Auszahlung zu leiten und Rechnung zu führen, sich mit dem Zentralbureau wegen Dienstgesuchenin Verbindung zu setzen, statistische Notizen zu sammeln, die Anleitungen der besondern Kommis-sion und deS Polizcirathes zu vollziehen hatte, und es wurde ihm nun auch ein Ingenieur bcige-gebcn. Der RcgicrungSrath beschloß, es sollen in den bedrängten Gemeinden eine Anzahl Straßenausgeführt werden, die er näher bezeichnete. Diese Straßenbauten begannen sofort mit einer Streckevon Zuckern über Blitterschweil durch daS Kollertobel und mit einer neu anzulegenden Straßevon Fehraltorf über Rußikon und Ehrikon nach Wildberg .
In diesem Jahr wurde das Brodiren und die Seidenweberei in der Gemeinde eingeführt,eine schon bestehende Arbeitsschule für Mädchen weiter ausgedehnt und die bisher mehr als Bett-lerzweig dienende Korbflechtern zweckmäßig organisiert. Im November starb Herr Greutert in Folgeübergroßer Anstrengungen, denen er sich im Interesse dieser Gegenden unterzogen hatte, woraufder Rcgierungsrath beschloß, die Stelle eines Kommissärs einstweilen nicht zu besetzen und dieaußerordentlichen Straßenarbeiten einzustellen. Eine Anzahl Arbeiter aus der Gemeinde wurdenindeß seither bei verschiedenen Straßenbauten außerhalb des Bezirks gebraucht.
In dem erwähntenWahr fanden am Pfarrhaus wieder verschiedene Reparaturen statt. 1849erhielt die Schulgemeinde Wölfen behufs Abbezahlung von Schulden auf ihrem Schulhaus vonder Regierung einen Beitrag von 132 fl.
1850 stiftete der Pfarrverweser einen Armenverein aus Jünglingen aller Theile der Ge-meinde mit der Aufgabe, die Unterstützten zu beaufsichtigen, sich über das Armenwesen gegen-seitig zu besprechen und zu belehren. Im Laufe dieses Jahres trat derselbe aber zum großen Be-dauern der Gemeinde und vieler Menschenfreunde von dem Pfarrdienst in der Gemeinde ab, in-dem er von einer andern Gemeinde, Höngg, zum Pfarrer gewählt wurde.
Thalweil
hatte im Jahr 1836 1738, im Jahr 1850 1889 Einwohner und zwar 1037 Gemeinds-, 676Kantons-, 113 Schweizerbürger und 63 Ausländer. ES kommen aus die untere Wacht 578, aufLudretikon 500, auf die obere Wacht 418, auf Gattikon 174, Hof 47, Blatten 38, Hündi 26,Lingg 20 Einwohner u. s. f.
Neben der Landbau treibenden Bevölkerung hat es mehrere hundert Personen, die sich mitdem Seidengewerbe beschäftigen, eine Anzahl Fabrikarbeiter, Handeltreibende, Schiffleute, Hand-werker u. a. m.
Im Jahr 1843 baute die Gemeinde eine Kommunikationsstraße von der alten Landstraße inder Gegend der Kirche bis in die neue Seestraße zu Ludretikon.
Anno 1846 hielt die Kantonalschützengesellschaft auf dem Schießplatz der Gemeinde ein großesSchießen, an welches die Regierung 375 fl. beitrug.
Das Wichtigste, das sich in dem Dezennium von 1840—1850 in der Gemeinde zutrug, warder Bau einer neuen Kirche. Schon seit langer Zeit war die alte Kirche, von deren Erbauungsichere Urkunden fehlen, für die anwachsende Gemeinde zu klein, weßnahen die Gemeinde schonim Jahr 1821 den Beschluß faßte, keine bedeutenden Reparaturen mehr an derselben vorzunehmenund im Jahr 1831 in Voraussicht des Baues einer neuen Kirche ein neuer Begräbnißplatz an-