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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1840 bis 1850 / von Friedrich Vogel
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immer mehr und mehr in Aufnahme gekommenen Spitzkugelsystem bot aber auch dieser Schießstandkeine Sicherheit mehr für die Zeiger, weßnahen die Gesellschaft sich bewogen fand, mit derjenigender Stadt Zürich in Unterhandlung zu treten, als letztere ihren neuen Schützenstand im Sihlhölz-chen errichtet hatte. I» Folge dieser Unterhandlungen hält nun die Gesellschaft ihre Schießübungenan benanntem Orte, wofür sie der Schützengeseüschast von Zürich eine bestimmte Entschädigungalljährlich zu entrichten hat. Die Gesellschaft hält jährlich etwa acht Schießübungen mit einem An-und Endschießen, welche ersteren in der Regel nur einen halben Tag dauern und theils auf Sonn-tage, theils auch auf Wochentage verlegt sind; die Endschießtage dauern gewöhnlich zwei Tage, undes werden an denselben die im Laufe des Schießjahrcs gefallenen Bußen zu Gaben verwendet.Unter ihren Mitgliedern zählt diese Gesellschaft die besten Schützen.

Schützengesellschaft der Stadt Zürich .

Dieselbe zählte im I. 1840 192, im I. 1850 179 Mitglieder. Sie hielt während dieser Zeitregelmäßig ihre jährlichen Schießen. Eine sehr wichtige Veränderung ging während dieses Zeit-raumes mit ihrem Lokale vor. Schon durch die Schleifung der Schanzen und die Korrektion deSSchanzengrabens war dieses Lokal (der obere Theil des Schützenplatzes) gefährdet worden. ImI. 1845 kam die Eisenbahnfragc hinzu. Am 3. Februar 1846 beschloß die Bürgergemeinde, derDirektion der schweizerischen Norbbahn zu Anlegung des Bahnhofes den oberen Theil des Schützen-platzes abzutreten. Man fand nun aus vielen wichtigen, besonders polizeilichen Gründen, die Schieß-stätte und der Eisenbahnhof können unmöglich neben einander bestehen; daher man auf ein neuesLokal Bedacht nahm. Der Stadtrath trat der Gesellschaft einen allen Bedürfnissen entsprechendenund ganz sichern Raum im Sihlhölzli zu einem Schießplätze ab, und die Gesellschaft beschloß, hierein neues SchützenhauS zu erbauen. Am 22. September 1845 wurde daS letzte Schießen auf demalten Schießplätze abgehalten. Am 10. u^d 11. Juli 1846 wurde das Gespann zu dem neuenSchützenhause aufgestellt, nachdem vorher die Bäume im Bereiche des Bau- und Schießplatzesumgehauen worden, am 18. Juli mit dem Graben der Fundamente des Schützenhauses der Anfanggemacht, daS Gebäude bis am Ende des JahrcS unter Dach gebracht und im Juli 1848 vollendet.Die Bauten wurden unter der Leitung des Herrn Architekt Keller ausgeführt. Das neue Schützen-haus, das im nördlichen Theile des Sihlhölzchens unweit der Sihl steht, hat eine Länge von70 Fuß und eine Breite von 48>/z Fuß ohne den Vorbau. Es enthält ein Kellergeschoß und zweiStockwerke; auf dem ersten vier Zimmer für den Wirth, Küche und Wirthschaftszimmcr; auf demzweiten einen großen Saal von 67 Fuß Länge und 20 Fuß Brcire und zwei Nebenzimmer.

Der Schützenstand ist 62 Fuß lang und 33 Fuß breit und überall geschlossen. Von demselben,auf 553 Fuß entfernt befindet sick der Scheibenstand HO'/? Fuß lang und 16 Fuß breit. Die Scheibenlehnen sich an eine Bretterwand, hinter der steinerne Platten angebracht sind. Die Zeiger befindensich in einer vertieften Stellung.

Die Baukosten, inbegriffen das Mcublement, betrugen 25,574 fl. 39 ß.

Am 14. Mai 1849 wurde das neue Schützen Haus bezogen und eingeweiht. SämmtlicheMitglieder der Gesellschaft versammelten sich Vormittags 9^ Uhr im Saale des alten Schützen-hauseS, wo zwei Festführer dieselben im Halbkreis aufstellten. Der Obmann der Gesellschaft, HerrDirektor Martin Escher-Heß, hielt die Festrede, die nachher gedruckt wurde. In derselben wird das