausfuhr wird Flachs nur noch in Rußland und in den Niederlanden ge-baut. Alle übrigen Staaten decken nur ihren eigenen Bedarf oder nicht einmal diesen.Die Länder mit entwickelter Flachsindustrie find zum größten Teile auf die Einfuhr desRohstoffes angewiesen.

Für das Jahr 1890 wird die europäische Flachsernte auf 525 Millionen KZ geschätzt,welche sich auf die einzelnen Länder folgendermaßen verteilen:

Rußland . .

. 341 >00 r

Niederlande . .

9 324 1

Deutschland .

. 24 992 ..

Ungarn . . .

5 161 „

Österreich . .

. 38 548 ..

Schweden . . .

2 079 „

Frankreich

. 22 034 ..

Finnland . . .

1 890 „

Belgien . .

. 20 440 ..

Dänemark . .

558 „

Irland . .

. 19 624

Großbritannien .

467 ,,

Italien . .

. 18 700 „

Griechenland . .

>21

Zusammen 505 038 t.