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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1840 bis 1850 / von Friedrich Vogel
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Uster .

Diese Kirchgemeinde, eine der größten des Kantons, zählte im Jahr 1836 4496, im Jahr 18505081 Einwohner und zwar 3144 Gemeinds-, 1776 Kantons-, 108 Sckweizerbürger, 53 Aus-länder. Es kommen auf die Zivilgemeinde Freudweil 223, auf Nänikon 480, auf Niederuster 614,aus Nossikon 315, auf Oberuster 938, auf Riedikon 320, auf Sulzbach 374, auf Uster 1224, aufWerikon 168, auf Wermathschweil 287 und aus Winikon 138 Einwohner.

Zur Zeit beschäftigen sich mehr Personen mit Fabrikarbeit und Weberei als mit der Land-wirthschaft und zwar die meisten mit Baumwollweberei. Es hat Handeltreibende, Mechaniker, über300 Handwerker u. a. m.

Das im Jahr 1840 erbaute neue Schulhaus zu Riedikon mit Lehrerwohnung kostete zirka4700 fl., an welche Summe die Regierung einen Beitrag von 562^ st. gab.

Anno 1841 wurde die 4740 Fuß lange Strecke der Straße von Schwamendingen nach Hin-wcil von Brand bis Uster ausgeführt, ebenso vie Straße durch das Dorf Uster , eine offene höl-zerne Brücke über den Aabach mit einem steinernen Mittelpfeiler erbaut, die 13000 Fuß lange neueStraße von Uster nach Mönchaltorf begonnen und 1842 vollendet.

Am 17. Oktober dieses Jahres fand auf Veranstaltung der Gesellschaft der Böcke, der antiqua-rischen und historischen Gesellschaft die Aufstellung und Einweihung des Denkmalsder im Jahr 1444 Hingerichteten Besatzung von Greisensee auf der Blutmatte beidem Dorf Nänikon statt. Diese Gesellschaften versammelten sich Vormittags 10 Uhr zu Greifen-see und zogen von da aus auf den Festplatz. An der Spitze des Zuges marschirten sechs Ge-harnischte. Ihnen folgte eine Blechmusik, hierauf der Gesangverein des Bezirks Uster , dann diePanner von Zürich und dem Amt Greifensee , hierauf die Vorsteher und Mitglieder der erwähntenGesellschaften, die Eingeladenen, alles in doppelten Gliedern, in schwarzer Kleidung. Das Kadetten-Artilleriekorps hatte auf der Anhöhe zwischen Greifensee und der Matte Posto gefaßt und löstevon Zeit zu Zeit, bis der Zug auf dem Festplatz angelangt war, Schüsse. Die mit der Ausführungdes Monuments Beauftragten empfahlen dasselbe zur Einweihung. Die zahlreich anwesende Volks-menge schloß einen Kreis um das Monument. Die Feierlichkeit begann mit der Absingung einesGedichtes von Keller,die Ahnen", in Musik gesetzt von Nägeli. Hieraus hielt Herr Oberstlieute-nant Hans Georg Bürkli als Sprecher der Gesellschaft der Böcke eine Rede, die sich auf das ge-schichtliche Ereigniß der Belagerung der Burg Greifensee, die Uebergabe derselben und die Hin-richtung der Besatzung bezog, worauf 3 Schüsse und wieder Gesang folgten. Alsdann folgte eineRede des Herrn Georg von Wyß , als Sprecher der antiquarischen Gesellschaft, wieder 3 Schüsseund dann der Schlußgesang, worauf der Zug sich in gleicher Ordnung unter Musik und Geschütz-salven nach Greisensee zurückbewegte, wo im dortigen Wirthshaus ein einfaches Mittagessen statt-fand. Das Denkmal, welches auf der Blutmatte bei Nänikon an der Stelle einer früherenKapelle errichtet wurde, hat eine pyramidale Form. Die Unterlage besteht aus aufgeschichteten rothenAckersteinen, auf derselben ist eine Eisenplatte befestigt, auf welcher sich eine Inschrift befindet. Aufeiner zweiten eingemauerten eisernen Tafel sind die Namen der Hingerichteten enthalten. Vier Wehr-steine umschließen den Vorplatz des Denkmales.

In dem bemerkten Jahr 1842 wurde zu Wermathschweil ein neues SchulhauS mit Lehrer-