Einfluß, die Bäume blühten prächtig. Bis zum 5. Brachmonat vauerte das schöne Wetter fort,dann trat Regenwetter und hierauf bis zum 16. rauhe Witterung ein. Hierauf wurde es wiederschön, am 18. zeigte sich nach einem leichten Regen ein schöner doppelter Regenbogen. Den 22.Abends zwischen 3 und 4 Uhr fand in der Umgegend von Zürich ein heftiges Gewitter statt.Gerade war eine Abtheilung Kavalleristen vor dem Stall im Schützenplatz aufgestellt, um nach derReitschule zu reiten; die Mannschaft stand noch neben den Pferden, plötzlich fiel ein Strahl einemBaume nach hinunter, traf eines der Pferde, das augenblicklich todt war, und warf den Reiterauf die andere Seite. Dieser war anfangs betäubt, und man glaubte eine Lähmung an seinenFüßen zu bemerken, allein durch sogleich vorgenommenes Reiben trat die Zirkulation des Bluteswieder ein; kurze Zeit nachher befand er sich wieder ganz wohl.
Viel schwerere und wichtigere Folgen hatte ein mit einem heftigen Orkan verbundenes Gewitter,daS sich am 23. Juni Abends über einen Theil der östlichen Gegenden unsers Kantons entleerte.Es kam von Hütten her über Richterschweil hin und schädigte schon hier durch Hagel nicht unbe-deutend. Dann trug der Orkan das Gewitter in dichter, die Lust verfinsternder Masse über denSee, wo in der Mitte desselben oberhalb Stäfa das Dampsboot, der Linth-Escher, sich befand.Das Schiff gerieth in einen furchtbaren Kampf, und nur der Besonnenheit des Kapitäns und derAusdauer der Mannschaft, denen der Hagel die Hände blutig schlug und von denen mehrere Löcherin den Kopf bekamen, war nächst Gottes Hülse die Rettung des Schiffes zu danken; alle Passagierewurden seekrank. Von dem See hinweg zog sich das Gewitter unter entsetzlichem Gebrause überFeldbach, wo die Reben ganz zernichtet wurden, Hombrcchtikon, Rüti, Bubikon , Wald, Dürntenund einen Theil der Gemeinde Hinweil hin bis zum Allman, wo seine Gewalt gebrochen wurde. Esverwandelte in wenigen Minuten die Fluren in eine eigentliche Wüste, indem die Schlossen da unddort die Größ- von Hühnereiern hatten. Ueberall wurden die Bäume größtenteils entwurzelt, zerrissenoder sonst geschädigt. Der Hagel, welcher in schauerlicher Masse fiel und die ganze Gegend in eineeigentliche Dunkelheit einhüllte, zerschmetterte Alles, zernichtete Feld- und Baumfrüchte gänzlich,verwüstete die Aecker und Wiesen längs den Bergen durch Schwemmung, und es schädigte der Sturmauch eine Menge Wohnungen hart. Fünf Scheunen stürzten allein in der Gemeinde Bubikon , woes am schrecklichsten herging, zusammen, und in den Waldungen rings umher sah man nachher nurein schauerliches Chaos. DaS Oberforstamt meldet in seinem Jahresbericht, daß allein in der Staats-waldung zu Rüti zirka 1500 Klafter Nadelholz geworfen worden seien. Viele Menschen, die sichgerade auf den Feldern oder auf der Straße befanden, wurden zum Theil schwer an den Gliedernverwundet, Viele warf der Sturm zu Boden oder riß sie weit hinweg — doch kein einziger Menschbüßte sein Leben ein, obschon mehrere Personen in Scheunen und Torfhüttcn sich flüchteten, diezusammenstürzten. — Von Thieren büßte nur ein Stück Rindvieh das Leben ein; die Störche auf demKirchthurm zu Dürnten blieben unversehrt, da die Alten die Jungen mit ihren Flügeln deckten. Noch3—4 Tage nach dem Gewitter lag der Hagel stellenweise anderthalb Fuß hoch. — Die GemeindenGoßau, Hinweil und Grüningen beeilten sich, mit zahlreicher Mannschaft alsobald thätige Hülfezu leisten, damit möglichst bald Steg und Weg hergestellt, auf Zeltern und Wiesen das Nöthigsteangeordnet werde. Die Regierung ordnete am 26. zwei ihrer Mitglieder in die betreffende Gegendab. Diese bildeten in Zuzug verschiedener dortiger Beamten eine UmerstützungSkommission, und die-selbe verschaffte den Geschädigten Arbeiter, um die Felder und Wiesen zu reinigen, denen vom Staat