Buch 
Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1840 bis 1850 / von Friedrich Vogel
Entstehung
Seite
435
JPEG-Download
 

-435

hölzerne Brücke an den Staat abtrat und die Ausbeutung eines Tuffsteinbruches bei Nußberg imTößthal für den neuen Brückenbau bewilligte, während der Staat den Unterhalt der alten Brückeübernahm und sich zum Bau einer neuen verpflichtete. Die Stelle der neuen Brücke wurde aufzirka 70 Fuß oberhalb der alten bestimmt und von der Regierung beschlossen, eine gewölbte steinerneBrücke mit 70 Fuß lichter Weite und IlO/z Fuß Pfeilhöhe zu erbauen, für die Bekleidung derLandpfeilcr bis an den Bogenansatz Würcnloserstein zu verwenden. Die Brückenbaute wurde imJahr 1850 dem Herrn Banmeister Jakob Diener von Männedorf für die Summe von 40,000 fl.zur Ausführung übertragen, die in die Straßenlinic fallende wieder angekaufte ehemalige Kloster-scheune ihm als Werkstätte angewiesen. Am 12. April begannen die Fundamentgrabungen, am19. August wurde am linkseitigen Widerlager in die Grundsteinschichte deS obern Schutzpfeilerseine kupferne Büchse versenkt, enthaltend eine kurze Geschichte der alten und neuen Brücke u. a. m.Am 14. November waren beide Landpfeiler nebst den Nfermauern vollendet und im Jahr 1852wird die Brücke dem Fuhrwerk geöffnet werden.

Trüllikou

hatte im Jahr 1836 1253, im Jahr 1850 1393 Einwohner und zwar 125l Gemeinds-, 81 Kan-tons-, 50 Schweizerbürger und 11 Ausländer. Es kommen auf die Zivilgemeinde Rudolfingen 310,auf Trüllikou 557, auf Truttikon 371 und auf Wildenspuch 155 Einwohner.

Neben den Landwirthen hat eS Handwerker u. a.

Im Jahr 1840 baute die Schulgemeinde Truttikon im Anschluß an das bereits bestehendeSchul- und Gemeindhaus, das zugleich renovirt wurde, eine Lehrerwohnung. Die Kosten beliefensich auf zirka 5500 fl., an welche Summe die Regierung einen Beitrag von 625 fl. gab.

Anno 1843 wurde die Kommunikationsstraße nach Schlatt korrigirt. 1844 begann der Bauder Landstraße von Andclfingen gegen Dießenhofen mit Herstellung der Strecke von Trüllikon nachAndelfingen, 1845 der 4200 Fuß langen Strecke durch das Dorf Trüllikon , durch welche in dasselbemehr Ordnung und Reinlichkeit herbeigeführt wurde, und wodurch es, nachdem im Jahr 1846zwei steinerne Brunnen hergestellt worden, ein freundliches Aussehen gewann. In diesem Jahrwurde die Kommunikationsstraße nach Oerlingen neu angelegt.

Im Jahr 1847 starben in dieser Gemeinde zwei sehr alte weibliche Personen; die eine FrauSusanna Hirt, geb. Simler, alt 93 Jahre, älteste Bürgerin von Zürich , die andere Frau Magda-lena Wieland, geb. Hablützel, alt 93 Jahre.

In den Jahren 1848 und 1849 wurde die Kommunikationsstraße nach Schlatt ganz neu an-gelegt; an die dießfälligen Kosten erhielt die Gemeinde vom Staat einen Beitrag von 187^ fl.,1850 die Landstraße nach Dießenhofen in einer Länge von 4165 Fuß von Trüllikon b>S an diethurgauische Grenze fortgesetzt. In diesem Jahr begann die Erweiterung und Korrektion der Kom-munikationsstraße von Trüllikon über Langenmoos nach Ossingen .

Turbeuthal.

Diese an Umfang sehr bedeutende Kirchgemcinde zählte im Jahr 1836 1752, im Jahr 18501831 Einwohner. Mit Einschluß der Zivilgemeinde Schmidrüti, die einen Bestandtheil der Filial-

55 *