439
Wohnung erbaut, das zirka 5800 fl. kostete, an welche Summe die Regierung einen Beitrag von1000 fl. gab.
Anno 1844 wurde der schön gebaute Kirchthurm, der dem Staat zum Unterhalt obliegt, frischbestochen, der Helm neu angestrichen, was 319 fl. kostete.
In den Jahren 1846 und 1847 wurde die Kommunikationsstraße von Ustcr nach Niederusterneu hergestellt, zur nämlichen Zeit zu Nä nikon ein neues sehr schönes Schulhaus mit einemThürmchen erbaut, in welchem die früher in der Kapelle befindliche Glocke nebst Uhr und Zeit-tafel sich befindet. Die Baukosten beliefen sich über 15000 fl., an welche der Staat einen Beitragvon 1020 fl. gab. Das Gebäude wurde am 25. Oktober 1847 eingeweiht.
In den Theurungsjahren 1845 — 1847 wurde von, Staat Frucht bezogen, Mais und Mehlangekauft und durch eine eigene Kommission um herabgesetzte Preise an die Bedürftigen verkauft.Es organisirte sich 1845 ein Unierstützungsverein, der in den Gemeinden freiwillige Gaben sammelte,woraus viele arme Haushaltungen bedeutende Unterstützungen genossen. Zu Abschaffung des Gafsen-bettelS wurde eine Unterstützungskasse gebildet. Der Verein gab sich rcglementarische Bestimmungenund erließ am 1. Dezember 1845 eine gedruckte Einladung an das wohlthätige Publikum, die mitgutem Erfolg gekrönt war. Auch die Fabrikbesitzer trafen für ihre Arbeiter Fürsorge, indem sie ihnenzu herabgesetztem Preise Lebensmittel gaben. Herr Trümpler in Oberuster richtete für die seinigeneine Suppenanstalt ein.
Anno 1848 wurde die Kommunikationsstraße von Ober- über Niederuster nach Greifensee und diejenige von Sulzbach bis Grund verbessert, 1849 unter der Bauaussicht des Staates die-jenige von Wermathschweil über Freudweil gegen Gutenschweil, die 1850 vollendet wurde.
In diesem Jahr begann der Bau eines neuen, schönen und zweckmäßig eingerichteten Schul-hauses zu Niederuster und in demjenigen zu Uster mußte die Luftheizung wegen schädlicherEinwirkung auf die Gesundheit der Lehrer und Schüler beseitigt werden. Es wurden die Lehrsälevertäfert und Ofen aufgestellt. Die Baute kostete zirka 3000 fl.
Veltheim
zählte im Jahr 1836 630, im Jahr 1850 721 Einwohner und zwar 446 Gemeinds-, 229 Kan-tons-, 23 Schweizerbürger, 23 Ausländer.
Neben der Landbau treibenden Bevölkerung hat es Taglöhner, Handwerker u. a. m.
Im Jahr 1843 wurde ein großes Stück Mauer am Kirchhof ganz neu aufgeführt, was860 fl. kostete, — gleichzeitig schaffte die Gemeinde eine neue Feuerspritze an, welche der MechanikerBodmer im Harv bei Wülflingcn anfertigte und wofür nebst Zubehörde die Gemeinde 1400 fl. zahlte.
Anno 1846 ward die durch den Bann der Gemeinde sich ziehende Kommunikationsstraße vonEschlikon nach Winterthur neu angelegt.
In den Jahren 1847 und 1848 bezog die Gemeinde von der Regierung Mais und Mehl undvon dem Hülfsverein Mais und Reis. Diese Früchte wurden den bedrängten Einwohnern um denAnkaufspreis wieder verkauft, wodurch sie wesentliche Erleichterung fanden.
Als Merkwürdigkeit wird angeführt, daß im Jahr 1848 in einem Sandsteinbruch oberhalbdes Dorfes eine wohlerhaltene versteinerte Schildkröte gefunden wurde und Anno 1850 unweit davondie Stoßzähne und andere Ueberreste eines Mammuths.