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Sorge für das Gedeihen seines öffentlichen Lebens und für segensreiche Entwickelung seiner Kräfte und seinergemeinsamen Thätigkeit legt. Dieses Glückes zeigt sich aber ein Volk insbesondere dadurch würdig, daß jedereinzelne Bürger bei der Ausübung jener kostbaren Rechte sein Augenmerk nur auf das richtet, was das Gemein-wohl erheischt, wenn jeder durch seine Stimme das Glück Aller, den Frieden des Ganzen zu fördern sucht.
Mitbürger! Wir hegen das volle Vertrauen zu Euch, daß Ihr von solcher Gesinnung beseelt in EuernWahlkreisen Euch versammeln und an dem Wahlgeschäste Theil nehmen werdet. Ihr werdet die Aufgabe Euererkünftigen Stellvertreter wohl ins Auge fassen und frei von allen andern Rücksichten Eucre Blicke nur auf solcheMänner richten, in welche Ihr das Vertrauen setzt, daß sie dieser Aufgabe, so viel an ihnen liegt, zu genügensich bestreben werden. Die Aufgabe kann aber keine andere sein, als das Gute, das in unserer Verfassung undin unsern Gesetzen liegt, zu erhalten und weiter auszubilden, und dasjenige, was theils schon als ein Bedürfnißder Zeit erkannt worden, theils als ein solches sich erst in der Zukunft geltend macht, neu zu schaffen undins Leben zu führen; Alles aber, das Vorhandene und das zu Schaffende, in harmonische Uebereinstimmungzu bringen, damit Ei» Geist, der Geist einer geregelten, die Rechte aller Bürger gleich anerkennenden undschützenden Freiheit, das Ganze durchginge.
Dem neuen Großen Rathe wird es an Arbeit in den angedeuteten Richtungen nicht fehlen. Wir dürfenuns aber auch der Hoffnung hingeben, daß unser theures Vaterland unter dem Schutz der neuen Bundes-verfassung, in welcher Friede und Ordnung — die ersten Bedingungen jedes gedeihlichen Fortschrittes - einekräftigere Stütze finden, einer Zukunft entgegengehe, in welcher die Thätigkeit der obersten Landesbehördc sichungestört dem zuwenden kann, was die Wohlfahrt des Ganzen und der verschiedenen Klaffen der Bewohner desKantons erheischt. Was in den letzten Jahren die großen, so Manches umgestaltenden Ereignisse ini Vaterlandeund die ohncdieß schwierigen Verhältnisse einer drückenden Zeit nicht haben zur Ausführung kommen lassen,das wird, so hoffen wir, unter dem Schutze einer gütigen Vorsehung, in den kommenden Jahren zum Zielegeführt werden können.
An Euch, liebe Mitbürger! ist es nun, durch Eucre Wahlen dem Lande die Garantiern für Aufrecht-haltung und stete Vervollkommnung der Gesetze zu geben, unter denen wir alle leben müssen. Eingedenk EueresBürgereides werde! Ihr den „Wägsten und Besten" gewissenhaft Euere Stimme geben. Euere Liebe zum Vater-lande, die Liebe zu Eueren Familien, Eueren Kindern, welche mit Euch die Früchte der Thätigkeit EuererStellvertreter genießen werden, Euer Pflichtgefühl wird Euch ermuntern, dem Rufe zu den Wahlen zu folgenund ohne wichtige Gründe von den hicsür stattfindenden Versammlungen Euerer Mitbürger nicht wegzubleiben.
So möge denn das Ergebniß Euerer Wahlen dem Lande zum Segen gereichen, damit Ihr mit Freudenund mit dem schönen Bewußtsein treu erfüllter Pflicht aus den Tag zurückblicken könnt, an dem Ihr die Behördeerneuert habl, in welcher die oberste Gewalt des Staates, die Souvcränctät des Volkes ruht.
Gegenwärtige Kundmachung soll Sonntags den 28. April nach dem Morgcngottesdienste durch die Pfarrervon den Kanzeln verlese», dem Amtsblatte beigcrückt und an den gewohnten Orten angeschlagen werden.
Gegeben Zürich , den 18. April 1850.
Im Namen des Regierungsrathcs:
Der Amtsbürgermeister,
Dr. U. Zehnder.
Der erste Staatsschreibcr,
Sulzcr.