Der Welthandel.
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Güterumlauf uud Gütervrrteilung in der Weltwirtschaft,
Der Welthandel.
Wir haben in den vorangegangenen Abschnitten versucht, ein Bild der landwirt-schaftlichen und industriellen Produktion in den verschiedenen Ländern der Erde zu ent-werfen. Dabei hat sich gezeigt, daß die Verschiedenheit in den natürlichen Prodnktions-bedingnngen, in der Dichte der Bevölkerung und der wirtschaftlichen Entwickelung einerseitseine den eigenen Bedarf weit übersteigende Erzeugung bestimmter Waren mit sich bringt,anderseits die Notwendigkeit des Bezuges anderer Gegenstände aus dem Auslande her-vorruft. Infolgedessen stehen die einzelnen Volkswirtschaften in einem beständigen Aus-tausch der Produktion, in einem regen Wechselverkehr, dessen Umfang sich in den Umsätzendes Welthandels ausdrückt. Die gesamten Umsätze werden von Nenmann-Spallartund Juraschek auf Grund der Anßenhandelsstatistik der einzelnen Länder in folgenderWeise berechnet:
Im Johle
Einfuhr AuSfuhr j Zusammen
in Millionen Mark
Im Jahre
Einfuhr « Ausfuhr ^ Zusammen
in Millionen Menk
1867 — 68
23 314
20 900
44 214
1888
33 819
29 607
63 426
1872 - 73
31 088
26 677
57 765
1889
36 732
31 660
68 392
1877
29 457
27 108
56 565
1890
38 001
32 «124
70 625
1880
34 262
29 561
63 823
1891
38 528
32 966
71 494
1881
34 178
30 214
64 392
1892
38 093
32 450
70 543
1882
35 933
31 193
67 126
1893
37 535
32 59«)
70 125
1883
36 325
31 540
67 865
1894
37 007
31 754
68 761
1884
3-t 657
30 428
65 085
1895
38 179
33 369
71 548
1885
32 879
28 814
61 693
1896
39 981
34 303
74 284
1886
31 590
27 454
59 044
1897
41 136
35 600
76 736
1887
32 577
28 450
61027
In diesen Ziffern spiegeln sich die ungeheuren Fortschritte, die unser Verkehrslebengemacht hat. In den drei Jahrzehnten, auf die sich die Aufstellung erstreckt, hat sich derWert der Umsätze im Welthandel um 73°/„ erhöht, allerdings nicht ohne zeitweise Rück-schläge. Ähnlich wie die Erzeugung einzelner wichtiger Rohstoffe und Jndustrieproduktegeben auch die Umsatzziffern des Welthandels ein treues Spiegelbild unserer wirtschaftlichenEntwickelung. Der wirtschaftliche Aufschwung zu Anfang der 70er Jahre kennzeichnet sichdurch die rasche Steigerung der Einfuhrziffern dieser Zeit. Die Krisis, die im Jahre 1873hereinbrach, und das damit in Verbindung stehende Fallen der Warenpreise, der Kon-sumtion und der Produktion äußert sich in einem Rückschläge der Einfuhrswerte um2 Milliarden Mark. Erst 1880 beginnt wieder eine aufsteigende Bewegung, die jedochnicht von Dauer ist und ihren Grund weniger in einer allgemein günstigen Gestaltungder wirtschaftlichen Verhältnisse als in den besonderen Verhältnissen des Getrcidehandelsund in der in diese Zeit fallenden ungeheueren Ausdehnung der amerikanischen Getreide-ausfuhr bat. Die durch den Wettbewerb des überseeischen Getreides in der europäischenLandwirtschaft hervorgerufene Krisis und die dadurch bedingte Herabminderung derKonsumtionskrast breiter Bevölkernngsmassen in den alten Kulturländern drückt sich indem neuerlichen Sinken der Einsuhrswerte aus, das um die Mitte der 80 er Jahreeinlritt. Erst in dem Maße, als die zum Schutze der heimischen Landwirtschaft in denFestlandsstaaten ergriffenen Maßregeln ihre Wirkung zu äußern und gleichzeitig die inAnpassung an die geänderten Verhältnisse eintretende industrielle Entwickelung den Schadenwettzumachen beginnt, den die europäische Landwirtschaft erlitten hatte, machte sich wiedereine Steigerung der Einfnhrsziffern geltend; sie beginnt im Jahre 1887. Im Jahre 1889wird die höchste in früheren Jahren (1883) erreichte Einfuhr bereits überschritten, undnach einem vorübergehenden Rückschlag der Jahre 1893 und 1894 tritt ein rasches An-