zur Folge hatte. Büsingen ist ein badischeS Dorf am Rhein, eine starke Stunde ob Schaffhausen ,ganz von dessen Gebiet umgeben, zu dem man nicht anders als über schweizerisches Gebiet gelangenkann. Ein badischer Zivilkommissär bewog nun eine Abtheilung der in der Nähe stehenden Hessen ,zirka 170 Mann, mit ihm zu Konstanz das Dampfschiff zu besteigen, und so fuhren sie am frühenMorgen den Rhein hinunter, von den Wachen zu Stein nicht erkannt und den Zuruf derjenigenzu Dießenhofen nicht achtend. Sie landeten und besetzten Büsingen und nahmen dort Verhaftungenvor. Schnell aber umstellten die Schweizer (das Bataillon GinSberg und ein Bataillon Thurgauer )die ganze Enklave, bewachten den Rhein streng, und eS begannen Unterhandlungen wegen deSWiederabzugs der Hessen zwischen den bcidseitigen Militärkommandos.
Da die Unterhandlungen wegen des AbzugeS der Hessen auS Büsingen zu keinem Resultatführten und die Deutschen , um denselben Nachdruck zu geben, bedeutende Verstärkungen an dieschweizerische Grenze vorschoben, so sah sich der Bundesrath zu besondern Maßnahmen veranlaßt,und es langte am 26. Juli die Nachricht zu Zürich an, daß er beschlossen habe:
1. die bereits aufgestellte Division (Gmüch ist auf den Normalbestand von 8000 Mann zuergänzen;
2. zwei weitere Divisionen, jede von 8000 Mann, in eidgenössischen Dienst zu berufen;
3. die übrige Mannschaft auf das Piquet zu stellen;
4. die Stände Basel (Stadt und Land), Aargau, Zürich, Schaffhausen und Thurgau aufzu-fordern, für einstweilen auch ihre Landwehr aufs Piquet zu stellen;
5. die eidgenössischen Kommissäre und die Militärkommandos wiederholt zu ermächtigen, im Fallder Noth noch mehr Truppen einzuberufen;
6. die Bundesversammlung auf den 1. August einzuberufen.
DaS Oberkommando über sämmtliche Truppen wurde provisorisch dem Herrn OberstZimmerst, das Kommando über die 2 Western Divisionen den Obersten a Bundi und BontemSübertragen.
In Folge dieses Beschlusses machte das Militärdcpartemcnt der hiesigen Regierung die Anzeige,daß der Stand Zürich 1 fahrende 6Psünderbatterie, 1 Kompagnie Scharfschützen und 2 BatailloneInfanterie zu stellen habe, der Kommissär, Herr Stäheli, lud sie aber ein, weiter mit möglichsterBeschleunigung eine Batterie 12Pfünder, eine halbe Kompagnie Kavallerie und 1 Bataillon In-fanterie zur Wahrung der Integrität unverzüglich aufzubieten und in Andelfingen und Umgegendin Bereitschaft zu halten, wozu die nöthigen Anordnungen getroffen wurden.
Bezüglich der Flüchtlinge zeigte der eidgenössische Kommissär der Regierung an, daß dem hiesigenKanton zirka 1150 Mann zugetheilt seien, und der Bundcsrath traf Anordnung, nicht zu gestatten,daß dieselben in der Schweiz sich als besondere Korps geriren, die unter ihren eigenen Chefs stehenund die sich gewissermaßen selbst beaufsichtigen, indem auch der Schein zu vermeiden sei, als obdie einzelnen KorpS abgeschlossene Gliederungen ausmachen dürfen.
Freitags den 27. Juli sammelte sich Vormittags das Bataillon Bruppacher und die Scharf-schützenkompagnie Huber, Nachmittags die zweite Hälfte der Kavallcrickompagnie Bluntschli, dieArtilleriekompagnie Scheller und das Bataillon Benz zu Zürich , ersteres wurde aus Wagen nachAndelfingen befördert, die Scharfschützenkompagnie marschirtc ebenfalls dahin ab.
Am 28. Juli marschirtc das Bataillon Benz nach Winterthur, die Artillerie nach Embrach ,