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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1840 bis 1850 / von Friedrich Vogel
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Schicksal der Gesellschaft und der wichtigsten Schießen, so namentlich des großen FreischießenS imI. 1504, des Zuges der Schützen nach Straßburg 1576, deS alten SchützcnhauseS, daö 1571 erbautwurde, VcS Fonds der Gesellschaft, der von 1654, da er 4000 Pfund betrug, bis 1846 auf denBetrag von 22,325 fl. 39 ß. anstieg, erwähnt. Man sang ein AbschicdSlied vom alten Schützenkause,und dann begann der Ausmarsch. Voran die Blechmusik, dann eine Abtheilung bewaffneterSchützen, die Gesellschaftsfahne mit Bedeckung, der Obherr mit den zwei Siebnern, der Schützen-meister mit zwei Siebnern, welche die Pokale der Gesellschaft trugen, die Baukommission, von derzwei Mitglieder die Schlüssel der neuen Gebäude auf sammtenen Kiffen trugen, die drei abänderndenSiebner mit den Ehrengästen, die übrigen GesellschaftSmitglieder zu Vieren, eine Abtheilung be-waffneter Schützen, der Stichzeiger mit Abstich und Zirkel, zwei andere Zeiger mit Krapfen undund kurzen Kellen, die beiden Schreiber in Amtstracht, die Warner mit ihren Jnsignicn, zwei Zeiger,daS Modell einer neuen Scheibe tragend, ein dritter mit der langen Kelle und dem Harlequin alsGaukler. Als man beim Sihlhölzchen ankam, marschirte der Zug nach einem kurzen Halt durcheinen bekränzten, mit Inschrift versehenen Bogen in dasselbe, und stellte sich bei dem Schützenhausein einem Halbkreis auf. ES wurde ein Musikstück gespielt und dann der Neubau Namens der Bau-kommission übergeben Hierauf übernahm der Obherr das neue Lokal zu Handen der Gesellschaft.Unter Trompetenschall, Gesang und Artilleriesalven fand der Einzug in das HauS und darauf daSMittagsmahl statt, wo Reden, Gesang und Toaste mit einander wechselten.

Während der Jahre 1846 und 1847 hatte die Gesellschaft ihre Schießen im Sonnenzeit, Gem.Wiedikon, gehalten; am 3. Juli 1848 hielt sie das erste Schießen auf dem neuen Schützenplatz.

Im 1.1850 wurde der Schießstand und das Scheibenhaus verlängert und die Zahl der Scheibenvon 6 bis auf 22 vermehrt. Die dicßfälligen Kosten betrugen 3785 fl. 30 ß.

Obschon durch die sehr großen Bauausgaben und durch den Umstand, daß es nicht gelingenwollte, das alte Schützenhaus zu einem befriedigende^ Preis zu verkaufen, dessen Miethzins aberwenig ertrug, es schon Anno 1849 nicht mehr möglich war, Schießgaben auS dem GesellschaftS-fond zu verabreichen, so konnte dennoch durch eine Subskription erreicht werden, daß solche wiederverabfolgt wurden.

Schützengesellschast der Stadt Winterthur .

Diese ist sehr alt, schon seit Mitte deS 16. Jahrhunderts vorkommend. Ihr erstes SchützenhauSstand nahe an der Stadt bis zum I. 1836, wo es in die sog. Mülliwiesen verlegt wurde, etwa5 Minuten von der Stadt. Es enthält einen schonen großen Saal mit einigen werthvollen Glas-malereien und eine Tafel, worauf die Wappen aller Gesellschafter gemalt sind.

Der Schützenstand, früher nur zum Bedürfnisse der Gesellschaft berechnet, nach seinen jetzigenDimensionen ward erst 1850 bei Anlaß eines FreischießenS und zugleich ein neues, den Forderungender Zeit entsprechendes Scheibenhaus erbaut, das unstreitig nach dem Urtheile aller Kennerschützenzu den gelungensten Arbeiten dieser Art gehört. Dasselbe hat für 20 Scheiben vollkommen Raum,der in der Mitte durch eine bequeme, zu dem 5 Fuß breiten Zeigerweg führende steinerne Treppegetheilt ist. Die Länge des Scheibenhauses beträgt 130 Fuß, seine Tiefe 12i/z Fuß und seineHöhe etwa 40 Fuß. Die Schußlinie ist diejenige der eidgenössischen Distanz, nämlich 580 Fuß, undliegt ganz eben auf einem schönen Wicsengrunde, waS zur Schönheit des Schützenplatzes selbst sehr