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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1840 bis 1850 / von Friedrich Vogel
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Am 3. Juli wurde die Tagsatzung zum letzten Male mit althergebrachter Feierlichkeit zu Beriteröffnet.

Am 8. machte der Vorort den Regierungen der Kantone Anzeige von militärischer Organi-sation der Deutschen in der Schweiz zu Gunsten einer deutschen Republik und lud dieselben ein,diesem Treiben entgegen zu treten.

Den 13. Juli beschloß der Regierungsrath, dem Großen Rath den Antrag zur Annahme derneuen Bundesverfassung zu machen.

An diesem Tage beschäftigte sich die Tagsatzung mit der Angelegenheit der deutschen Flücht-linge, und namentlich lag ein Krcisschreiben des Zentralausschusses der Deutschen in derSchweiz , datirt Viel den 18. Juni 18-18, vor, worin ausgesprochen war, daß die republikanischenBestrebungen der Deutschen keineswegs hoffnungslos seien, sondern immer mehr Boden gewinnen,und daß sich daher die Lokalvereine neu organisiren, verstärken und zum gemeinsamen Zwecke hin-arbeiten sollen. Mit 2G/z Stimmen wurde am 14. beschlossen, eine Kommission von 5 Mitgliedernniederzusetzen, um das Erforderliche vorzuberathen und zu beantragen.

Am 15. Juli wurde unserem Regierungsrathe ein Kreisschreiben des Vorortes wegen einerbadischen Note, die über Grenzbeunruhigungen von Seite der badischen Flüchtlinge Beschwerdeerhebt und Abhülfe verlangt, vorgelegt. Derselbe antwortete, daß die im Kanton sich aufhaltendenFlüchtlinge in keiner Weise Anlaß zu Beschwerden geben, und daß ihnen von Anfang an mitgetheiltworden sei, sie haben sich ruhig zu verhalten.

Am 18. wurde dem Regierungsrath eine neue badische Note und eine solche des deutschenBundes vorgelegt.

Den 21. Juli versammelte sich der Große Rath wegen der Bundesverfassung in außerordent-licher Sitzung und beschloß nach kurzer Diskussion bei Anwesenheit von 172 Mitgliedern dieAnnahme derselben, vorbehältlich der Volksabstimmung.

Am 22. beschloß sodann der Regierungsrath, die Abstimmung auf Sonntag den 6. Augustfestzusetzen, die ganz wie bei Abstimmungen über die Kantonalverfassung in den politischen Gemeindenstattfinden soll. Herr Bürgermeister vr. Furrer wurde ersucht, einen beleuchtenden Bericht zu derBundesverfassung zu entwerfen, und beschlossen, beide in 28,000 Eremplaren drucken zu lassen undunter das Volk zu vertheilen.

Am 31. Juli beschloß die Tagsatzung mit sämmtlichen Stimmen ohne Baselland , den Vorortzu beauftragen, dem noch in Bern weilenden Abgeordneten der deutschen Bundesversammlung dasErgebniß ihrer Verhandlungen wegen des Ansinnens bezüglich auf die deutschen Flüchtlinge mit-zutheilen und solches als unstatthaft abzulehnen, die Note des badischen Gesandten in eben diesemSinne zu beantworten und gegen die Kantonsregierungen mittelst Kreisschreibens die vertrauensvolleErwartung auszusprechen, daß sämmtliche Kantone auch fortan wie bisanhin nichts verabsäumenwerden, was, namentlich in Betreff des Verhaltens der politischen Flüchtlinge, die Handhabungguter innerer Ordnung so wie die Achtung und Beachtung völkerrechtlicher Rücksichten und nach-barlicher, internationaler Verhältnisse gerechtermaßen erfordere, und alsdann beschloß dieselbeauf den Antrag von Zürich mit 13^ Stimmen, sich bis zum 4. September zu vertagen.

Den 3. August wies der Regierungsrath das Gesuch des Sicherheitskomite in Chiavenna umUeberlassung von Feldgeschütz ab.

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