Uebergangsbe st immun gen. Unmittelbar nach Annähme der revidirten Stadtverfassungdurch die Bürgergemcinde findet die Revision der Zunftregister und hierauf die erste Erneuerung desgrößer» Stabtrathcs nach den Vorschriften der 88 32 ff. statt. Die zweite dagegen fällt in die Zeitvor der ersten ordentlichen Gcmeindsversammlung des Jahres 1843. Die erste Hälfte der Mitgliederdes engern Stavtrathes, deren Amtsdaucr zu Ende ist, unterliegt mit Annahme der revidirten Ver-fassung einer Erneuerung, und zwar so, daß statt wie bisher sieben, jetzt nur fünf Mitglieder gewähltwerden. Die Mitglieder der zweiten Hälfte bleiben bis zum Ablause ihrer Amtsdauer im Jahre 1841,wo alsdann statt sechs nur vier Mitglieder zu wählen sind. Bei Erledigungsfällen aus dieserzweiten Hälfte findet in der Zwischenzeit keine neue Wahl statt, insofern ihre Zahl nicht unter vierherabsinkt. Die Besoldung nach 8 57 beginnt für alle Mitglieder mit Annahme der Verfassung.
Steinrad,
siehe Krähn.
Thenrung
in den Jahren 1845 — 1847, Maßnahmen dagegen. — Es ist oben S. 509 erwähntworden, welche Austheilungen aus dem Fruchtfond an die Bürgerschaft stattgefunden hatten. Fürdie gesammte Einwohnerschaft wurden die von der Regierung veranstalteten Austheilungen an Fruchtund Mais benutzt. Eine vom Stadtrathe bestellte besondere Kommission leitete die Sache. Es wurde vomStaate bezogen: 358 Malter Waizen, 46 Malter Mais und 150 Pf. MaisgrieS und in 15 Aus-theilungen an 2781 Personen Mehl und Mais verabfolgt.
Im Jahr 1846, als die Theurung der Lebensmittel höher stieg, veranstaltete ein PrivatvereinSuppenaustheilung an sämmtliche bedürftige Einwohner der Stadt in einem Lokale am Oetenbach,und setzte solche bis im April 1848 fort. Es wurden vom 1. März 1846 bis 30. April 1848ausgetheilt 116,245 Portionen zu 1 ß. Die Suppe bestand aus Bohnen oder Erbsen, Mais, Gersteoder Hafermehl, Reis, Fleisch, Salz, Butter und Wasser. — Als die Noth im Jahr 1847 größerwurde, veranstaltete auch der Stadtrath für die bedürftige Klasse der Verbürgerten die Austheilungvon Suppe beim alten Schützenhaus, und zwar vom 29. März bis 24. Juli. Die Suppe bestandaus Hafermehl, Bohnen, Erbsen, Gerste, gedörrten Kartoffeln, Mais, Reis, Butter, Salz undFleisch. Die Portion wurde für 1 ß. verkauft und 35,606 Portionen bezogen. Die Mehrkostenwurden theils von dem Armcnfond der Stadt, theils von der Hülfsgesellschaft u. a. getragen.
Die Herren Escher, Whß u. Comp. verabfolgten an diejenigen Arbeiter ihrer ausgedehntenFabrik, welche kleinen Lohn oder zahlreiche Familien hatten, vom November 1844 bis Juni 1847ungefähr 20,000 Suppenkarten auf die Suppenanstalten in hier zu 2 Rpn., — ungefähr 800 Ztr.Mais theils als Gries, theils als Mehl, 400 Ztr. italienischen Reis, 30 Ztr. Fcldbohnenmehl zuden kostenden billigen Einkaufspreisen, theils unter denselben. Bei jeder Austhcilung konnten Ver-heirathete 20 Pf. Maismehl oder Gries, 15 Pf. Reis, Unverheirathete und Kinder 10 Pf. vomerster» und 5 Pf. vom letzter» beziehen. Die Austhcilungen fanden alle vier Wochen statt. Mahler-lohn, Einkaufsspesen, Zinsen, Abgang u. s. w. wurden von dem Hause getragen.
Aehnlich wie die Herren Escher, Wyß u. Comp. verfuhren auch noch einige andere Gewerbsbesitzer;der Gewerbsverein theilte Brod aus und sehr Vieles zur Linderung der Noth wurde von Privaten gethan.
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