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für Menschen und Vieh ungenießbar mache; die Sache gewann stündlich mehr Wichtigkeit, da diebisanhin grünen Stauden sich plötzlich ganz schwarz färbten. Furcht und ängstliche Berechnungenbemächtigten sich der Gemüther; der Preis der Frucht stieg stark in die Höhe. Am 25. erließ derGesundheitsrath folgende Kundmachung:
Seit der ersten Nachricht, welche der Gesundheitsrath vor zwei Tagen von dem Erscheinens der Kartoffel-krankheit in unserm Kanton erhalten hat, sind ihm nun aus den verschiedensten^ Landcsgegenden Berichte überdas rasche Umsichgreifen dieser Krankheit zugekommen. Amtliche Berichte hierüber liegen vor aus den BezirkenZürich, Affoltern, Horgcn, Hinwcil, Pfäffikon, Winterthur und Regcneberg, und es ist nicht zu zweifeln, daßdie Krankheit auch in den nicht genannten Bezirken vorkömmt oder doch höchst wahrscheinlich binnen wenigenTagen sich dorthin verpflanzen wird. Die außerordentliche Schnelligkeit, mit welcher die Krankheit sich aus-breitet, macht es nothwendig, daß sofort Alles gethan werde, was den Schaden verhüten oder doch mildernkann, welchen sie herbeiführt.
Zu diesem Ende beeilt sich der Gcsundheitsrath den Landwirthen und den Einwohnern im Allgemeinenfolgende Anleitungen mit Hinsicht aufg. Erkennung der Krankheit;
I). auf die Erhaltung der Kartoffeln;
c. auf den Genuß und die Benutzung derselben zu ertheilen:
n. An den Kartoffeln selbst äußert sich die Krankheit vorzüglich durch das Vorhandensein von Flecken,welche bald röthlich bald bräunlich, bald Heller bald dunkler sind, und schnell auf der Oberfläche und in dieTiefe sich ausbreiten. Das Fleisch im Innern ist anfangs stcllcnwcis graulich, später werden diese Stellen weiß undendlich weich, breiig (muesig) und die Kartoffeln erhalten einen Übeln Geruch. Schnelles Absterben und Schwarz-werden der Stengel und Blätter (des Krautes) zeigt öfters das Entstehen der Krankheit in den Kartoffeln selbst an.
Ii. In Beziehung auf die Erhaltung der Kartoffeln ist folgendes Verfahren zu empfehlen:
1) Das Beste ist das möglichst schnelle Einsammeln aller Kartoffeln.
2) Beim Einsammeln ist die Absonderung der krankhaften von den noch gesunden mit möglichster Sorg-falt vorzunehmen, da auch außer dem Boden sich die Krankheit auf die gesunden fortpflanzt, nachhermüssen auch die kranken noch in der Weise sortirt werden, daß die weniger erkrankten nicht mit den inhöherm Grade verdorbenen vermengt bleiben.
3) Ganz oder in bedeutenderem Grade verdorbene müssen ganz beseitigt, nicht aber auf den Feldern liegengelassen werden, welche wieder zum Kartoffelbau benutzt werden sollen, eben so wenig dürfen sie zusolchem Dünger verwendet werden, der auf Kartoffelfelder gebraucht wird.
4> Das Abschneiden des abgedörrten Krautes ist unnütz, wo hingegen dasselbe noch gesund oder auchwo es auffallend schnell abgestorben und verfault ist, da ist die Entfernung desselben rathsam.
5) Die Kartoffeln müssen so schnell wie möglich trocken gemacht, an einem trockenen, luftigen Orte aus-gebreitet, nie aber in großen Haufen zusammengeworfen oder in feuchten Kellern aufbewahrt werden,indem die Erfahrung zeigt, daß sie so aufbewahrt schnell verderben. Hat man keinen andern Aufbe-wahrungsort als den Keller, so belege man den Boden mit Sand, oder mit einer Mischung vonSand, Asche rand Kohlenpulver und lüftet ihn so gut als möglich.
6) So oft als möglich müssen die Kartoffeln wieder untersucht, die krank gefundenen wieder von dengesunden gesondert und der Zutrilt der Lust zu denselben erneuert werden.
7) Um aber noch so viel gesunde Nahrung als möglich aus den angegriffenen Kartoffeln zu gewinnen,
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