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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1840 bis 1850 / von Friedrich Vogel
Entstehung
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221
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26 Register hat, verfertigte der Orgelbauer Boßhard von Baar, Kanton Zug , für 5120 fl., dasGußgeländcr sammt Kandelaber für theilweise Einfassung des ChorS die Herren Gebrüder Sulzer von Winterthur , den Tausstein nach einer Zeichnung des leitenden Architekten von Sandstein,schwarz marmorirt, die obbezeichneten Steinhauer.

Die Gesammtkosten des Baues belaufen sich auf 37,000 fl.

Die Einweihung der Kirche fand Sonntags den 19. Oktober durch den Hochw. Bischof vonChur in Gegenwart der Borsteherschast und der Baukommission statt, die Eröffnung der KircheSonntags den 26. Oktober mittelst einer gehaltvollen Rede des Pfarrers Herrn Robert Kälin undeines von dem Prälaten von Rheinau abgehaltenen feierlichen Hochamtes, in Anwesenheit des Bezirks-statthalters und Vezirksrathsschreibers von Zürich in Begleit ihres Weibels mit der Standesfarbeund unter Mitwirkung der Zürcherischen Musikgesellschaft.

Sonntags den 12. Oktober war zum letzten Mal in der Fraumünsterkirche der katholische Got-tesdienst abgehalten worden.

Die Beiträge an den Kirchenbau bestanden im Ganzen in 26,654 fl., wovon 2070 fl. vonEinwohnern der Stadt Zürich und 9507 fl. vom Ausland.

DaS bei 100 Schuh lange und 60 Schuh breite Schiff der Kirche ist in zwei Seitenschiffeund ein Mittelschiff getheilt, welche auf jeder Seite auf 4 achteckigten Säulen ruhen. Die fünf Bo-gen auf jeder Seite, so wie daö Gewölbe des Mittelschiffs, welches von Holz und neu angebrachtist, sind vollkommene Spitzbogen, ebenso die Fensterformen. Altäre, Kanzel, die Form des Orgel-kastens, überhaupt Alles ist in rein gothischem Style gehalten. Der Chor, in welchem der Hochaltarsteht, ist 5 Stufen über den Kirchenboden erhöht.

Daö Gebäude ist mit Ausnahme der Fundamente, der beiden langen Seitenmauern, einesTheils des Daches und der Säulen neu. Gerade das Mauerwerk aber, das stehen blieb und vonSalpeter durchdrungen ist, verursacht viele Feuchtigkeit in dem Gebäude.

Das Acußere der Kirche entspricht namentlich mit Bezug auf die westliche Seite gegen denFröschengraben, den schönen Haupteingang und das steinerne Kreuz auf der Spitze des Giebels,dem Innern.

Seit der Vollendung und dem Bezug der Kirche ist dieselbe nicht bloß an Festtagen, sondernauch an gewöhnlichen Sonntagen, namentlich in der schönen Jahreszeit, nicht selten gedrängt voll.

Bauwesen.

In dem Bauwesen des Staates traten in der Periode von 18401850 keine andern wesent-lichen Veränderungen ein, als daß mit dem 1. Januar 1849 die früher dem Stiftsfond gehörigenoder von ihm unterhaltenen Gebäude an das Baudepartement zur Besorgung übergingen.

In der Art und Weise, wie die Behörde ihre Bauten besorgte, fand insofern eine Veränderungstatt, als man allmälig von dem System der Absteigerung ab- und auf dasjenige der schriftlichenEingaben überging; in der Regel wurden die Bauten aber dennoch dem Mindestfordernden über-tragen, um die Kosten möglichst zu sparen.

Die Behörde selbst reduzirte sich nach und nach bis auf drei Mitglieder, löste sich im Mai1850 auf, und an ihre Stelle trat der Direktor der öffentlichen Arbeiten.