16
Schwemmungm heimgesucht. Zu Altstetten schlug der Blitz mitten im Dorfe in einen Birnbaumund von da in eine Scheune, tödtete im Stall eine Kuh, während eine Frau und ein Knabe, die
sich daselbst befanden, unbeschädigt blieben. AuS dem Stall fuhr der Blitz in die Stube des
angebauten Hauses und traf dort ein junges Mädchen auf der rechten Seite, das stark verbranntwurde, ohne indeß weitem Nachtheil zu erleiden; von da fuhr er in eine zweite Stube, einemandern Mädchen, das am Fenster saß, über den Rücken hinunter und entzündete dessen Kleider,
in Folge dessen es einige Momente außer Stande war zu gehen, sich aber bald wieder erholte.
Neben jedem dieser Mädchen saß ein minderjähriges Kind, die beide unversehrt blieben. In derScheune fing es zu oberst am Dach an zu brennen, allein der eingetretene heftige Regen und diebaldige Hülfe verhinderten den Ausbruch des Brandes. Während des mit dem Gewitter begleitetenSturmes füllte sich ein von Zürich die Limmat hinunterfahrendes, »ach Octweil bestimmtes, schwer mitMenschen und Waaren beladenes Schiff unweit der Spitze des Schützenplatzes so mit Wasser, daß man dieLeute aus Land retten mußte, das Schiff aber schlug um. Am 14., Abends zwischen 5 und 6 Uhr, ent-leerte sich ein ziemlich heftiges Gewitter über die Gemeinde Wangen , und richtete durch Hagel undSchwemmungm an Früchicn, Gras und Reben großen Schaven an. Sonntags den 22. fuhrzwischen 12 und 1 Uhr Mittags ein heftiges, vom Westwind getriebenes Gewitter über die StadtZürich und Umgegend, schädigte durch Hagclschlag die höher gelegenen Weinberge, Felder undObstbäume in den Gemeinden Fluntern und Hottingen, auch Wipkingen, zog über den Zürichberg und richtete in den jenseits gelegenen Gemeinden Schwamendingen, Dübendorf, Rieden, Dietlikon und Baltenschweil durch Hagel noch größere Verheerungen an. Der letzte Theil des Monats vom25. an war regnerisch und kühl. Das Korn galt jetzt 11 st. 35 ß. bis 15 fl., das Brod 8 ß.Der Heumonat war im Anfang bis zum 11. schön und die Hitze groß, dann folgten vom 13. ankühle und regnerische Tage, ebenso am 26. bis am Schlüsse des Monats. Am 21. entlud sich einHagelwetter über Oberembrach und einen Theil der zu der Gemeinde Einbrach gehörenden Höfe,namentlich Augweil und Bännikon. Der August war im Ganzen sehr veränderlich, selten rechtschön und warm; helle Tage gab es bloß 12, dagegen 15 Tage mit Regen, zuweilen dichtenNebel. Gegen Ende des Monats zogen die Störche ab. Ungeachtet die Erntezeit sehr ungünstigwar, geriethen doch die verschiedenen Getreidearten, Roggen, Korn, Weizen, Gerste und Haferim Ganzen ziemlich ordentlich, in Hinsicht auf Menge sowohl als Qualität; auch hatte man sicheiner ergiebigen Ernte der Futterkräuter zu erfreuen und es konnten dieselben trotz des vielenRegenwetters doch gut eingeheimset werden. Ebenso geriethen die Gemüse, namentlich die Kohlartenrecht gut, hingegen mißriethen die Reben. Der Kornpreis stieg Ende dieses Monats auf 12 fl. 20 ß.bis 16 fl. 30 ß., der Brobpreis auf 8^/, ß. Im Herbstmonat war das Wetter bis am 6. sehrschön, am 9. und 10. hatte eS dichte Nebel, am 11. war es heiß, und es gab Abends ein Ge-witter, am 14. und 15. regnerisch und ein kühler Wind wehte, am 19., 21. und 22. (Bettag)folgten auf Nebel die schönsten Tage, am 24., 25. und 26. regnete es, ebenso am 29. und 30.Am 23. ordnete der Regierungsrath durch eine Kundmachung die Erhebung einer Liebessteuerfür die Wetterbeschädigten in den Bezirken Zürich, Hinweist Uster, Winterthur und Bülach an undführte unter den geschädigten Gemeinden auch Goßau, Hinweil, Brüttisellen, Winterthur , Ober-winterthur, Wiesendangen, Opfikon und Walliscllen auf. Vom 24. an verbreitete sich die Sageunter dem Volke, es sei in den Kartoffeln eine gefährliche Krankheit entstanden, welche dieselben