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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1840 bis 1850 / von Friedrich Vogel
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Sonntags den 6. August fand, wie noch in mehrern andern Kantonen der Schweiz , so auchim unsrigen die Abstimmung über die Annahme der neuen Bundesverfassung statt und hatte folgen-des Resultat:

Von 58,833 stimmfähigen Bürgern waren 27,708 in den Versammlungen erschienen. Vondiesen nahmen 25,119 die Bundesverfassung an, 2517 verwarfen dieselbe und 72 Zeddel warenungültig. Am zahlreichsten besucht waren die Versammlungen in den Bezirken Winterthur undRegensberg .

Verworfen wurde die Verfassung von der Mehrzahl der Anwesenden einzig in der GemeindeWildberg, mit zahlreichen Stimmen, jedoch unter der Hälfte, in den Gemeinden Horgen und Wetzikon .

Einstimmig wurde die Bundesverfassung angenommen in den Gemeinden Wiedikon, Ober- undNieder-Urdorf, Schlieren, Uitikon, Weiningen, beiden Engstringen, Oetweil, Hedingen, Maschwanden ,Obfelden, Hütten, Kilchberg, Weißlingen, Altikon, Brütten, Dägerlen, Hcttlingen, Wiesendangen ,RegenSberg, Buchs, Dällikon, Dielstorf, Niederhasli, Nieder- und Oberweningen, Otelfingen ,Schöfflistors, Schleinikon, Boppelsen, Windlach, Andelfingen, Fenerthalen, Flaach, Laufen, Ossingen ,Stammheim, Dachsen, Flurlingen, Dietlikon, Hüntwangen, Lufingen und RorbaS. In der StadtZürich stimmten 1147 für Annahme, 67 für Verwerfung, zu Winterthur 540 für Annahme, 12 fürVerwerfung.

Den 7. August machte der Vorort dem Rcgierungsrath Anzeige von der Kapitulation Mailands und dem Einzüge der Oesterreicher daselbst.

Am 13. August nahm die Gemeinde Wildberg eine neue Abstimmung über die Bundesverfassungvor und es ergaben sich nun 135 Annehmende und 7 Verwerfende.

Den 19. berichtete die Regierung von Graubünden an die zürcherische von Massen aus dasSchweizer Gebiet übergetretener Italiener, namentlich Lombarden, von denen einzelne Abtheilungennächstens zu Zürich eintreffen werden, um sich nach Frankreich zu begeben. Die Regierung vonSt. Gallen meldete, daß sie solche so schnell als möglich nach Rapperschweil instradiren werde. DerPolizeirath wurde beauftragt, die erforderlichen Maßregeln zu treffen, um diesen Flüchtlingen dieDurchreise zu erleichtern und für ihre Unterbringung nöthigenfalls hülfreiche Hand zu leisten. Esbildete sich ein Konnte, das für dieselben sorgte, und die Regierung lud den Vorort ein, daraufeinzuwirken, daß sie so bald als möglich in ihr Vaterland zurückkehren können. Diese Flüchtlingebestanden aus Leuten von allen Ständen, vorzüglich aber jungen Militärpflichtigen, die gar keinmilitärisches Aussehen hatten, die einen waren in Zwilchkittel gekleidet, andere hatten Kapütc, nochandere dunkelblaue, roth ausgeschlagene Uniformen. Sie logirten größtcntheils in den Gasthöfenniedrigeren Ranges. Ein bedeutender Theil des Publikums zollte denselben keine besondere Auf-merksamkeit, weil sie sich im Krieg keineswegs tapfer betragen hatten.

Montags den 4. September trat die Tagsatzung in Bern wieder zusammen. Den 5. beschloßdieselbe mit 16 Stimmen, eine Kommission niederzusetzen, um vie Resultate der Abstimmung überdie Bundesverfassung zu verifiziren und die nöthigen Dekrete zu Einführung derselben vorzubereiten.

Dienstag der 12. September war ein entscheidender und höchst wichtiger Tag für die Schweiz .Die Kommission legte der Tagsatzung den Bericht über das Ergebniß ihrer Prüfung vor, wonachvon etwa 437,103 stimmfähigen Schweizer Bürgern im Ganzen beiläufig 241,642, somit etwas mehrals die Hälfte an der Abstimmung Theil genommen, von diesen 169,743 für und 71,809 gegen